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Es geht hier jetzt ums Überleben

 |  06.05.2012, 13:00  |  2642 Aufrufe  |   0  | 

 

Es ist kurz vor dem entscheidenden Spiel von Hertha BSC gegen Hoffenheim um die letzte Chance zum Verbleib in der 1. Bundesliga. Vor dem Stadion steht ein Mann mit Bierflasche in der Hand.

 

Ich stelle mich dazu und sage: „Weißt du eigentlich, dass es bei den Aktien derzeit gute Einstiegskurse gibt?“

 

Er schaut mich total entgeistert an und antwortet: „Ey Alter, halt bloß das Maul. Denn hier geht es jetzt ums Überleben.“

 

„Eben!“, sage ich und gehe ins Stadion.

 

Nach dem Spiel sitze ich in den Stadionterrassen an der Bar, da kommt jemand und bestellt Latte macchiato. Ich muss lachen, nach dem Fußball so ein laues Frauengetränk.

 

„Sorry, war haben hier nur normalen Kaffee“, sagt der Barkeeper, der gerade Bier zapft. „Das mit dem Aufschäumen der Milch geht hier in dem Trubel nicht.“

 

„Ich platze fast aus mir heraus, und der Latte-macchiato-Mann meint zu mir: „Was gibt es denn da zu lachen?“

 

Und ich denke: Ich halte jetzt lieber die Klappe. Vielleicht hat der Typ von vorhin ja wirklich Recht gehabt. Denn hier geht es jetzt ums Überleben.

 


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Autor

Der Bericht aus der Welt Jenseits des Geldes, in der das Geld nicht mehr die alles entscheidende Restriktion bildet, wird fortgesetzt. An die Stelle der alten Probleme sind neue Probleme getreten. Doch wie ist das, wenn man sich das Ziel und den Sinn des eigenen Tuns selbst setzen muss?

Die unüberschaubare Menge an Möglichkeiten bietet zum einen vielfältige neue Perspektiven. Zum anderen zeigt die Erfahrung, dass unsere Überlebensfähigkeit an eine strenge Selbstbeschränkung gebunden ist. Könnte das vielleicht sogar ein Modell für die Zukunft abgeben?

Das Buch: Bernd Niquet: Jenseits des Geldes. Zweiter Teil.