€uro fondsxpress Ausgewulfft
Nun hat es sich endlich ausgewulfft. Mit einer matten, kurzen Rede hat Bundespräsident Christian Wulff den Bettel hingeschmissen. Nun übernimmt Bayerns CSU-Regierungschef Horst Seehofer als derzeitiger Präsident des Bundesrats auch die Funktion des Staatsoberhaupts. Allerdings nur kommissarisch, bis ein neuer Präsident gewählt ist. Die Bundesversammlung hat zur Neuwahl des Bundespräsidenten spätestens 30 Tage nach dem Rücktritt zusammenzutreten. Ende März wissen wir also mehr — auch was die Griechen mit den dann auslaufenden Staatsanleihen machen.
Nun wurde bekannt, dass Griechenland mal flugs rückwirkend die Anleiheklauseln für die Papiere ändern möchte. In diesem Fall wären auch die Notenbanken von der Umschuldung -betroffen. Daher versucht gerüchteweise die Europäische Zentralbank (EZB) , die Anleihen in solche mit längerer Laufzeit zu tauschen. Mit dem Anleihetausch könnte die EZB bei der -erwarteten Beteiligung privater Gläubiger an dem zweiten Rettungspaket für Griechenland -außen vor bleiben und allfällige Verluste vermeiden. Damit wollen Draghi und seine Kollegen vermeiden, dass sie sich dem Vorwurf verbotener Staatsfinanzierung aussetzen.
Denn die EZB hat vehement betont, dass sie nicht bereit ist, einen Verlust durch einen Schuldenschnitt hinzunehmen. Massive Renditeverluste drohen hingegen jedem Fonds- oder Riester-Sparer. Kommt wie geplant die EU-Finanztransaktionsteuer, kostet sie etwa einen Riester-Sparer bei 40 Jahren Laufzeit und 100 Euro monatlicher Sparrate 14 000 Euro! Das haben Experten aus dem genossenschaftlichen Sektor errechnet.
Ein erholsames Wochenende wünscht
Jörn Kränicke, Chefredakteur

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