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Abrechnung von Pflegeleistungen AOK prüft Neue Vorwürfe gegen Marseille-Kliniken

18.04.2012, 14:33  |  1097   |   |   

 

Der Marseille-Kliniken AG (MKAG) droht Ärger mit der AOK Sachsen-Anhalt. Nach Informationen des „manager magazin“ will die Krankenkasse eine Untersuchung bei der Allgemeinen Dienstleistungsgesellschaft (ADG), ein Tochterunternehmen der Marseille-Kliniken, in Halle einleiten. Die AOK kommt dabei Hinweisen nach, dass in der Katharinen Wohnanlage der ADG seit Jahren Pflegeleistungen falsch abgerechnet worden sein sollen. Die MKAG bestreitet die Vorwürfe. 
 
Wie das „manager magazin“ berichtet gehe es bei der Untersuchung im Wesentlichen darum, dass angelernte Hilfskräfte vielfach Aufgaben von ausgebildeten Pflegefachkräften übernommen haben sollen. Demnach sollen die Hilfskräfte Medikamente verabreicht oder Kompressionsstrümpfe an- und ausgezogen haben. Diese Pflegedienste sollen dann mutmaßlich von den Fachkräften so abgezeichnet worden sein, als hätten sie selbst die Arbeiten ausgeführt. Als Ergebnis der vermeintlichen Praxis könnten die ADG pro Jahr nach internen Schätzungen bis zu mehreren Hundertausend Euro zu viel von Krankenkassen und öffentlicher Hand kassiert haben. 
 
Die Marseille-Kliniken AG hält dem entgegen, es bestünden Rahmenvereinbarungen mit den Kassen, nach denen für die verschiedenen Pflegeleistungen Pauschalsätze gezahlt würden, egal ob sie von einer Fach- oder Hilfskraft ausgeführt würden. Auch gebe es keine verbindlichen gesetzlichen Regelungen, von wem die strittigen Tätigkeiten ausgeübt werden dürften. 
 
Die AOK Sachsen-Anhalt sieht dies jedoch anders: Leistungen der medizinischen Behandlungspflege dürften grundsätzlich nur von examinierten Fachkräften erbracht und abgezeichnet werden, berichtet das „manager magazin“ weiter. Auch der ehemalige Vorstandsvorsitzende der MKAG, Stefan Herzberg, hatte offenbar Zweifel an der angeblichen Vorgehensweise. Er hatte im vergangenen Sommer eine Untersuchung wegen Unregelmäßigkeiten bei der Dokumentation von Fachkrafttätigkeiten eingeleitet. Auch die interne Revision wollte damals prüfen lassen, wie viel die MKAG maximal den Kassen zurückzahlen müsste, sollten sich die Vorwürfe erhärten.


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