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ots.CorporateNews Börsen-Zeitung / Börsen-Zeitung: Ende des Eurosystems, Kommentar zum ...

Autor: dpa-AFX
 |  09.02.2012, 21:13  |  183 Aufrufe  |   0  | 

Börsen-Zeitung: Ende des Eurosystems, Kommentar zum EZB-Ratsbeschluss,

dass künftig kein einheitlicher Sicherheitenrahmen mehr im

Währungsgebiet gilt, von Stephan Balling.

Frankfurt (ots) - Das Eurosystem ist am Ende. Nein, das heißt

nicht, dass der Euro Geschichte ist. Aber gestern vollzog das

Eurosystem der Zentralbanken (ESZB) einen fundamentalen

Paradigmenwechsel. Der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB)

beschloss, dass künftig kein einheitlicher Sicherheitenrahmen mehr im

Währungsgebiet gilt. Damit wird die Geldpolitik ein gutes Stück

renationalisiert.

Wenn sich Geschäftsbanken beim Eurosystem refinanzieren wollen,

müssen sie dafür bei ihrer nationalen Zentralbank Sicherheiten - etwa

in Form von Wertpapieren - hinterlegen. Bisher galten dabei in ganz

Euroland einheitliche Standards. Das ist nun nicht mehr so. In einer

Reihe von Euro-Mitgliedsländern gehen den Banken offenbar die

Sicherheiten aus, gleichzeitig hängen sie am Tropf der Geldpolitik.

Sieben nationale Zentralbanken werden deshalb künftig auf eigene

Rechnung ihren Banken Geld leihen, gegen schwächere Sicherheiten.

Sicher, es gab schon vorher einen Weg für die nationalen

Zentralbanken, die gemeinsamen Standards zu umgehen: Die

Liquiditätshilfen für Notfälle (ELA, Emergency Liquidity Assistance).

Nationale Zentralbanken können ihren Geschäftsbanken im Notfall ELA

bereitstellen, auch hier können sie vom einheitlichen

Sicherheitenrahmen abweichen. Allmählich wird aus dem Notfall der

Regelfall. Zwar muss die nationale Ebene den EZB-Rat über ELA und

eine Lockerung des Sicherheitenrahmens informieren. Aber bisher ist

noch kein Fall bekannt, in dem der Rat sein Veto eingelegt hat.

Wer sich über Eurolands Geldpolitik informieren will, findet auf

den Internetseiten der EZB nur noch die halbe Wahrheit. Die wirklich

entscheidenden Dinge sind mittlerweile bei den 17 nationalen

Zentralbanken zu finden. Die einen bauen dabei wachsende und immer

schlechter besicherte Forderungen gegen die maroden Geschäftsbanken

ihrer Ländern auf. Die anderen, allen voran die Bundesbank,

verzeichnen wiederum über das Target-2-System - Eurolands

Zahlungssystem der Zentralbanken - wachsende Forderungen gegen andere

Notenbanken mit schwachen Geschäftsbanken und schlecht besicherten

Forderungen.

Dabei kann Draghi Sorgen in Deutschland über die wachsenden

Target-Forderungen nicht zerstreuen. Sein pauschaler Verweis auf ein

gutes Risikomanagement überzeugt nicht. Dafür wären schon ein paar

Details nötig. Auch das schlichte Negieren der Target-2-Risiken für

die Bundesbank ist ein Armutszeugnis. Sind das womöglich

Auflösungserscheinungen?

(Börsen-Zeitung, 10.2.2012)

Originaltext: Börsen-Zeitung

Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/30377

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Pressekontakt:

Börsen-Zeitung

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Telefon: 069--2732-0

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