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ots.CorporateNews Börsen-Zeitung / Börsen-Zeitung: Wenn Logik Probleme schafft, Kommentar ...

Autor: dpa-AFX
 |  07.02.2012, 20:11  |  151 Aufrufe  |   0  | 

Börsen-Zeitung: Wenn Logik Probleme schafft, Kommentar zum

Zusammenschluss des Bergbaukonzerns Xstrata mit dem Rohstoffhändler

Glencore, von Martin Dunzendorfer.

Frankfurt (ots) - Der Zusammenschluss des Bergbaukonzerns Xstrata

mit dem Rohstoffhändler Glencore folgt - wie die Partner auch betonen

- industrieller Logik. Mit der Verschmelzung entsteht ein in der

Branche bisher einzigartiges Unternehmen, das von der Suche nach

neuen Vorkommen über deren Abbau, Veredelung und Transport bis hin

zum Verkauf an die Endverbraucher die gesamte Wertschöpfungskette

abdeckt.

Bislang verdient Glencore ihr Geld ganz überwiegend mit dem An-

und Verkauf von Rohstoffen. Der Handel gilt aber als margenschwach.

Xstrata ist als klassische Minengesellschaft u.a. führend in der

Produktion von Kraftwerkskohle, Zink und Ferrochrom. Das Geschäft

wirft hohe Renditen ab, ist aber volatil, weil konjunkturabhängig.

Nach der Fusion wird Xstrata die produzierten Rohstoffe noch mehr

als bisher in das Handelsnetz von Glencore einspeisen - aber dann zu

einer günstigeren Zeit, auch weil der auf der Absatzseite tätige

Partner früh signalisieren wird, wenn wegen eines absehbaren

Angebotsüberhangs eine Drosselung der Förderung zu empfehlen ist oder

wegen eines zu erwartenden Defizits eine Produktionsausweitung.

Dadurch werden die Konzernerträge optimiert. Umgekehrt wird Glencore

von mehr Informationen über die Fördersituation durch Xstrata

profitieren. Zudem wird die Größe der Gruppe Investitionen in

Projekte ermöglichen, die für jede der beiden Parteien allein bislang

schlichtweg zu kostspielig und zu risikoreich gewesen wären.

Die Verschmelzung der beiden Rohstoffkonzerne hat also aus Sicht

von innen durchaus ihren Charme. Wäre da nur nicht der Argwohn der

Konkurrenz. Aus den gleichen oder ähnlichen Gründen, mit denen

Xstrata und Glencore für ihre Fusion werben, dürften Branchenriesen

auf Produzentenseite wie BHP Billiton, Rio Tinto, Vale und Anglo

American künftig ihre Rohstoffe lieber durch Rivalen von Glencore

absetzen lassen, etwa die beiden schweizerisch-niederländischen

Konzerne Trafigura und Vitol und die amerikanische Cargill.

Schließlich bleibt Xstrata ein Rivale, gegen den es zu punkten gilt.

Allein durch ein Angebot von Rohstoffen an Glencore würde aber

Xstrata wertvolle Informationen über die Wettbewerbslage erlangen.

Und wer stellt schon gern vertrauliche Daten der Konkurrenz zur

Verfügung? So wird die 'industrielle Logik' auch beträchtliche

Probleme schaffen. Noch mehr, wenn andere Rohstoffproduzenten dem

Vorbild folgen und sich mit Händlern zusammentun. Die

Glencore-Rivalen Trafigura und Vitol sind noch in privater Hand.

(Börsen-Zeitung, 8.2.2012)

Originaltext: Börsen-Zeitung

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Pressekontakt:

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