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Credit Suisse will im US-Steuerstreit Anklage unbedingt vermeiden

Autor: dpa-AFX
 |  09.02.2012, 11:48  |  138 Aufrufe  |   0  | 

ZÜRICH (dpa-AFX) - Die Schweizer Großbank Credit Suisse kämpft um ihren Ruf. Im Steuerstreit mit den USA will das Unternehmen eine Anklage unbedingt vermeiden, wie Bankchef Brady Dougan am Donnerstag in Zürich sagte. Es sei aber kompliziert. 'Wir tun alles, was wir können, um mit den Behörden zu kooperieren.' In der vergangenen Woche hatte die US-Justiz Klage gegen die Privatbank Wegelin eingereicht. Das ältestes Geldhaus der Schweiz soll nach Angaben der Staatsanwälte US-Steuerzahlern geholfen haben, mehr als 1,2 Milliarden Dollar an der Steuerbehörde vorbeizuschleusen.

Ähnliche Ermittlungen laufen gegen weitere Schweizer Banken. Das Institut Julius Bär rechnet mit einer Strafzahlung. Die Credit Suisse hatte bereits im dritten Quartal dafür 295 Millionen Franken zurückgelegt. Bankchef Dougan schloss nun nicht aus, dass auch noch höhere Belastungen auf sein Institut zukommen könnten. Es sei 'Plan A, B und C' der Credit Suisse, dass es nicht zu einer Anklage komme. Der Fall Wegelin zeige, wie ernst die Sache sei.

Im vergangenen Jahr hatte die US-Justiz bereits acht Banker angeklagt, die US-Kunden dabei unterstützt haben sollen, unversteuertes Geld auf geheime Bankkonten zu schaffen. Darunter war auch der frühere Nordamerika-Chef von Credit Suisse. Die zweite Schweizer Großbank UBS hatte einen ähnlichen Steuerstreit mit den USA vor mehr als einem Jahr gelöst. Dafür zahlte das Institut 780 Millionen Dollar Strafe und musste zudem Daten von rund 4.500 möglichen US-Steuersündern herausrücken.

Dougan stellte sein Haus am Donnerstag als geläutert dar. 'Wir haben hart daran gearbeitet, dass wir unser Geschäft verantwortungsvoll betreiben.' Die Credit Suisse Bank versuche 'ihr Bestes', dass nur versteuertes Geld hereinkommt. Garantieren könne er dies aber nicht. Inwiefern die Ermittlungen Einfluss auf die Entwicklung der Kundengelder habe, wollte Dougan nicht sagen. Im vierten Quartal flossen der Bank konzernweit unter dem Strich kaum noch neue Kundengelder zu.

Auch in Deutschland sah sich die Bank mit Ermittlungen wegen Beihilfe zur Steuerhinterziehung konfrontiert. Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft legte im Herbst 2011 ein Verfahren gegen die Zahlungen von 150 Millionen Euro bei. Die Ermittlungen waren durch den Ankauf von einer gestohlenen CD mit Kundendaten von mehr als 1.000 mutmaßlichen deutschen Steuersündern ausgelöst worden.

Die Bundesregierung hat inzwischen mit der Schweiz ein umstrittenes Abkommen vereinbart, mit dem die Steuerstreitigkeiten gelöst werden sollen. Die Opposition lehnt die Regelung ab und hat ihren Widerstand im Bundesrat angekündigt. Besonders umstritten ist die geplante Regelung zur Besteuerung der in der Schweiz seit Jahren angelegten Schwarzgeld-Milliarden. Schweizer Banken sollen verpflichtet werden, auf Alt-Vermögen noch nicht entdeckter deutscher Bankkunden - rückwirkend auf zehn Jahre - einmalig eine Pauschalsteuer zwischen 19 und 34 Prozent an den deutschen Fiskus zu überweisen. Die Kritik daran lautet, dass Steuerbetrüger damit beiseite geschafftes Geld anonym legalisieren könnten./enl/stw/wiz

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