IWF-Chefökonom Deutschland soll Eurobonds akzeptieren

    Nachrichtenagentur: dpa-AFX
     |  23.04.2012, 08:23  |  3937  |  5
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    HAMBURG (dpa-AFX) - Der Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF) Oliver Blanchard fordert von Deutschland die Unterstützung von Eurobonds. 'Als es noch keinen Fiskalpakt und andere Instrumente zur Haushaltsdisziplin gab, hatten die Deutschen gute Gründe, nicht die Verantwortung für unverantwortliche Budgetbeschlüsse anderer Staaten übernehmen zu wollen', sagte Blanchard der 'Financial Times Deutschland' (Montagsausgabe). 'Nun haben wir den Fiskalpakt. Deshalb sollten die Deutschen akzeptieren, dass sich die Eurozone in Richtung Eurobonds bewegt.'

    Der Chefvolkswirt erklärte die Vorteile von Eurobonds so: 'Sie könnten vermeiden, dass sich wiederholt, was vergangenen Herbst passiert ist: Ein Land hat ein Problem, Investoren fordern höhere Risikoaufschläge und das Land kommt in einen Teufelskreis, weil es sie nicht bezahlen kann. Mit Eurobonds würde das vermieden.' Blanchard schlägt einen vorsichtigen Einstieg in Euro-Gemeinschaftsanleihen vor. 'Ich schlage nicht vor, dass es mit einem Schlag einen einzigen Euro-Anleihemarkt gibt. Ein vorsichtiger Einstieg wäre, dass die Eurozone zunächst die Begebung von kurzfristigen Staatsanleihen mit Laufzeiten von unter einem Jahr vergemeinschaftet. Zur Disziplinierung könnte man festlegen, dass Länder, die gegen den Fiskalpakt verstoßen, ausgeschlossen werden. Das Schlimmste, was passieren könnte, wäre ein Jahr Fehlverhalten.'

    Der IWF-Chefvolkswirt forderte von den Deutschen auch, zum Abbau der volkswirtschaftlichen Ungleichgewichte während der Krise vorübergehend eine Inflationsrate über 2,0 Prozent in Deutschland zu akzeptieren. 'Die Deutschen müssen sich fragen, ob sie die Produktions- und Nachfragestruktur und die hohen Leistungsbilanzüberschüsse beibehalten wollen', sagte Blanchard. 'Sollten die Deutschen beim Produktionspotenzial bleiben, aber die Leistungsbilanzüberschüsse abbauen wollen, dann müssen sie in Deutschland ein Preisniveau akzeptieren, das schneller steigt als im Rest der Eurozone.' Blanchard erinnerte daran, dass die Europäische Zentralbank (EZB) eine Inflationsrate von knapp 2,0 Prozent für die Eurozone insgesamt anstrebe, nicht für einzelne Länder. 'Das heißt in der aktuellen Krise mit starkem Anpassungsbedarf in den Euroländern, dass die Inflationsrate in einem Land etwa bei minus 2,0 Prozent und in einem anderen bei 6,0 Prozent liegen kann.'/jsl/stk


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    Steigerwälder
    schrieb am 18.05.12 10:28:45
    @ Gragor: Les mal was du da schreibst du Troll!

    "Da zahl ich ein bisschen(!) mehr! Ein bisschen, es läuft auf wenige 1000€ Milliarden hinaus die wir übernehmen solllen.

    Und was soll das mit dem Krieg? Erklären uns die Franzosen den Krieg wenn wir ihre Schulden nicht zahlen?
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    Gragor
    schrieb am 14.05.12 20:42:37
    Lest mal was ihr da schreibt.Ihr HELDEN.
    Wollt ihr EUROPA brennen sehen?Wollt ihr einen Krieg in Europa?Da zahl ich bissel mehr und verzichte auf etwas, bevor der Frieden darunter leidet.
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    Vorstopper
    schrieb am 30.04.12 12:15:10
    Mit der Einführung des Euro haben wir systemgleich die Nivellierung der Einkunftsart "Lohn und Gehalt" ins Land geholt. Alles wird gleich gemacht unabhängig von der Produktivität. Das ist m.E. sehr gefährlich denn wer spart ist der Dumme und wer nicht spart ist in einem System der Gleichheit immer besser gestellt. Wenn es schlecht läuft wird man von der Allgemeinheit gestützt.
    Wir werden auf Dauer die Ablehnung der Eurobonds nicht verhindern können. Die Zeche zahlen wir so oder so. Wobei das andere "so" die potenielle Inflation betrifft und damit wieder den "kleinen Mann" !
    Fazit: Besser jetzt das Geld ausgeben als später ärgern und nichts mehr bekommen. Laßt uns doch mal die Vorreiter sein in Sachen Schulden machen ....die anderen machen es doch auch !!!

    Gruß Vorstopper
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    CatiaV5
    schrieb am 28.04.12 23:07:35
    Als vor 10 Jahren Deutschland der "kranke Mann" Europas war, da waren es die Arbeitnehmer und kleinen Selbständigen, die die Zeche der notwendigen Systemveränderungen (Lohnverzicht, Harz4, Ein-Euro Jobs, Ausweitung des Billiglohn-Bereichs, Rentenanpassungen ...) zahlten und noch immer zahlen.
    Jetzt, nachdem man sich mühsam aus der misere gestrampelt hat, stehen die nächten zu stemmenden "Aufgaben" vor der Tür.
    Wir dürfen Europa retten. Mit unserm Geld, mit unserer Alterssicherung und mit zusätlichen Lasten für unsere Kinder.
    Mit welcher legitimation (ver)spielt unsere Regierung unser Eigentum im Finanz-Casino?
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    8647
    schrieb am 28.04.12 17:57:30
    Ich kanns nicht mehr hören, ehrlich, schon seit Jahre sag ich : raus aus dem Euro, das hat noch nie funktioniert, eine Währung für verschiedene Völker (ausser bei Tito, Ex Jugoslawien, und auch nur ein paar Jahre mit harter Knute)

    raus, aber vermutlich ist eh alles zu spät , sch Euro Wahn

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    IWF-Chefökonom Deutschland soll Eurobonds akzeptieren

    HAMBURG (dpa-AFX) - Der Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF) Oliver Blanchard fordert von Deutschland die Unterstützung von Eurobonds. 'Als es noch keinen Fiskalpakt und andere Instrumente zur Haushaltsdisziplin gab, hatten die Deutschen gute Gründe, nicht die Verantwortung für unverantwortliche Budgetbeschlüsse anderer Staaten übernehmen zu wollen', sagte Blanchard der 'Financial Times Deutschland' (Montagsausgabe). 'Nun haben wir den Fiskalpakt. Deshalb sollten die Deutschen akzeptieren, dass sich die Eurozone in Richtung Eurobonds bewegt.'

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