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Update: Krimi in Athen Einigung in Griechenland über Sparmaßnahmen erzielt

 |  09.02.2012, 14:36  |  1310 Aufrufe  |   0  | 

Durchbruch in Athen? Einem Medienbericht zufolge haben sich die Parteispitzen der Übergangsregierung in Griechenland mit den Vertretern der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF) auf einen Sparplan geeinigt. 

Die Finanzmärkte ziehen nach Bekanntwerden der Nachricht an. Der DAX stieg um 14.18 Uhr auf ein neues Tageshoch von 6.838,13 Punkten (plus 1,32 Prozent) und markierte damit den höchsten Stand seit August 2011. Derzeit notiert der deutsche Leitindex bei einem Plus von 1,18 Prozent bei 6.828,23 Zählern. Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 erklomm um 14.13 Uhr ein neues Tageshoch von 2.542,98 Punkten und notiert derzeit mit 1,02 Prozent im Plus bei 2.538,45 Zählern. Der Technologieindex TecDAX verweist derzeit auf ein leichtes Plus von 0,25 Prozent bei 775,53 Punkten.

Nach der Einigung über das neue Athener Sparprogramm sind die EU-Finanzminister gefragt. Sie werden am heutigen Abend in Brüssel über die Situation in Griechenland und das zweite Hilfspaket im Volumen von 130 Milliarden Euro beraten. An dem Treffen werden auch EZB-Präsident Mario Draghi und IWF-Chefin Christine Lagarde teilnehmen. 

 

Update: Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Drahi, bestätigte inzwischen die Pressemeldungen: "Vor ein paar Minuten habe ich einen Anruf des griechischen Ministerpräsidenten bekommen, der mir sagte, dass eine Einigung erzielt wurde", sagte Draghi am Donnerstagnachmittag in Frankfurt/Main. Weitere Einzelheiten über die Einigung der Regierungsparteien in Athen und das Sparpaket wurden zunächst nicht bekannt. 

Die Koalitionsregierung in Griechenland will im Kampf gegen die Staatspleite weitere Sparmaßnahmen umsetzen. Streitpunkt waren bis zuletzt die anvisierten Rentenkürzungen. Die EU-Kommission hatte zuvor betont, es dürfe keine weitere Zeit verloren gehen: "Wir arbeiten gegen die Zeit", sagte der Sprecher von EU-Währungskommissar Olli Rehn am Donnerstag in Brüssel.
 
Der Athener Wirtschaftsminister Michalis Chrysochoidis warnte unterdessen vor "einem großen Knall" in der griechischen Gesellschaft. Die "wichtigste Frage dieses Landes wird bald dem Erhalt des sozialen Friedens gelten", sagte der Wirtschaftsminister in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
 
Auf die Frage einer möglichen Beteiligung der Europäischen Zentralbank (EZB) an einem Schuldenschnitt in Griechenland hielt sich EZB-Chef Draghi weiterhin bedeckt. "Ich kann nichts dazu sagen, wie unsere Griechenland-Bonds behandelt werden", antwortete Draghi auf die Frage, wie die Notenbank mit den griechischen Staatsanleihen im Portfolio verfahren wolle. Die EZB war bei der Frage einer Umschuldung in Griechenland unter Druck geraten. Seit Frühjahr 2010 hatte sie griechische Staatsanleihen am freien Markt deutlich unter Nennwert gekauft und damit das erste Rettungspaket für Athen flankiert. Das Volumen wird von Experten auf rund 50 Milliarden Euro geschätzt. Bislang hatte sich die Notenbank strikt geweigert, sich an einem freiwilligen Schuldenschnitt für das pleitebedrohte Griechenland zu beteiligen. 
 
(Redaktion w:o, dpa-AFX)

 

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