Deutsche Anleihen Verluste trotz Spanien-Abstufung
FRANKFURT (dpa-AFX) - Deutsche Staatsanleihen sind am Freitag trotz einer Bonitätsabstufung Spaniens mit Verlusten aus dem Handel gegangen. Bis zum Abend sank der richtungweisende Euro-Bund-Future
Dass die Anleger im Verlauf des Freitags deutsche Staatstitel nicht mehr ganz so stark nachfragten, führten Händler vor allem auf die freundlichen Aktienmärkte zurück. Dort sorgten vor allem robuste Unternehmenszahlen für Zuversicht. Auch von leicht enttäuschenden Wachstumszahlen aus den USA kam kaum Gegenwind. Die weltgrößte Volkswirtschaft ist in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres nicht nur schwächer als erwartet gewachsen. Auch hat der konjunkturelle Schwung im Vergleich zum Jahresende abgenommen.
Zuvor war die europäische Schuldenkrise wieder in den Fokus der Anleger gerückt: In der Nacht zum Freitag hatte die Ratingagentur Standard & Poor's die Bonität Spaniens gleich um zwei Noten gesenkt. Mit 'BBB+' verfügt die viertgrößte Euro-Wirtschaft nunmehr über eine allenfalls befriedigende Kreditwürdigkeit. Dies könnte die Refinanzierungskosten des ohnehin angeschlagenen Landes zusätzlich verteuern.
Positive Nachrichten gab es unterdessen aus Spaniens Nachbarland Portugal: Dort gaben die Risikoaufschläge für Staatsanleihen abermals deutlich nach. Im Zehnjahresbereich sank die Rendite für Staatstitel erstmals seit Sommer 2011 unter die Marke von zehn Prozent. Händler erklärten die Entwicklung mit den starken Sparanstrengungen des kleinen Euro-Landes, die mittlerweile auch an den Finanzmärkten gewürdigt würden. Portugal steht unter dem Euro-Rettungsschirm EFSF und ist bei der Refinanzierung nicht auf die Finanzmärkte angewiesen./bgf/wiz

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