Neu auf wallstreet:online? Jetzt kostenlos registrieren!
Registrieren | Login
x
Benutzername:

Passwort:

Angemeldet bleiben
Passwort vergessen?

    Candlesticks DAX - die langfristige Perspektive

     |  09.05.2012, 08:53  |  2094 Aufrufe  |   | 

    Lieber Leser, wie geht es im DAX weiter? Leider weiß das derzeit niemand so richtig und so wird von der gesammelten Anlegerschaft mit der langen Stange im Nebel herumgefuchtelt, in der Hoffnung, etwas „Richtiges“ zu treffen. Letztlich ist die vorherrschende Stimmung an den Märkten Unsicherheit. Die weitere Richtung – auch der Ausgang der europäischen Schuldenkrise sowie der internationalen Konjunkturaussichten - ist derzeit mehr als unsicher.

    Und dies drückt sich nicht nur an den völlig gegensätzlichen Meinungen mancher Volkswirte, sondern spiegelt sich auch in langfristigen Charts der internationalen Indizes aus. So läuft der DAX aus langfristiger Perspektive seit einigen Monaten in das letzte Drittel einer Chart-Formation hinein, die sich seit Anfang 2000 gebildet hat. Diese Formation, ein ansteigendes Dreieck, symbolisiert in der Regel in ihrer Schlussphase, in der sich der DAX nun befindet, eine gesteigerte Unsicherheit dar.

    Völlig normal sind in solchen Phasen hektische, schnelle Richtungsänderungen. Der Kampf zwischen den Optimisten und Pessimisten, der Kampf zwischen Bullen und Bären sollte jedoch in den kommenden Monaten ein Ende finden.

    Nur der Ausgang ist eben auch für den Chartisten unklar. Ein Ausbruch aus dem langfristig-wirkenden Dreieck nach oben dürfte den DAX dynamisch nach oben führen – ebenso ein Ausbruch nach unten dann doch sehr deutliche Verluste durchsetzen würde.

    Die Vergangenheit zeigt: Entsprechend langfristige Chartmuster sollten in ihrer Aussagekraft nicht unterschätzt werden. So bildete sich über die 70er-Jahre hinaus eine Keilformation aus. Nach Ausbruch aus dieser Formation Ende 1982 begann der Mega-Trend im DAX – und auch der Ausbruch aus einer ansteigenden Keilformation im Jahre 1996 wirkte ausgesprochen bullish. Die aus den beiden Formationen ableitbaren Szenarien traten im DAX ein – und auch vergleichbar langfristige Formationen in anderen internationalen Indizes hatten bislang eine hohe Trefferquote.

     

    DAX - Linienchart auf Quartalsschluss-Basis

    DAX Quarterly.png

    //assets.wallstreet-online.de/_media/3/2012/05/09/dax-quarterly.png

     

    Welches Szenario – das positive oder negative - wäre nun für den DAX am wahrscheinlichsten?

    Bei dieser Frage nun wiederum versagt die Chartanalyse aus statistischer Sicht. Denn derart langfristige ansteigende Dreiecke sind einfach zu selten, um hieraus eine verlässliche statistische Berechnung vornehmen zu können. Der langfristig orientierte Anleger sollte jedoch die dargestellte Formation durchaus für seine Anlageentscheidungen im Auge behalten.

    So eröffnen sich deutliche Gewinnchancen im DAX bei einem Ausbruch aus dem langfristigen Dreieck. Da die Richtung des potenziellen Ausbruchs jedoch im Dunkeln liegt, sind mittel- und kurzfristige Signale innerhalb des Dreiecks zu beachten.

    So würden erneute Kaufsignale die Chance bieten, zumindest die obere Begrenzung und somit das Allzeit-Hoch im DAX zu testen – verbunden mit dem Szenario, dann auch bei einem erfolgreichen Ausbruch nach oben deutlich über die 10.000er-Marke anzusteigen.

    Ein Fall dagegen unter relevante Unterstützungsmarken im DAX, die derzeit bei 6.300, 5.900 und 5.500 Punkten liegen, würde ein desaströses Szenario mit schnellen Rückgängen auch unter 3.000 Punkte ableiten lassen.

    Ausgehend von der Sichtweise der japanischen Chartanalyse, den Candlesticks, ist allerdings ein positives Szenario doch etwas wahrscheinlicher. So zeigen die Candlesticks auf Quartalsbasis zuletzt zwei lange weiße Kerzen und somit eine übergeordnet positive Stimmung an. Die japanischen Chartisten interpretieren entsprechend lange weiße Kerzen als „Marktstützen“. Erst ein Fall unter das Tief des letzten Quartals bei 5.900 Punkten per Quartals-Schlusskurs würde somit die Stimmung deutlich eintrüben, und eine dieser Stützen in sich zusammenbrechen lassen.

     

    DAX - Quartalskerzen

    DAX Quarterly c.png

    //assets.wallstreet-online.de/_media/3/2012/05/09/dax-quarterly-c.png

    Kurzfristig hingegen – wie oben angemerkt, wäre ein Fall unter 6.300 Punkten (auch per Wochenschlusskurs) ein erstes ernst zunehmendes Verkaufssignal für den langfristig orientierten Anleger – da dann zumindest ein Test der runden 6.000er-Marke mit dem Risiko eines Break-Versuchs auch der 5.900 in Betracht gezogen werden müsste.

    Die aktuellen Verkäufe und Gewinnmitnahmen dürfen jedoch noch als normal betrachtet werden, denn der DAX stieg in den vorherigen beiden Quartalen kräftig an und erreichte einen langfristig wirkenden Widerstandsbereich, der zwischen ca. 7.000 bis 7.500 Punkten angenommen werden darf.

    Das dieser Widerstandsbereich nach den kräftigen Gewinnen und einem überkauften Markt im ersten Quartal 2012 nun im ersten Anlauf nicht genommen wurde, ist verständlich. Die Neigung Gewinne mitzunehmen war doch stark verbreitet – und aktuell warten die großen Adressen eher mit nachhaltigen Investments ab.

    So bestimmen auch die eher mittelfristig bis kurzfristig orientierten Anleger und Trader die Richtung an den Märkten – mit der Konsequenz, dass sich auch – verbunden mit der aktuellen Phase der Unsicherheit – die schnellen Richtungswechsel in den kommenden Wochen weiter fortsetzen werden.

     

    Diesen Artikel lesen Sie heute auch in der Börsen-Zeitung.

    Ihr Stefan Salomon

    Kontakt: info@candlestick.de

    Hinweis: Die Analyse wurde von Stefan Salomon mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit der in der Analyse enthaltenen Aussagen, Prognosen und Angaben wird jedoch keine Gewähr übernommen. Der Inhalt dient lediglich der Information und beinhaltet keine Vermögensberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von CFD, Aktien oder anderen Finanzprodukten.Die Analysen dienen nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Erklärung nach §34b Abs 1 WPHG: Der Autor erklärt, dass er im Besitz von Finanzinstrumenten sein kann, auf die sich einzelne Analysen beziehen. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenkonfliktes. Datenfeed: BSB-Software.de sowie teletrader.com. Kontakt: Stefan Salomon, 94249 Bodenmais, info@candlestick.de

    Wertpapier: DAX

    Themen: Candlestick


    Schreibe Deinen Kommentar

     

    Disclaimer

    Enthaltene Werte

    WertpapierKursZeitPerf. %
    9.507,48
    02.09.
    +0,00

    Top Nachrichten aus der Rubrik