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260 Prozent Zuwachs Noch ist Indien die Nummer 1 im weltweiten Goldkonsum. Doch China ist dem Subkontinent auf den Fersen.

 |  08.02.2012, 16:03  |  1057 Aufrufe  |   0  | 

Noch ist Indien die Nummer 1 im weltweiten Goldkonsum. Doch China ist dem Subkontinent auf den Fersen.

Offizielle Statistiken zu den chinesischen Goldeinfuhren sind nicht immer leicht zu erhalten. Zudem zweifeln Experten oft an ihrem Wahrheitsgehalt. Viele glauben, dass chinesische Behörden in dieser Hinsicht nur das sagen, was sie sagen wollen. Laut neuesten Erkenntnissen hat China 2011 allein über Hongkong 428 Tonnen Gold ins Land eingeführt. Das ist ein Plus von 260 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Niemand kann mit Sicherheit sagen, wohin das Gold gegangen ist, ob der private Konsum so stark war, ob die Industrie das Gold nachgefragt hat oder ob der Staat selber als Käufer auftritt.

Doch ein Indiz macht klar, dass der private Verbraucher nicht unbedingt die treibende Kraft hinter den Käufen sein muss, obwohl die Regierung entsprechende Kaufkampagnen lanciert. Denn im Dezember werden via Hongkong nur 38,6 Tonnen Gold eingeführt. Das ist ein Minus von mehr als 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Theoretisch sollte die Nachfrage aber gerade zum Jahreswechsel besonders stark sein, zudem der Goldpreis nicht hoch war. Im Januar feiert China sein Neujahrsfest, da sind Goldgeschenke Tradition. Doch die Privatverbraucher kurbeln die Nachfrage in der Statistik nicht an, obwohl in den vergangenen Wochen Einzelhändler und Juweliere von Rekordabsätzen berichtet haben. Somit scheint der Großteil des Goldes nicht in private Kanäle zu gehen.

Das nährt die Spekulationen, dass die Zentralbank Chinas sich 2011 erneut große Goldreserven gesichert hat und in ihren Safes bunkert. Seit Jahren gibt es keine offiziellen Daten mehr zu den chinesischen Goldreserven, zuletzt veröffentlichte die Regierung im Jahr 2008 entsprechende Daten. Damals besaß die Zentralbank rund 1.050 Tonnen Gold. Experten gehen davon aus, dass sich dieser Schatz seitdem deutlich vergrößert hat, selbst eine Verdopplung wird nicht ausgeschlossen.

Neben den Rekordeinfuhren kommen große Goldmengen auch aus dem Lande selber. China sitzt auf dem weltweiten Spitzenplatz der Goldförderer. 2011 waren es etwa 360 Tonnen, die man produzierte. So lässt sich ausrechnen, dass das Land, da man selber kein Gold exportiert, 2011 mindestens 790 Tonnen Gold verbraucht hat. Damit kommt man nahe an die indischen Verbrauchswerte heran. Dort wurden 2010 745 Tonnen verbraucht, für 2011 wird mit einem Verbrauch von klar über 800 Tonnen gerechnet. China und Indien sorgen damit für rund 65 Prozent der weltweiten Nachfrage nach Gold. Es wird geschätzt, dass 2011 rund 2.500 Tonnen weltweit konsumiert wurden. Somit haben diese beiden Länder eine gewaltige Marktmacht und mit ihrem Konsumverhalten größeren Einfluss auf den Preis des Edelmetalls. Andere Länder zeigen jedoch ebenfalls einen immer größeren Hunger nach dem begehrten Metall. Vor allem der Mittlere Osten zeigt Nachholbedarf.


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