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ROUNDUP BMW hält Audi und Daimler auf Distanz - Prognose bestätigt

Nachrichtenagentur: dpa-AFX
 |  03.05.2012, 14:37  |  4268 Aufrufe  |   | 

(neu: Aktienkurs, Entwicklung im April, China, Brasilien)

MÜNCHEN (dpa-AFX) - BMW hat das bislang beste Auftaktquartal in der Firmengeschichte hinter sich. Die Münchner haben damit die erste Hürde auf dem Weg zu einem weiteren Rekordjahr genommen. Trotz der in Folge der Schuldenkrise schwachen Automärkte vor allem in Südeuropa stehen die Zeichen auch in den kommenden Monaten auf Wachstum. Wie die Rivalen Audi und Mercedes profitiert BMW von der ungebrochenen Lust auf teure Autos in China oder den USA. Doch im Dreikampf um die Spitze der Oberklasse sind die Münchner derzeit das Maß der Dinge. Allerdings blieben sie die von manchen Beobachtern erhoffte Prognoserhöhung schuldig.

Unter dem Strich verdiente BMW zwischen Januar und März fast 1,35 Milliarden Euro, gut 18 Prozent mehr als vor einem Jahr. Damit übertraf das Unternehmen wie zuvor schon die Konkurrenten Daimler und Volkswagen die Erwartungen von Analysten, die wegen der Kosten für neue Modelle wie den 3er oder den Ausbau der Produktion mit schlechteren Zahlen gerechnet hatten. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) wuchs um fast 19 Prozent 2,1 Milliarden Euro. An der Börse legte die Aktie bis zum frühen Nachmittag gut 3 Prozent zu und war damit bester Wert im Dax .

HÖHERE PROGNOSE NACH ZWEITEM QUARTAL MÖGLICH

Für das gesamte Jahr bleibt Konzernchef Norbert Reithofer 'vorsichtig optimistisch'. Besser als das Rekordjahr 2011 soll 2012 aber werden. 'Dies setzt voraus, dass die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weitgehend stabil bleiben', sagte Reithofer. Niemand könne vorhersagen, wie sich die Finanzsysteme entwickelten und welche Folgen das für den Konsum haben wird. Gerade in Europa spüren auch die verwöhnten deutschen Oberklassehersteller die Turbulenzen. So hat sich seit Beginn der Finanzkrise in Spanien oder Italien der Markt halbiert, auch BMW musste zu Jahresbeginn dort die Preise senken. Doch die Boomregionen gleichen das bislang mehr als aus.

Der Dax-Konzern erwartet für die Autosparte derzeit eine operative Marge am oberen Ende des Dauerziels von 8 bis 10 Prozent in Aussicht. Im ersten Quartal schaffte das Unternehmen 11,6 Prozent und lag damit vor den Erzrivalen Audi und Mercedes. Der Vorstand verwies zur Begründung für seine Zurückhaltung beim Ziel für Profitabilität auf die hohen Investitionen in neue Technologien und den Ausbau der Werke. Finanzchef Friedrich Eichiner stellte aber für Sommer eine Erhöhung der Prognose in Aussicht. Nach dem ersten Quartal sei es angesichts anhaltender Risiken dazu noch zu früh.

IM APRIL NUR EINSTELLIGE ZUWÄCHSE

Für April rechnet Vorstandschef Reithofer mit einer Dämpfung des rasanten Absatzwachstums. Nach ersten Zahlen aus den einzelnen Märkten dürfte der Autoabsatz des Konzerns um sechs Prozent gestiegen sein. Die Kernmarke BMW dürfte um sieben Prozent zugelegt haben, sagte der Unternehmenschef. Im ersten Quartal hatte der Konzern noch 11,2 Prozent mehr Autos abgesetzt.

In China sieht Reithofer keine Anzeichen für einen Einbruch. Der Konzern könne bei vielen Modellen die Nachfrage weiter gar nicht schnell genug befriedigen. Rabatte, wie sie Konkurrent Mercedes zu Jahresbeginn in China anbieten musste, sieht er für BMW - außer bei Auslaufmodellen - nicht. Der Konzern werde in China auch 2012 wieder deutlich zweistellig wachsen.

ZUKUNFT DES BRASILIEN-PROJEKTS OFFEN

Die Warnstreiks in der deutschen Metallindustrie treiben BMW noch nicht um. 'Wir sind nicht beunruhigt durch die Warnstreiks. Sie sind Teil des normalen Tarifgeschehens', sagte Reithofer. Ob er angesichts der eigenen Zahlen die Forderungen der IG Metall nach 6,5 Prozent mehr Geld für zu hoch oder gerechtfertigt hält, wollte Reithofer aber nicht sagen. Auch zum Thema Leiharbeit hielt er sich bedeckt. Die IG Metall wirft dem Konzern vor, mit rund 11.000 Leiharbeitern eine der höchsten Quoten in Deutschland zu haben.

Offen ist die Zukunft des geplanten Werks in Brasilien. Angesichts einer neuen Steuer für ausländische Autobauer lägen die Pläne auf Eis. 'Wir bewerten derzeit die veränderte Situation', sagte Reithofer. Die Frage sei, ob die Investition unter den veränderten Rahmenbedingungen noch sinnvoll sei. Es liefen Gespräche mit der Regierung. Man befinde sich auf einem guten Weg. Ein alternativer Standort werde nicht geprüft. Brasilien will mit der Steuer für ausländische Autobauer die heimischen Hersteller schützen./enl/sbr/wiz


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