EUR/USD Zu einem Griechenland-Rausschmiss wird es nicht kommen
Zu einem Rausschmiss Griechenlands wird es wohl nicht kommen. Der Ton der Verantwortlichen in Europa in Richtung Athen wird jedoch schärfer, wollen sie doch eine Insolvenz Griechenlands und die aktuell noch sehr schwer abzuschätzenden Folgen mit allen Mitteln verhindern.
Und vielleicht haben die Märkte eine mögliche positive Entwicklung der europäischen Schuldenproblematik schon vorweggenommen. Wer hätte jüngst noch gedacht, dass der Euro wieder auf einen Stand von 1,33-Dollar klettern würde?
Nachdem der Euro die 1,33-Dollar-Marke genommen hat, fragt man sich wo das Ende dieser Bewegung ist, denn schließlich belastet die Situation in Griechenland noch immer den Euro. Ich glaube nicht, dass der Euro kurzfristig zu einem Höhenflug ansetzen wird. Den Deckel bildet in diesen Tagen vor allem der zähe Verhandlungsmarathon in Griechenland über Sparmaßnahmen und Schuldenschnitt. Mal sind es die Fragen über die Höhe eines Schuldenschnitts, ein anderes Mal wieder die geforderten Sparmaßnahmen für ein weiteres Hilfspaket, die nicht so richtig vorankommen wollen.
Griechenland befindet sich in einer Zwickmühle. Im Reformpaket geforderte Lohnkürzungen für Beamte und ein niedrigerer Mindestlohn für alle – insgesamt Lohnsenkungen um 25 Prozent – stoßen bei Gewerkschaften und Arbeitgebern auf großen Widerstand. Das zeigt auch der Generalstreik in Griechenland, bei dem die Gewerkschaften gegen die neuen Sparmaßnahmen mobil machen und das öffentliche Leben quasi lahmlegen.
Es gibt aber noch andere Nachrichten, die aktuell für den US-Dollar und weniger für den Euro sprechen. Vergangenen Freitag war die Überraschung perfekt: Mit 243.000 neu geschaffenen Stellen in den USA (außerhalb der Landwirtschaft) hatte kein Marktteilnehmer gerechnet. Das höchste aller Gefühle in den Erwartungen waren nur 225.000, der Schnitt lag gar bei 150.000. Die Arbeitslosigkeit ist damit auf den tiefsten Stand seit fast drei Jahren gesunken. Die Konjunktur der weltgrößten Volkswirtschaft nimmt also mehr Fahrt auf, während Europa wegen der Schuldenkrise nicht in Gang kommt. Den Höhenflug des DAX im bisherigen Jahresverlauf mit den positiven Konjunktur- und Marktdaten aus den USA sehe ich hier im Zusammenhang. Die US-Märkte haben wieder das Niveau der Höchststände aus 2011 erreicht. Wenn es in diesem Jahr tatsächlich zu einer Lösung des europäischen Schuldenproblems kommen sollte, gibt es beim DAX noch weiter Luft nach oben.

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