ROUNDUP Credit Suisse stürzt im vierten Quartal tief in die roten Zahlen
ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Turbulenzen an den Finanzmärkten haben der Schweizer Großbank Credit Suisse
Die Verwerfungen an den Kapitalmärkten trafen die Credit Suisse an vielen Stellen. Angesichts der großen Verunsicherung hielten sich viele Anleger beim Investieren zurück. Erschwerend kam für die Schweizer die Stärke des Franken hinzu. Daraus entstand der Bank nach eigenen Angaben eine Belastung von gut 900 Millionen Franken im Vergleich zu 2010. Zum Jahresende verbuchte die Bank zudem Belastungen von fast einer Milliarde Franken vor Steuern für den Konzernumbau, den Rückzug aus einigen Geschäftsfeldern und den beschleunigten Abbau von Bilanzrisiken.
RISIKOABBAU BESCHLEUNIGT
Vorstandschef Dougan hatte bereits im November ein umfangreiches Sparprogramm angekündigt, dem 3.500 Stellen zum Opfer fallen. So will der US-Manager bis Ende 2013 die Kosten um zwei Milliarden Franken senken. Er fährt vor allem das schwankungsanfällige Investmentbanking herunter und baut die Vermögensverwaltung um. Um die neuen, strengeren Kapitalvorschriften für Banken vorzeitig zu erfüllen, will Dougan zudem bereits bis Ende März - neun Monate früher als geplant - die Risikoanlagen um 80 Milliarden Franken abbauen. 35 Milliarden Franken schaffte die Bank bereits im vierten Quartal.
Wie bei vielen Konkurrenten auch verschlechterte sich von Quartal zu Quartal vor allem das Investmentbanking und kam im Gesamtjahr nur noch auf einen Mini-Gewinn von 79 Millionen Franken (2010: 3,5 Milliarden). Im Schlussquartal fuhr es einen Vorsteuerverlust von 1,3 Milliarden Franken ein. Aber auch im Privatkundengeschäft musste die Bank Federn lassen. Der Vorsteuergewinn sank um 31 Prozent auf 2,3 Milliarden Franken.
IMAGESCHADEN WEGEN STEUERSTREITIGKEITEN
Unter anderem belasteten Rückstellungen für Steuerstreitigkeiten das Ergebnis. Die Beilegung eines Verfahrens der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung kostete die Bank 180 Millionen Franken. In den USA ermitteln die Behörden in einem ähnlichen Fall. Dafür legte die Bank bereits 295 Millionen Franken zurück. 'Die Credit Suisse will verantwortungsvoll und im Einklang mit ihren gesetzlichen Verpflichtungen mit den Behörden in den USA und in der Schweiz zusammen eine Lösung in dieser Angelegenheit finden', hieß es in der Mitteilung des Unternehmens.
Die Credit Suisse zählte insgesamt jedoch wie die Deutsche Bank
BANK SIEHT GUTEN JAHRESAUFTAKT
Für dieses Jahr gibt sich die Bank recht optimistisch. 'Wir sind uns des anhaltend ungewissen Markt- und Konjunkturumfelds bewusst. Gleichzeitig stimmt uns unser guter Start ins Jahr 2012 zuversichtlich', sagte Dougan. Die bereinigte Eigenkapitalrendite seit Jahresbeginn entspreche auch dank des eingeleiteten Kosten- und Risikoabbaus dem Zielwert von 15 Prozent. Das Sparprogramm laufe planmäßig, es soll bereits in diesem Jahr die Kosten um 1,2 Milliarden Franken drücken./enl/stw/wiz

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