Goldpreis COT-Report: Goldspekulanten werden skeptischer

     |  28.04.2012, 15:00  |  3552 Aufrufe  |   | 

    Der am Freitagabend veröffentlichte COT-Report (Commitments of Traders) wies bei Goldspekulanten einen rückläufigen Optimismus aus.
    Die Anzahl offener Gold-Kontrakte, der sogenannte Open Interest, reduzierte sich im Berichtszeitraum (17. bis 24. April) von 398.526 auf 393.389 Kontrakte (-0,8 Prozent). Bei der kumulierten Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) großer und kleiner Spekulanten wurde ein deutlich stärkerer Rückgang registriert. Sie fiel nämlich von 176.090 auf 167.237 Kontrakte (-5,0 Prozent) zurück. Die zunehmende Skepsis war bei Großspekulanten (Non- Commercials) und Kleinspekulanten (Non-Reportables) ähnlich stark ausgeprägt. Bei den Großspekulanten sank die Netto-Long-Position von 142.004 auf 134.994 Kontrakte (-5,9 Prozent) ab, während bei den Kleinspekulanten ein Minus von 34.086 auf 32.243 Kontrakte (-5,4 Prozent) zu beobachten war.

    Goldpreis: Hin- und hergerissen

    Trotz des Wochengewinns in Höhe von 1,3 Prozent wird das gelbe Edelmetall im April höchstwahrscheinlich ein Minus verbuchen. Die Stimmung unter den Marktakteuren ist zweigeteilt. Die Hoffnung auf weitere Stützungsmaßnahmen der US-Notenbank Fed wechselt sich mit der Angst vor einer sich verschlimmernden Eurokrise ab. Dies kommt auch durch die Entwicklung der gelagerten Goldmengen beim weltgrößten Gold-ETF SPDR Gold Shares zum Vorschein. Diese fielen im Wochenverlauf zunächst von 1.286,17 auf 1.281,84 Tonnen zurück, um sich vor dem Wochenende wieder auf 1.284,36 Tonnen zu erholen.
    Trotz der massiven Geldspritzen der EZB scheint die Inflation derzeit kein großes Thema zu sein. In Deutschland gab es im Vergleich zum Vormonat am Donnerstag einen Rückgang von 2,1 auf 2,0 Prozent zu vermelden. Am Montag erfahren die Marktakteure, wie es um die Teuerungsrate in der Eurozone bestellt ist. Dort lag sie im März mit 2,6 Prozent deutlich über dem hiesigen Niveau. Viel wichtiger dürften allerdings die anstehenden Meldungen zum US-Arbeitsmarkt sein. Sollten sie überwiegend schlechter als erwartet ausfallen, dürfte neue Hoffnung auf Staatsanleihekäufe der Fed aufkommen. Diese könnten dann den Goldpreis in Richtung 1.700 Dollar ansteigen lassen.


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    Jörg Bernhard arbeitet seit 2002 als freier Wirtschaftsjournalist und hat sich innerhalb des Themenkomplexes Börse & Investment auf die Bereiche Rohstoffe und Zertifikate spezialisiert. Derzeit arbeitet er für diverse Internetportale und Fachpublikationen.

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