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    Früchte des Zorns Furcht vor nun eingetroffenen Wahlergebnissen in Griechenland und Frankreich belasteten Freitagsbörsen; Nikkei bricht um -2,78% ein; Mitsui und Sumitomo mit Gewinnzuwachs; Tipp24 meldet sich zurück; KT will APRU mit LTE steigern; Buffett zockt

    Gastautor: Norbert Lohrke
     |  07.05.2012, 08:20  |  1208 Aufrufe  |   | 

    Es kam, wie es kommen musste. Gegen wirtschaftliche Gesetze kann man keine Politik machen. Griechenland zeigt das deutlich und bekommt jetzt hoffentlich die Chance auf eine eigene Währung bevor das Land vollkommen abdriftet. Auch Frankreich zeigt, dass es mit der bankenfreundlichen Politik ein Ende haben muss. Es ist Zeit für tiefgreifende strukturelle Änderungen. Das zeigen die Wahlergebnisse recht deutlich.

    Globalyze Marktbericht

     

    Die angeblich schwachen US-Arbeitsmarktdaten und die Befürchtung, dass die Wahlen in Frankreich und Griechenland so ausgehen, wie sie nun ausgegangen sind, sorgten an der Wall Street für einen dumpfen Schlag ins Kontor. Dow, Nasdaq und S&P 500 brachen um -1,27% (13.038), -2,25% (2.956) und -1,61% (1.369) ein. Ein positives hatte das Ganze. So fiel der Rohölpreis mit -3,9% auf 98,49 Dollar je Barrel, also unter die 100 Dollar je Barrel. Große Verlierer waren Bank of America (-3,25%), Cisco Systems (-3,04%), Apple (-2,85%), Chevron (-2,14%) und Kraft Foods (-0,86%). Wobei die Quartalszahlen von Kraft die Erwartungen der Analysten übertrafen. LinkedIn, die ihren Ausblick anhoben, schossen um +7,89% nach oben. Dolby Laboratories, die mit ihrem Dolby Digital Plus in allen Windows 8 Betriebssystemen vertreten sein werden, sprangen ebenfalls um +17,51% hinan. Der enttäuschende Ausblick von Estée Lauder sorgte bei der Aktie für einen Kursrückgang von -5,4%. Die beiden Börsengänge waren unterschiedlich erfolgreich. Der Einzelhändler Tilly’s lag mit 16,81 Dollar um +8,5% über Ausgabepreis. Der Propandehydrierungsfabrikbetreiber fiel um -2,9% auf 16,50 Dollar.

     

    In Frankfurt belasteten die schlechten Konjunkturdaten aus Europa, wofür der Rückgang des Einkaufsmanagerindex stand. In Italien war der Dienstleistungsindex sogar so niedrig wie seit Juni 2009 nicht mehr. Und schließlich herrschte die – wie sich nun herausstellte – berechtigte Sorge vor den Wählern in Griechenland und Frankreich. Im Dax lag nur Münchner Rück mit +0,21% im Plus. Bei ihr hat Morgan Stanley die Meldeschwelle von 5% überschritten und liegt nun bei 6,84%. Unter den Verlierern stachen E.ON mit -7,03% und HeidelbergCement mit -5,77% hervor. Im Tec Dax war Freenet mit -0,03% noch der beste Wert. Centrotherm Photovoltics brach mit -18,51% total weg. Bei einem Umsatzeinbruch von 189,3 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum auf nur noch 82,5 Mio. Euro wurde ein negatives EBIT von -42,9 Mio. Euro, also über der Hälfte der Umsätze, erzielt. Es folgte Gigaset mit -8,09%.

     

    Die politischen Erdrutsche in Europa und ein wieder stärkerer Yen sorgten heute Morgen in Tokyo für einen um -2,78% auf 9.119 einbrechenden Nikkei. Dabei waren alle 33 Branchenindizes rückläufig. Wobei Wertpapiere, Minen und Versicherungen die Verlierer anführten. Wie zu erwarten brachen auch Exportwerte ein. Olympus (-8,1%), Mazda Motor (-5,6%), TDK (-4,8%) und Honda Motor (-4,8%) waren mit die größten Verlierer. Mit Mitsubishi UFJ Financial Group und Mizuho Financial Group, die beide -3,2% nachgaben, wurden auch die Finanzwerte abgestraft. Die Ausnahme war der Konsumfinanzierer Aiful Corp., der zum ersten Mal seit 3 Jahren wieder einen Gewinn erzielen wird und um +5,2% anstieg. Dai Nippon Printing, die einen Verlust von -16,4 Mrd. Yen erwirtschafteten, brachen um -5,5% ein. 1.556 fallende Aktien (=93%) standen nur 74 steigenden Aktien gegenüber. 37 waren unverändert.

     

    Globalyze Pressetour

     

    KT hofft auf steigenden APRU. Niedrigere Mobiltelefonieeinnahmen und hohe Ausgaben für die Implementierung der LTE sorgten bei einem Umsatzanstieg von +9,1% für einen Gewinnrückgang um -27% auf 407,6 Mrd. Won (357,8 Mio. Dollar).

     

    Standpunkt: Der vor SK Telekom größte Festnetzbetreiber Südkoreas KT Corp. hat einen Umsatz von 5,7 Billionen Won erzielt und diesem damit um +9,1% gesteigert. Dabei fiel der ARPU (Average Revenue per User-Durchschnittsumsatz je Kunde) im Mobilfunkbereich von 30,247 Won auf 28,722 Won. Wobei der wohl weiter unter Druck bleiben wird. KT hofft nun, dass es diese Entwicklung mit dem Ausrollen des LTE in der zweiten Jahreshälfte umkehren kann. Man wird sehen.

     

    Buffet steigert Berkshire op. Gewinn um +67%. Der Aktienkursanstieg, weniger Katastrophen und die sich erholende US-Wirtschaft sorgten bei Berkshire Hathaway für einen Anstieg des operativen Gewinns von 1,59 Mrd. Dollar auf 2,67 Mrd. Dollar.

     

    Standpunkt: Der Gewinn hat vor allem auch mit dem Autoversicherer Geico zu tun, die im Vorjahr einen Verlust von -821 Mio. Dollar zeigen mussten und dieses Jahr einen Gewinn von 54 Mio. Dollar ausweisen. Wobei der größte Teil aus dem Nicht-Versicherungsbereich stammte. Dabei kommen ca. 1 Mrd. Dollar aus der für einen Value Investor doch eigentlich unüblichen Wette auf Aktienindizes und anderen Derivaten. Im Vorjahr erzielte Warren damit nur 271 Mio. Dollar. Auch, wenn viele dieses Ergebnis feiern werden und natürlich das Q-West Center in Omaha brechend voll war, enttäuscht mich dieses Ergebnis. Wenn jetzt selbst Warren unter die Zocker geht – wenngleich erfolgreich – ist das nur noch traurig. Auch wenn ich verstehe, dass es nicht so leicht ist, 37,8 Mrd. Dollar Kassenbestand intelligent zu investieren.

     

    Mitsui und Sumitomo gehen ab. Die beiden japanischen Handelshäuser konnten ihre Gewinne deutlich steigern. Während Mitsui um +42% auf 434,5 Mrd. Yen steigt, kommt Sumitomo bei +25% und 250,6 Mrd. Yen.

     

    Standpunkt: Mitsui profitierte vor allem von seinem Metall- und Energiegeschäft sowie den steigenden Rohstoffpreisen. Der Umsatz stieg in 2011 um +5,4% auf 10,4 Billionen Yen. Allerdings prognostiziert das Unternehmen einen Gewinnrückgang für 2012 von -7,9% auf 400 Mrd. Yen. Der Gewinn von Sumitomo stammt ebenfalls aus dem Rohstoffsegment. .Allerdings fiel der Umsatz um -0,9% auf 8,2 Billionen Yen. Im 4. Quartal ist der Gewinn um +50% gestiegen. Auch diese beiden Ergebnisse zeigen, dass japanische Unternehmen weiter interessant sind.

     

    Tipp24 meldet sich zurück. Der Glücksspielanbieter ist wegen des neuen Glücksspiel-Gesetzes in Schleswig-Holstein nicht nur wieder auf dem deutschen Markt tätig, sondern steigerte Umsatz und EBIT um +5,7% bzw. +3,5%.

     

    Standpunkt: unter Lotto24.de kann man nun wieder über den privaten Onlineanbieter in deutschen Landen tippen. Die Peinlichkeit, dass der Staat das lukrative Glückspiel an sich ziehen wollte und das mit der angeblich höheren Suchtgefahr bei Privatanbietern begründete, ist allerdings noch nicht ganz zu Ende. Die anderen 15 Bundesländer haben es immer noch nicht aufgegeben, ihre von Gier getriebene unberechtigte Vormachtstellung zu zementieren. Wobei da die EU wahrscheinlich einen Strich durchmachen wird. Jedenfalls erwirtschaftet Tipp24 bei Umsätzen im 1. Quartal von 35,4 Mio. Euro ein EBIT von 12,0 Mio. Euro und ein Konzernergebnis von 8,7 Mio. Euro. Tendenz steigend.

     

    Europas Banken bunkern Cash. Einer Untersuchung des Wall Street Journals zufolge, horten die 10 größten europäischen Banken ca. 1,2 Billionen Dollar bei Notenbanken in aller Welt. Das sind +12% oder 128 Mrd. Dollar mehr als im Dezember.

     

    Standpunkt: Nimmt man die Cash-Bestände der Banken zum Jahresende 2010, dann liegen diese momentan sogar um +66% darüber. Da fragt man sich natürlich schon, warum die Bad Notenbank EZB dieses Geld ausgereicht hat, wenn es offensichtlich gar nicht gebraucht wird? Damit gibt die Notenbank die Steuerung aus der Hand. Denn dieser Betrag wird möglicherweise eines Tages mit voller Gewalt in die Wirtschaft schwappen, was die Preise mächtig nach oben treiben wird. Das zeigt, wie unverantwortlich die Bad Notenbank EZB derzeit handelt. Und dass es nicht das Geld ist, das fehlt, sondern Vertrauen. Eines wird mit jedem Tag klarer. Mit dieser Bankenstruktur und solchen Leuten wie Draghi an der Spitze der EZB wird das Vertrauen nicht zurückkommen. Auch nicht mit dieser unsinnigen Griechenlandpolitik, die gestern mit dem nun vorliegenden Wahlergebnis gescheitert ist. Griechenland braucht die Drachme dringender als je zuvor. Wir gefährden mit dieser unsäglichen Wirtschaftspolitik die Demokratie in Griechenland. Und so zeigt es sich allmählich, wer die wirklichen Europafreunde sind. Diejenige, die man als Abweichler und Europa-Gegner diskriminiert und beschimpft hat. Die angeblichen Europa-Befürworter haben das was in Griechenland passiert zu verantworten. Ob das wirklich gute Europapolitik ist, worauf man stolz sein kann?

     

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