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    Zurückhaltung bei nachhaltigen Geldanlagen

    Gastautor: Patrick Daum
     |  24.04.2012, 07:45  |  778 Aufrufe  |   | 

    Umfrage: Bedeutung nachhaltiger Strategien nimmt zu. Soziale Gesichtspunkte wichtiger als ökologische.

    Lediglich sieben Prozent der befragten deutschen Privatanleger besitzen eine nachhaltige Geldanlage. Im Vergleich zum Vorjahr ist deren Attraktivität jedoch gestiegen. Dies zeigt eine Umfrage aus dem ersten Quartal 2012 von Union Investment zum Thema Nachhaltigkeit. Danach hielten im zweiten Quartal 2011 nur 31 Prozent nachhaltige Geldanlagen für attraktiv. Im ersten Quartal 2012 sind es bereits 38 Prozent und damit so viele, wie seit Beginn der Erhebung 2010 nicht.

    Die wachsende Beliebtheit von nachhaltigen Investments führt Giovanni Gay, Geschäftsführer der Union Investment, unter anderem auch die Euro-Staatsschuldenkrise und das veränderte Konsumverhalten zurück: „Die Anleger machen sich derzeit Sorgen um ihre Ersparnisse und suchen nach adäquaten Anlagealternativen.“ Nachhaltige Geldanlagen seien dabei eine Option. Der Studie zufolge haben 59 Prozent der Befragten Angst um die Sicherheit ihrer Geldanlagen. Im Vorjahr waren es nur 25 Prozent. Im Konsumverhalten sei vor allem bei Lebensmitteln, Kleidung und Kosmetik zudem ein Trend zur bewussteren Produktauswahl zu erkennen, der sich immer stärker auch auf Anlageprodukte übertrage. „Die zunehmende Bedeutung von nachhaltigen Konzepten zeigt, dass es sich hierbei keinesfalls um eine kurzfristige Modeerscheinung handelt“, ergänzt Gay.

    Diejenigen Befragten, die noch keine nachhaltigen Geldanlagen besitzen, begründen dies zu 48 Prozent mit fehlendem Geld und zu 32 Prozent mit der mangelnden Transparenz von nachhaltigen Strategien. Gay nimmt die Berater in die Pflicht: „Wir brauchen mehr Aufklärung. Zur Stärkung des Nachhaltigkeitsgedankens sollten in der Kundenberatung neben den klassischen Kriterien einer Geldanlage wie Sicherheit, Rendite und Liquidität auch ökologischen und soziale Aspekte angesprochen werden.“ Dadurch bekämen die Anleger mehr Informationen über nachhaltige Geldanlagen und gleichzeitig einen besseren Überblick über das Angebot, wodurch das Vertrauen in nachhaltige Kapitalanlagen gestärkt werde.

    Aus der Studie geht außerdem hervor, dass für 58 Prozent der Befragten soziale Gesichtspunkte bei einer nachhaltigen Geldanlage eine größere Rolle spielen als ökologische. Dies stellt einen Anstieg von neun Prozentpunkten gegenüber dem zweiten Quartal 2011 dar. Im Zusammenhang mit dem Atomunfall in Fukushima verzeichnete das Interesse an ökologischen Kriterien einen zwischenzeitlichen leichten Anstieg. Dieser sei inzwischen aber wieder abgeflacht. Nur noch 38 Prozent – und damit sieben Prozent weniger als bei der letzten Befragung – messen ökologischen Gesichtspunkten noch Bedeutung bei.

    Diesen Ergebnissen entgegen laufe das derzeitige Marktangebot. Denn ein Großteil der angebotenen nachhaltigen Produkte berücksichtige hauptsächlich Umwelt- und Klimaschutzziele. „Um den Kundenbedürfnissen gerecht zu werden, muss das Angebot an nachhaltigen Investments um soziale Gesichtspunkte erweitert werden“, fordert Gay.

    (PD)


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    Disclaimer

    Gastautor

    Patrick Daum ist Dipl.-Politologe mit Schwerpunkt für Europa, Wirtschaft und Recht. Als Junior-Redakteur bei €uro-Advisor-Services GmbH ist er zuständig für die Top-Themen auf www.fundresearch.de.

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