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ROUNDUP Medizinkonzern Fresenius zuversichtlich für 2012 - weiteres Wachstum

Autor: dpa-AFX
 |  21.02.2012, 14:06  |  6875 Aufrufe  |   0  | 

(Neu: Aussagen aus Pressekonferenz, Aktienkurs, weitere Details)

BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Der Medizinkonzern Fresenius ist nach einem Jahr mit einem kräftigen Gewinnplus zuversichtlich für 2012 und rechnet mit einem weiteren Umsatz- wie Ergebnisanstieg. 'Wir haben 2011 die Bestmarken des Vorjahres noch übertreffen können“, sagte Konzernchef Ulf Schneider am Dienstag am Firmensitz des Dax-Konzerns in Bad Homburg. Das Konzernergebnis stieg währungsbereinigt um 18 Prozent auf 770 Millionen Euro, nachdem es im Vorjahr um fast ein Viertel zugelegt hatte.

Der Konzern werde auch zukünftig vom dynamischen Wachstum in den Schwellenländern, der demographischen Entwicklung sowie der zunehmenden Bedeutung von Nachahmermedikamenten (Generika) profitieren. Fresenius mit weltweit rund 150.000 Mitarbeitern gilt mit seiner breiten Aufstellung als eher konjunkturunabhängig.

19. DIVIDENDENERHÖHUNG IN FOLGE

Die Anteilseigner können sich über die 19. Dividendenerhöhung in Folge freuen: Der Hauptversammlung sollen 0,95 Euro je Aktie vorgeschlagen werden und damit zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

2012 hat Fresenius für alle Sparten Zuwächse angekündigt. Auch die jüngsten Zukäufe beim Dialysespezialisten Fresenius Medical Care (FMC ) und dem Krankenhausbetreiber Helios sollen zum Wachstum beitragen: Auf Konzernebene will Fresenius den Umsatz währungsbereinigt um 10 bis 13 Prozent steigern. Das um Sondereinflüsse aus dem Zukauf von APP Pharmaceuticals bereinigte Konzernergebnis soll währungsbereinigt um 8 bis 11 Prozent zulegen. Dies sei eine eher konservative Prognose, sagte Schneider.

AKTIEN LEICHT IM MINUS

Fresenius-Aktien, die 2011 mit einem kräftigen Kursplus zu den wenigen Gewinnern im Dax gehörten, gaben am Nachmittag mit 0,42 Prozent auf 78,05 Euro weniger als der Leitindex nach. Börsianer fanden den Ausblick 'etwas enttäuschend'. Er liege einen Tick unter den aktuellen Markterwartungen. Die Papiere der Fresenius-Beteiligung FMC verloren 1,10 Prozent auf 53,21 Euro.

Wie bereits erwartet, erhöhte Fresenius das Umsatzziel für die Krankenhaussparte Helios von 3,5 Milliarden auf nunmehr 4 bis 4,25 Milliarden Euro für 2015. Bisher waren der Zukauf der norddeutschen Damp-Gruppe und die Übernahme von 51 Prozent am Katholischen Klinikum Duisburg noch nicht berücksichtigt. Der Markt für Übernahmen kommunaler sowie kirchlicher Häuser durch private Krankenhausbetreiber habe 2011 eine deutliche Belebung gesehen, sagte Schneider. Dies dürfte sich auch 2012 fortsetzen. Mit Damp hatte Helios einen der größten Zukäufe auf dem Klinikmarkt seit langem getätigt.

GUTE NACHFRAGE AUS DEN SCHWELLENLÄNDERN

Die Fresenius SE & Co. KGaA profitierte im Vorjahr vor allem von der Entwicklung in den Schwellenländern und Europa. Die gestiegene Nachfrage nach Produkten der Infusions- und Generikatochter Kabi sowie das Wachstum beim größten privaten Krankenhausbetreiber Helios sorgten für einen Umsatz von 16,5 Milliarden Euro (VJ: 16), teilte der Konkurrent von Rhön-Klinikum mit. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich um sechs Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. Damit trafen die Bad Homburger die Erwartungen der Branchenexperten.

Fresenius hatte seine Gewinnerwartung im Vorjahr mehrfach angehoben. Das Umsatzziel für den Konzern wurde allerdings im November gesenkt. Hauptgrund war das schwächere Abschneiden von FMC. Dem weltweit führende Anbieter von Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit chronischem Nierenversagen macht der schwache Euro zu schaffen.

UMSATZ VON FMC WIE ERWARTET UNTER URSPRÜNGLICHER PROGNOSE

Die in Dollar bilanzierende Fresenius Medical Care (FMC), an der Fresenius rund 31 Prozent hält, schloss 2011 mit einem Gewinnplus ab. Beim Umsatz blieb der DaVita-Konkurrent - wie bereits angekündigt - unter der ursprünglichen Prognose. In den USA - dem wichtigsten Markt für FMC - wurde die Vergütung für die Nierenwäsche im staatlichen Versicherungssystem auf Pauschalen umgestellt. Dies sei gut für die Marge, drücke bei FMC aber den Umsatz. Der Erlös stieg um sechs Prozent auf 12,8 Milliarden Dollar. Beim Überschuss verbuchte FMC einen Anstieg auf 1,07 Milliarden US-Dollar (VJ: 979 Mio.).

2012 will FMC Umsatz und Gewinn weiter steigern: FMC-Chef Ben Lipps stellt einen Umsatz von rund 14 Milliarden Dollar und einen Überschuss von rund 1,14 Milliarden Dollar in Aussicht. Die jüngsten Zukäufe kämen wie geplant voran. Die FMC-Aktionäre können sich über die 15. Dividendenerhöhung in Folge freuen./ep/stb/kja

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