Griechenland bleibt im Fokus
BNP-Paribas: Aufwärtstrend an den Märkten hält noch. Dennoch sei weiterhin Vorsicht angesagt. Bewertungen nicht zwingend.
"Griechenland machte Fortschritte im Kampf um weitere Rettungsgelder, muss aber noch eine ganze Reihe anderer Herausforderungen meistern", heißt es im wöchentlichen Strategieausblick von BNP-Paribas Investment Managers. In diesem Zusammenhang sei es ermutigend, dass die Risikozuschläge für spanische, italienische und sogar portugiesische Staatsanleihen in den vergangenen Wochen nachgaben. Portugal liege deutlich über der Schmerzgrenze.
Die Aktienmärkte würden einstweilen durch Geldmarktpolitik und Liquidität gestützt. Durch eine massive Liquiditätsspritze der EZB, die Banken Kredite über einen Zeitraums von drei Jahren einräumte, sei Zeit für die Lösung der Staatsschuldenkrise im Euroraum gewonnen worden. Eine zweite, eventuell noch massivere Liquiditätshilfe stehe kurz bevor. Der Marktkonsens rechne mit 500 Mrd. Euro, womit die Kredite insgesamt circa 10% des Euroraum-BIP ausmachen würden.
Die Bank of Japan habe ebenso wie die Bank of England eine weitere quantitative Lockerung angekündigt. Nach der letzten Aufstockung um 50 Mrd. GBP belaufe sich das Wertpapierankaufprogramm der BoE auf ca. 20% des nominalen BIP Großbritanniens. Die japanische Zentralbank beschloss eine Aufstockung ihres Ankaufprogramms um weitere 10 Billionen Yen auf nahezu 14% des japanischen BIP. "Die Aktienkurse profitieren vom Wolldeckeneffekt der Liquidität und der niedrigen Zinsen", heißt es.
Dennoch sind die BNP-Experten weiterhin vorsichtig. Dies lasse sich aus der insgesamt neutralen Allokation in globale Aktien ablesen. "Unserer Ansicht nach sind die Bewertungen derzeit kein zwingendes Argument für den Kauf von Aktien". Hinzu komme, dass sich die von den Zentralbanken bereitgestellte Liquidität in großen Teilen der Weltwirtschaft nicht in einer Zunahme der Kreditvergabe niederschlage. Last but not least seien die Probleme im Euroraum noch nicht vollständig gelöst, während sich die geopolitischen Spannungen in der Golfregion verschärften.
Obwohl Griechenland am 20. März Staatsanleihen in Höhe von 14,5 Mrd. EUR zurückzahlen müsse, sehe es so aus, als würden die europäischen Finanzminister dem Land mehr Zeit zubilligen, um einige seiner Probleme zu lösen, ehe sie ein zweites Rettungspaket in Höhe von 130 Mrd. EUR absegnen. "Dennoch müsste es unserer Ansicht nach rechtzeitig zu einer Einigung kommen, um einen Zahlungsausfall zu vermeiden".
(DIF)

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