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Aktien Frankfurt Griechenland-Sorgen drücken Dax ins Minus

Autor: dpa-AFX
 |  07.02.2012, 15:09  |  657 Aufrufe  |   0  | 

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag unter den anhaltenden Sorgen über eine Lösung der griechischen Schuldenprobleme gelitten. Auch schwache Daten zur deutschen Industrieproduktion drückten etwas auf die Stimmung. Bis zum Nachmittag sank der Dax um 0,82 Prozent auf 6.709,40 Punkte. Zum Wochenauftakt hatte es der Leitindex in einem wechselhaften Verlauf zeitweise auf ein Sechsmonatshoch geschafft, war dann aber mit einem knappen Minus aus dem Handel gegangen. Der MDax gab am Dienstag um 1,21 Prozent auf 10.249,17 Punkte nach und der Technologiewerte-Index TecDax büßte 1,10 Prozent auf 761,13 Punkte ein.

'Die Zitterpartie um Griechenland lähmt die Börsen', hieß es in einem aktuellen Kommentar der Landesbank Baden-Württemberg. Die Experten von Bernecker schrieben, dass die Märkte 'unverändert eine Warteschleife über Griechenland drehen'. Eine Einigung Griechenlands mit der sogenannten Troika und den privaten Gläubigern ist nach Einschätzung von EU-Kommissionpräsident Jose Manuel Barroso 'sehr nah'. Anderenfalls ist das Land bis Ende März pleite.

CHINA-AUSSAGEN BELASTEN AUTOS - FIELMANN SACKEN AB

Automobilaktien präsentierten sich europaweit in schwacher Verfassung. Händler verwiesen auf Aussagen der chinesischen Regierung, wonach sich das Wachstum der Industrieproduktion in China wegen einer schwächelnden Weltkonjunktur und der europäischen Schuldenkrise im ersten Quartal verlangsamen könnte. Ein anderer Händler begründete die Abwärtsbewegung mit Gewinnmitnahmen. Daimler verloren am Dax-Ende 2,64 Prozent, VW-Vorzüge gaben um 1,67 Prozent nach und BMW verbilligten sich um 2,52 Prozent.

Dagegen gewannen die Titel des Salz- und Düngemittelherstellers K+S 1,13 Prozent auf 40,450 Euro, nachdem der norwegische Konkurrent Yara gute Zahlen vorgelegt und die WestLB die K+S-Papiere auf ihre 'Large Cap Focus List' gesetzt hatte. Im MDax verloren die Aktien von Fielmann 6,57 Prozent auf 74,23 Euro, da die Zahlen der Optikerkette die Anleger trotz eines Umsatz- und Gewinnanstiegs im vergangenen Jahr enttäuscht hatten. Equinet-Analyst Ingbert Faust monierte zudem, dass Fielmann um diese Zeit üblicherweise steigende Umsätze und Gewinne in Aussicht stelle. Diesmal habe das Unternehmen sich lediglich zuversichtlich zu einer weiteren Steigerung des Marktanteils geäußert.

HHLA TROTZ CONTAINERBOOM SCHWACH

HHLA berichtete ebenfalls über seine Entwicklung im vergangenen Geschäftsjahr. Die zuletzt gut gelaufenen Titel verloren knapp zwei Prozent, obwohl der Containerboom dem Hamburger Hafenbetreiber im abgelaufenen Jahr einen Umsatz- und Gewinnsprung beschert hatte. Analyst Robert Czerwensky von der DZ Bank sah die wichtigsten Eckzahlen unter den Markterwartungen. Die Aktien des Reisekonzerns Tui rückten um 1,60 Prozent vor, nachdem die Touristik-Tochter Tui Travel ihren saisontypischen Verlust im Zeitraum Oktober bis Dezember leicht reduziert hatte.

Für die Anteilsscheine von Wincor Nixdorf ging es trotz guter Zahlen eines US-Wettbewerbers um 1,10 Prozent nach unten. Händler sahen einen positiven Einfluss auf die Aktien des Geldautomaten- und Kassensystemherstellers, denn NCR konnte im vierten Quartal sowohl beim bereinigten Ergebnis als auch beim Umsatz die Erwartungen der Analysten übertreffen. Die NCR-Aktien gewannen daraufhin vorbörslich acht Prozent. Indes verwies Commerzbank-Analystin Yasmin Moschitz darauf, dass die Zahlen des US-Unternehmens die geografisch schwache Aufstellung von Wincor-Nixdorf offenlegten. NCR habe - anders als der deutsche Konkurrent - vor allem dank der starken Entwicklung auf dem amerikanischen Kontinent und im asiatisch-pazifischen Raum den Umsatz deutlich gesteigert.

AIXTRON SEHR SCHWACH WEGEN VEECO-AUSBLICK

Im TecDax verloren die Aixtron-Aktien nach Zahlen des Wettbewerbers Veeco knapp vier Prozent. Händler verwiesen darauf, dass der US-Halbleiterspezialist mit seinem Ausblick auf das erste Geschäftsquartal 2012 enttäuscht habe. Dies drückte Veeco-Titel nachbörslich mit zwei Prozent ins Minus und belastete auch die Papiere des auf Leuchtdioden-Anlagen spezialisierten deutschen Maschinenbauers.

Dagegen legten die Papiere von Centrotherm um 0,90 Prozent zu. Händler verwiesen auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach der Solar-Zulieferer einen Großauftrag von Idea Polysilicon für eine integrierte Polysilizium/Wafer-Fertigung in Saudi-Arabien erhalten hat. Analyst Sven Kürten von der DZ Bank schätzt den auf Centrotherm entfallenden Anteil auf einen dreistelligen Millionen-Euro-Betrag./gl/edh

--- Von Gerold Löhle, dpa-AFX ---

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