FRANKFURT (dpa-AFX) - Am deutschen Aktienmarkt sind am Mittwoch weiter Gewinne mitgenommen worden. 'Die Einigung über Griechenland kam just in dem Moment, als die Märkte an ihren technischen Oberkanten notierten', kommentierte Hans Bernecker vom Bernecker Börsenbrief. Nun stabilisierten sich die Börsen und es bleibe spannend, wie die Märkte sich weiter entwickelten. Der Dax fiel bis zur Mittagszeit um 0,87 Prozent auf 6.848,09 Punkte, nachdem bereits tags zuvor moderate Gewinnmitnahmen seine Aufwärtsbewegung gestoppt hatten. Am Montag noch hatte der Leitindex auf dem höchsten Stand seit dem 1. August 2011 geschlossen. Wichtig für den Dax sei nun, dass die Unterstützung bei 6850 Punkten halte, meinte ein Marktstratege. Der MDax gab um 0,70 Prozent auf 10.395,31 Punkte nach und der TecDax verlor 0,66 Prozent auf 780,24 Punkte.
Laut IG Markets und Gekko Global Markets steht die griechische Schuldenkrise unvermindert im Fokus der Investoren. Die Schuldenproblematik sei längst nicht überwunden. Die Anleger schienen weiterhin skeptisch zu sein, ob das zweite Hilfspaket für Griechenland tatsächlich die herbeigesehnte Lösung bringe.
TUI NACH AKTIEN-PLATZIERUNG SEHR SCHWACH
Der hohe Ölpreis sowie der sich hinziehende Fluglotsenstreik belasteten die Aktien der Lufthansa , die am Dax-Ende 2,60 Prozent auf 10,48 Euro verloren. Im MDax zählten die Tui-Aktien zu den schwächsten Werten mit minus 5,90 Prozent auf 6,098 Euro. Die spanische Sparkasse CAM ist wie erwartet beim Reisekonzern ausgestiegen und verkaufte ihren 5,1-prozentigen Anteil an institutionelle Investoren. Die rund 13 Millionen Tui-Aktien wurden für je 6,05 Euro platziert.
Zu den Favoriten im Index der mittelgroßen Werte zählten die Titel von Rheinmetall mit plus 1,64 Prozent auf 44,71 Euro. Der Rüstungskonzern setzte 2011 vor allem dank eines starken Wachstums in der Autosparte deutlich mehr um als im Vorjahr. Konzernweit stieg zudem der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) zudem auf den Rekordwert von 354 Millionen Euro. Angaben zum Ausblick werden am 21. März erwartet, wenn der Konzern seine detaillierten Zahlen bekannt gibt.
BRUTTOMARGE BEI DIALOG ENTTÄUSCHT
Die Anteilsscheine von Dialog Semiconductor waren dagegen nach Zahlen Schlusslicht im TecDax mit minus 5,48 Prozent. Das Halbleiterunternehmen enttäusche vor allem mit seiner Bruttomarge, sagte ein Analyst. Diese stand in letzter Zeit unter Druck, soll sich aber laut Konzernangaben im Jahresverlauf verbessern.
Die im SDax notierten Aktien von Alstria Office REIT büßten als Schlusslicht 4,13 Prozent ein und litt unter einer geplanten Kapitalerhöhung. Das auf Bürogebäude spezialisierte Immobilienunternehmen gab am Vorabend den Kauf eines Portfolios im Wert von 95 Millionen Euro bekannt. Der Eigenkapitalanteil soll mit einer Kapitalerhöhung um knapp 7,2 Millionen neue Aktien erfolgen./ck/ag