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Börsen in Europa-Schluss Zurückhaltender Handel, Bankwerte im Fokus

 |  16.02.2012, 20:22  |  1292 Aufrufe  |   0  | 

Paris (aktiencheck.de AG) - Die wichtigsten europäischen Aktienindizes verzeichneten am Donnerstag mehrheitlich Abschläge. Zunehmende Zweifel an der finanziellen Rettung Griechenlands ließen die Anleger dabei Gewinne mitnehmen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 (ISIN EU0009658145/ WKN 965814) verlor 0,18 Prozent auf 2.489,35 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 (ISIN EU0009658160/ WKN 965816) gewann leicht hinzu auf 2.495,82 Zähler. Die europäischen Länderbörsen zeigten eine negative Tendenz.

Reed Elsevier (ISIN GB00B2B0DG97/ WKN A0M95J) rückten an der Spitze des FTSE 100 um 2,9 Prozent vor. Der Verlagskonzern hat seinen Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr 2011 deutlich gesteigert. Indes sanken die Umsatzerlöse um 1 Prozent auf 6,00 Mrd. GBP, nach 6,06 Mrd. GBP in 2010. Der Nettogewinn stieg aber um 18 Prozent von 642 Mio. auf 760 Mio. GBP. BAE Systems (ISIN GB0002634946/ WKN 866131) verschlechterten sich um 2,3 Prozent. Der Rüstungskonzern teilte mit, dass sein Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr trotz rückläufiger Umsätze gestiegen ist, was auf positive Einmaleffekte zurückzuführen ist. Der den Aktionären zuzurechnende Nettogewinn belief sich auf 1,24 Mio. Britische Pfund (GBP), gegenüber einem Gewinn von 1,05 Mrd. GBP im Vorjahr. Der Umsatz verringerte sich um 14 Prozent auf 19,15 Mrd. GBP. Das operative Ergebnis blieb mit auf 1,58 Mrd. GBP auf Vorjahresniveau (1,60 Mrd. GBP). Größter Verlierer im FTSE 100 waren indes Aktien von Evraz, die 3,6 Prozent verloren.

In Frankreich richtete sich der Fokus der Investoren vor allem auf die Aktie der Société Générale (ISIN FR0000130809/ WKN 873403). Die Bank hatte im vierten Quartal einen drastischen Gewinneinbruch zu verkraften, was auf einen Verlust im Investment Banking sowie auf Abschreibungen zurückzuführen war. Die Erwartungen des Marktes wurden damit verfehlt. Auch im Gesamtjahr wurde ein erheblicher Gewinnrückgang ausgewiesen. Der Nettogewinn belief sich im vierten Quartal auf 100 Mio. Euro, gegenüber 874 Mio. Euro im Vorjahr. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 317 Mio. Euro ausgegangen. Belastet wurde das jüngste Ergebnis dabei durch einen Verlust in Höhe von 482 Mio. Euro im Segment Corporate and Investment Banking sowie durch den Verkauf bzw. die Abschreibung problembehafteter Assets. Die Erträge (Net Banking Income) fielen im Schlussquartal um 12,4 Prozent auf 6,01 Mrd. Euro. Die operativen Ausgaben nahmen um 0,9 Prozent auf 4,40 Mrd. Euro ab. Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug der Nettogewinn 2,39 Mrd. Euro, im Vergleich zu 3,92 Mrd. Euro im Jahr 2010. Die Erträge reduzierten sich um 3 Prozent auf 25,64 Mrd. Euro. Der Titel legte um 0,8 Prozent zu. Unterdessen verschlechterten sich AXA (ISIN FR0000120628/ WKN 855705) um 1,3 Prozent. Der Versicherungskonzern hat im abgelaufenen Fiskaljahr dank positiver Einmaleffekte aus Asset-Verkäufen seinen Gewinn deutlich verbessert. Dabei lag der Umsatz mit 86,11 Mrd. Euro unter dem Vorjahreswert von 89,41 Mrd. Euro. Auf vergleichbarer Basis wurde ein Umsatzrückgang von 2 Prozent ausgewiesen. Der Nettogewinn verbesserte sich indessen gegenüber dem Vorjahreswert um 57 Prozent auf 4,32 Mrd. Euro. Der bereinigte Nettogewinn verringerte sich hingegen um 15 Prozent auf 3,59 Mrd. Euro.

Renault (ISIN FR0000131906/ WKN 893113) fuhren um 4,5 Prozent vor. Der Automobilhersteller hat im abgelaufenen Geschäftsjahr einen geringeren Gewinn erwirtschaftet, was mit einem Einmalertrag im Vorjahr und rückläufigen Absatzzahlen in Europa zusammenhängt. Die Erwartungen wurden jedoch erfüllt. Der Nettogewinn belief sich auf 2,09 Mrd. Euro, nach 3,42 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Dabei hatte das Vorjahresergebnis von einem Einmalertrag in Höhe von 2 Mrd. Euro aus dem Verkauf von Aktien des schwedischen Lkw-Herstellers Volvo (ISIN SE0000115446/ WKN 855689) profitiert. Der Umsatz nahm um 9,4 Prozent auf 42,63 Mrd. Euro zu. Der bereinigte operative Gewinn lag mit 1,09 Mrd. Euro auf Vorjahresniveau. Analysten waren hier von einem Gewinn in dieser Größenordnung ausgegangen. Daneben ging es für EDF (ISIN FR0010242511/ WKN A0HG6A) um 1,5 Prozent nach unten. Der Versorger konnte im zurückliegenden Fiskaljahr mit einem deutlichen Gewinnanstieg aufwarten. Der Umsatz lag mit 65,31 Mrd. Euro leicht unter dem Vorjahresniveau von 65,32 Mrd. Euro. Beim Nettogewinn verzeichnete EDF einen deutlichen Anstieg auf 3,01 Mrd. Euro, nach 1,02 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Ohne die Berücksichtigung von Einmaleffekten wurde ein Nettogewinn von 3,52 Mrd. Euro (Vorjahr: 3,11 Mrd. Euro) verbucht.

PPR (ISIN FR0000121485/ WKN 851223) gaben um 3,3 Prozent nach. Der Einzelhandels- und Luxusartikelkonzern hat im abgelaufenen Fiskaljahr einen deutlichen Umsatz- und Ergebnisanstieg eingefahren. Der Umsatz lag mit 12,23 Mrd. Euro über dem Vorjahreswert von 11,01 Mrd. Euro. Unter dem Strich verbesserte sich der Nettogewinn leicht auf 986 Mio. Euro, nach 965 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Um Einmaleffekte bereinigt verzeichnete PPR hingegen einen Anstieg um 26,4 Prozent auf 1,06 Mrd. Euro. Mit einem Plus von knapp 2 Prozent zeigten sich ferner die Anteilsscheine von Technip (ISIN FR0000131708/ WKN 891997) in guter Form. Der Ölfeld-Servicedienstleister steigerte im vierten Quartal sein Ergebnis. Der Umsatz erhöhte sich auf 2,01 Mrd. Euro, nach 1,77 Mrd. Euro im Vorjahreszeitraum. Beim Nettogewinn wurde ein Zuwachs auf 149,5 Mio. Euro ausgewiesen, was gegenüber dem Vorjahreswert einem Plus von 33,2 Prozent entspricht. Pernod Ricard (ISIN FR0000120693/ WKN 853373) verschlechterten sich am Ende des CAC 40 um 3,6 Prozent, nachdem der Likör- und Spirituosenhersteller im ersten Halbjahr einen Umsatz- und Ergebnisanstieg verbuchte. So lag der Umsatz mit 4,61 Mrd. Euro um 8 Prozent über dem Vorjahreswert von 4,28 Mrd. Euro. Das organische Umsatzplus lag bei 11 Prozent. Dank weiter verbesserter Margen kletterte der Nettogewinn auf 800 Mio. Euro, nach 666 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Beim Nettogewinn aus dem fortgeführten Geschäft verzeichnete man einen Anstieg von 16 Prozent auf 843 Mio. Euro. Größter Gewinner im CAC 40 war indes Cap Gemini mit einem Plus von 7,9 Prozent.

Positiv aufgenommen wurde der Quartalsbericht von Nestlé (ISIN CH0038863350/ WKN A0Q4DC). So rückte die Aktie als Spitzenreiter im SMI um 2,1 Prozent vor. Der Nahrungsmittelkonzern hat sein Ergebnis im Geschäftsjahr 2011 deutlich verbessert. Der Umsatz der Gruppe erhöhte sich auf 83,6 Mrd. Schweizer Franken (CHF). Damit erreichte Nestlé ein organisches Wachstum von 7,5 Prozent. Der Nettogewinn betrug 9,5 Mrd. CHF, ein Plus von 8,1 Prozent auf einer weitergeführten Basis. Zurich Financial Services (ISIN CH0011075394/ WKN 579919) gaben daneben um 0,1 Prozent nach. Der Versicherungskonzern hat im vierten Quartal einen Gewinnrückgang verbucht, was mit den Verlusten aus den Überschwemmungen in Thailand und den Nachbeben in Neuseeland zusammenhängt. Die Erwartungen wurden damit verfehlt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr wurde das Ergebnis dagegen gesteigert. Der den Aktionären zurechenbare Reingewinn nach Steuern belief sich im Schlussquartal 2011 auf 557 Mio. US-Dollar, nach 1,04 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 729 Mio. US-Dollar ausgegangen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug der den Aktionären zurechenbare Reingewinn 3,77 Mrd. US-Dollar, nach 3,43 Mrd. US-Dollar im Vorjahreszeitraum.

ABB (ISIN CH0012221716/ WKN 919730) verschlechterten sich daneben als Schlusslicht im SMI um 3,6 Prozent. Der Mischkonzern verlautbarte, dass er im vierten Quartal 2011 dank eines kräftigen Umsatzwachstums sowie konsequenten Kosteneinsparungen eine Steigerung der Rentabilität verzeichnet hat. Die Erwartungen wurden jedoch verfehlt. Der Konzerngewinn belief sich im Schlussquartal auf 830 Mio. US-Dollar, gegenüber 700 Mio. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz nahm um 15 Prozent auf 10,57 Mrd. US-Dollar zu, wobei in Lokalwährungen ein Plus von 16 Prozent verbucht wurde. Analysten waren im Vorfeld von einem Gewinn von 935,9 Mio. US-Dollar und Erlösen von 10,25 Mrd. US-Dollar ausgegangen. Im Gesamtjahr betrug der Konzerngewinn 3,17 Mrd. US-Dollar, gegenüber 2,56 Mrd. US-Dollar im Vorjahr. Der Umsatz wuchs um 20 Prozent auf 37,99 Mrd. US-Dollar zu, wobei in Lokalwährungen ein Plus von 15 Prozent verzeichnet wurde. Schließlich verteuerten sich Givaudan (ISIN CH0010645932/ WKN 938427) um 1,4 Prozent, nachdem der Duft- und Aromenhersteller für das abgelaufene Fiskaljahr einen Gewinnrückgang auswies. So lag der Umsatz mit 3,92 Mrd. CHF unter dem Vorjahreswert von 4,24 Mrd. CHF. Auch beim Nettogewinn verbuchte man einen Rückgang auf 252 Mio. CHF, nach 340 Mio. CHF im Vorjahr.

Mit einem Aufschlag von 4,8 Prozent standen auch die Aktien von Norsk Hydro (ISIN NO0005052605/ WKN 851908) hoch im Kurs. Der Öl- und Aluminiumkonzern hat im vierten Quartal einen Verlust erwirtschaftet, was auf eine Sonderbelastung zurückzuführen ist. Auf bereinigter Basis konnte das Ergebnis jedoch mehr als verdoppelt werden. Der Nettoverlust belief sich demnach auf 749 Mio. Norwegische Kronen (NOK), nach einem Gewinn von 658 Mio. NOK im Vorjahr. Vor Einmaleffekten lag der Nettogewinn bei 876 Mio. NOK (Vorjahr: 376 Mio. NOK). Der Umsatz erhöhte sich um 12 Prozent auf 21,75 Mrd. NOK.

Randstad Holding (ISIN NL0000379121/ WKN 879309) brachen um 4,2 Prozent ein, nachdem der Zeitarbeitsspezialist im vierten Quartal angesichts hoher Einmalbelastungen einen Verlust auswies. Der Umsatz lag mit 4,38 Mrd. Euro zwar über dem Vorjahreswert von 3,89 Mrd. Euro. Angesichts hoher Wertberichtigungen verbuchte Randstad beim Nettoergebnis einen Verlust von 16,5 Mio. Euro, nach einem Nettogewinn von 138,5 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Um Einmaleffekte bereinigt lag der Nettogewinn mit 118,6 Mio. Euro knapp über dem Vorjahreswert von 109,5 Mio. Euro. Auch Akzo Nobel (ISIN NL0000009132/ WKN 914188) ist im vierten Quartal in die Verlustzone gerutscht. Zurückzuführen war dies auf steigende Rohstoffkosten und eine Sonderbelastung. Im Gesamtjahr wurde indes ein Gewinnrückgang verzeichnet. Der Nettoverlust belief sich auf 68 Mio. Euro, gegenüber einem Gewinn von 162 Mio. Euro im Vorjahr. Der Umsatz nahm um 5 Prozent auf 3,79 Mrd. Euro zu. Das EBITDA vor Einmaleffekten betrug im Schlussquartal 301 Mio. Euro (Vorjahr: 377 Mio. Euro). Für das Gesamtjahr wurde ein Nettogewinn von 477 Mio. Euro ausgewiesen, nach einem Gewinn von 754 Mio. Euro im Jahr 2010. Der Umsatz kletterte um 7 Prozent auf 15,7 Mrd. Euro. Das EBITDA vor Einmaleffekten sank um 9 Prozent auf rund 1,8 Mrd. Euro. Die Papiere des Chemiekonzerns gewannen 6,2 Prozent an Wert.

Italien verzeichnete beim Außenhandel im Dezember 2011 nach Angaben der nationalen Statistikbehörde Istat einen Überschuss. So belief sich der Aktivsaldo der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf 1,4 Mrd. Euro, gegenüber einem Defizit in Höhe von 3,0 Mrd. Euro im Vorjahresmonat. Hierbei zogen die Exporte auf Jahressicht um 5,7 Prozent an, wogegen die Importe um 8,4 Prozent nachgaben.

Die spanische Wirtschaft ist im vierten Quartal 2011 gegenüber dem Vorquartal nach Angaben der nationalen Statistikbehörde INE geschrumpft. Im Vergleich zum Vorquartal ist die Wirtschaftsleistung Spaniens um 0,3 Prozent gesunken, nachdem sie im dritten Quartal 2011 unverändert geblieben war. Hierbei handelt es sich um den ersten Rückgang seit dem Schlussquartal 2009. Gegenüber dem Vorjahresquartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,3 Prozent, nachdem es im Vorquartal noch um 0,8 Prozent gestiegen war. Damit belief sich das Wachstum im Gesamtjahr 2011 auf 0,7 Prozent. Weiteren Angaben zufolge geht die spanische Notenbank für 2012 von einem Minus von 1,5 Prozent und für 2013 von einer Steigerung um 0,2 Prozent aus.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.489,35 (-0,18 Prozent) FTSE 100 (London): 5.885,38 (-0,12 Prozent) CAC40 (Paris): 3.393,25 (+0,09 Prozent) MIB (Mailand): 16.369,66 (-0,87 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 8.558,10 (-2,10 Prozent) SMI (Zürich): 6.217,28 (+0,31 Prozent) ATX (Wien): 2.171,44 (-0,63 Prozent) (16.02.2012/ac/n/m)

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