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Geistlos US-Neuarbeitlose unerwartet niedrig; wenig vertrauenerweckende Griechen einigen sich; Draghi akzeptiert zukünftig Banken Restmüll; Japaner trauen dem Frieden nicht und nehmen Gewinne mit; Lenovo trotz Festplattenflaute; Thomson Reuters mit Verlust; Atomar

 |  10.02.2012, 08:48  |  515 Aufrufe  |   0  | 

Wieder einmal sollen wir über den Tisch gezogen werden. Griechenland würde jedes Papier unterschreiben, um an das dringend benötige Kapital zu kommen. Insofern ist es die Tinte nicht wert. Die Bad Notenbank EZB zeigt, dass sie alles tut, um der Notenbank auch noch den letzten Glauben an sie zu vertreiben. Einfallsreichtum ist gefragt. Wie bei unserem Bundespräsidenten. Wieso gleich bar zahlen, wenn man vorher seine Freunde bezahlen lassen kann? Das dringend benötigte Vertrauen gewinnt man so nicht.

Globalyze Marktbericht

 

Die Einigung in Griechenland und eine Verbesserung am Arbeitsmarkt sorgte an der Wall Street für Entspannung. So fiel die Zahl der Neuarbeitslosen um 15.000 auf 358.000. Erwartet wurden 370.000. Dow, Nasdaq und S&P 500 stiegen daraufhin um +0,05% (12.890), +0,39% (2.927) und +0,15% (1.351). Dabei waren Technologie- und Konsumaktien gesucht. United Technologies war mit +2,5% einer der stärksten Werte. Größte Verlierer waren Diamond Foods mit -37% und Groupon mit -14%. Während ersterer ein Restatement der Abschlüsse 2010 und 2011 ankündigte und ein Schwäche interner Kontrollen zugab, zog beim gehypten Rabattportal der unerwartete Verlust den Kurs nach unten.

 

Auch in Frankfurt war die Erleichterung über die Einigung der griechischen Parteien spürbar. Allerdings dämpfte die Ankündigung des deutschen Finanzministers, dass seitens der EU am Abend keine Beschlüsse fallen werden. Wobei auch das alles Show ist. Die EU wird am Ende zustimmen. Wobei für mich schon heute klar ist, dass wir das Geld nicht mehr sehen werden. Die Griechen haben noch nicht einmal eine Zusage eingehalten. Warum sollten sie es jetzt tun? Zudem war das wochenlange Hin und Her alles andere als vertrauensbildend. Vielleicht sollte man die Milliarden hungernden Kindern in der Welt geben, damit würden wir wenigstens etwas Gutes tun. Die Bad Notenbank EZB hat den Leitzins unverändert gelassen. Wohingegen Großbritanniens Notenbank 50 Mrd. Pfund zusätzlich in den Kreislauf gab. Interessant war, dass Draghi keine Angaben zu den griechischen Staatsanleihen in Notenbankhand machte. Und ankündigte noch schlechtere Risiken von den Banken abzukaufen. Im Dax lagen Daimler und BMW mit +4,00% und +3,65% vorn. Lufthansa war mit -2,01% Schlusslicht. Im Tec Dax setzen sich Solarworld und Centrotherm Photovoltaics mit +3,51% und +2,96% an die Spitze. Nordex lag mit -6,27% ganz hinten.

 

Tokyo eröffnete zwar freundlich, rutsche dann aber wegen Gewinnmitnahmen nach und nach ins Minus. Der Nikkei ging mit -0,27% und 8.977 Punkte aus dem Handel. So richtig trauen die Japaner dem Athener Frieden nicht. Bei den Branchen waren Lufttransport, Banken und Konsumfinanzen die größten Verlierer. Seetransport, Elektrizität und Gas sowie Information und Kommunikation gehörten zu den größten Gewinnern. Bei den Unternehmen waren Toshiba mit +3,7% und Mitsui O.S.K. die großen Kursgewinner. +3,6%. Softbank legte aufgrund positiver Berichte zum iPad Nachfolger um +3,8% zu. Am Ende standen 970 steigende Aktien, 535 fallenden Aktien gegenüber. 167 waren unverändert.

 

Globalyze Pressetour

 

Thomson Reuters meldet Verlust. Wegen der 3 Mrd. Dollar schweren Firmenwertabschreibung auf die in 2008 erworbene Reuters Group Plc. weist der Finanzinformationslieferant einen Verlust von -2,57 Mrd. Dollar aus.

 

Standpunkt: Dabei ist der Umsatz um +3,4% auf 3,58 Mrd. Dollar gestiegen. Ohne diese Abschreibung läge das Unternehmen leicht im Plus. Wobei das nicht die derzeitigen Schwierigkeiten verdecken kann. So werden mit den Property Tax Services, Law School Publishing und Financial and Risk drei Geschäftsbereiche verkauft. Ein Kauf ist Thomson Reuters derzeit wohl trotzdem nicht.

 

LinkedIn Sozialisierung klappt. Nach einem schlechten 3. Quartal verdoppelte  das soziale Business Netzwerk aus den USA den Umsatz von 81,7 Mio. Dollar auf 167,7 Mio. Dollar. Der Gewinn legte um +30% auf 6,9 Mio. Dollar zu.

 

Standpunkt: Der Grund für dieses gute Ergebnis sind stark wachsende Online-Werbeeinnahmen des mittlerweile über 150 Mio. Mitglieder verfügenden Unternehmen. Für das gegenwärtige Quartal erwartet das Unternehmen übrigens nur einen Umsatz von 170 bis 175 Mio. Dollar. Ob das die hohe Bewertung rechtfertigt?

 

Lenovo trotz Festplattenflaute. Mit einem Umsatzwachstum von +44% auf 8,4 Mrd. Dollar und einem Gewinnsprung von +54% auf 153 Mio. Dollar stellt das Lenovo trotz der Thailandflut bedingten Festplattenflaute seine Performance unter Beweis.

 

Standpunkt: In China hat das Unternehmen Umsatz-Wachstumszahlen von +30% auf 3,5 Mrd. Dollar. Die Anzahl der PC-Verkäufe stieg dort um +28%. Das ist doppelt so gut wie das Wachstum der gesamten Industrie. In den gesättigten westlichen Ländern konnte Lenovo mit der Akquisition der Medion punkten. Wobei auch das neue Joint Venture mit NEC eine Rolle spielte. Damit konnte das Unternehmen seinen Marktanteil um +3,5 Prozentpunkte auf 14 Prozent ausbauen und hat nur noch HP vor der Nase. Respekt!

 

Hartwährung Vertrauen. Nach wochenlangen Verhandlungen hat Griechenland nun widerstrebend eingelenkt. Die Bad Notenbank EZB willigt gegen den Geist der Satzung einem indirekten Schuldenschnitt ein. Vertrauen wird so weiter verspielt.

 

Standpunkt: Das knappste Gut hat den höchsten Preis. Das ist 1. Semester Volkswirtschaftslehre. Und was ist das knappste Gut derzeit? Vertrauen! Das hat keiner von den derzeitig handelnden Marktakteuren oder Politikern bzw. Politinstitutionen verdient. Die Bad Notenbank EZB verlässt die aus guten Gründen eng gesetzte Fahrrinne und verstößt wieder einmal zumindest gegen den Geist der Notenbanksatzung. Die noch nie eine Zusage eingehaltenen Griechen würden derzeit notgedrungen zu allem nicken. Einhalten werden sie das was auf dem Papier steht nicht. Wetten? Und so ist jeder Cent, den wir nach Griechenland überweisen, ein verlorener Cent. Vielleicht sollten wir den besser Brot für die Welt geben. Da wäre er besser aufgehoben. Und was die EU-Politiker jetzt tun, ist doch auch nur eine Riesenshow. Da tut man so, als ob man mit sich ringt. Es ist doch hinter den Türen längst beschlossene Sache gutes Geld schlechtem hinterherzuwerfen. Das ist an der Grenze zur Untreue. Aber da wir das Geld sowieso mit vollen Händen an marode Banken rausschmeißen ist es eh egal. Wir haben es scheinbar noch.

 

Atomare Renaissance. In den USA hat die Nukleare Regulierungskommission erstmals seit 1986 wieder der Bau von 2 14 Mrd. Dollar teuren Atomreaktoren im AKW Vogtle in Georgia gebilligt. Sie werden 2016 bzw. 2017 ans Netz gehen.

 

Standpunkt: In den USA sind in 60 Atomkraftwerken derzeit mehr als 160 Reaktoren in Betrieb. Nun, nach einer kurzen Fukushima-Pause wird das Atomprogramm fortgesetzt. Obama sieht in der Ausweitung eine Verringerung von der Abhängigkeit der fossilen Brennstoffen. Damit hat er genauso recht wie, damit das Atomkraftwerke unter dem Aspekt Klimaschädlichkeit vorbildlich sind. Auch, wenn man das im hysterischen Deutschland nicht gerne hört. Die Welt außerhalb Deutschlands, insbesondere die aufholenden Schwellenländer, brauchen nichts mehr als Energie und Strom. Den werden sie bei aller Liebe nicht mit Solarstrom decken können. Und so steht der Atomkraft außerhalb Deutschlands eine Renaissance bevor.

 

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