ROUNDUP United Internet wächst kräftig - Investitionen drücken Gewinn

    Nachrichtenagentur: dpa-AFX
     |  10.05.2012, 16:01  |  467 Aufrufe  |   | 

    (Neu: Aussagen Unternehmenschef Dommermuth zu De-Mail)

    MONTABAUR (dpa-AFX) - Der Internetdienstleister United Internet (1&1, GMX, Web.de) steckt weiter viel Geld in den Ausbau von neuen Geschäftsfeldern wie sichere E-Mails und einfach zu erstellende Internetauftritte für Privatleute und kleine Unternehmen. Die Mittel dazu holt sich das Unternehmen aus den gut laufenden und etablierten Geschäften. Dazu zählen Anwendungen im Internet sowie der Verkauf von DSL- und Mobilfunkanschlüssen. Der Umsatz legte in den ersten drei Monaten des Jahres getragen von einem starken Kundenwachstum um 16 Prozent auf 577 Millionen Euro zu, wie das TecDax-Schwergewicht am Mittwochabend in Montabaur mitteilte. Damit übertraf das Unternehmen die Prognosen der von dpa-AFX befragten Experten

    Die Investitionen in die neuen Produkte fielen allerdings höher aus als erwartet. So sank der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) um knapp ein Drittel auf 48,3 Millionen Euro und damit stärker als von Analysten vorhergesagt. 'Freud und Leid im ersten Quartal', schrieb DZ-Bank-Analyst Joeri Sels. Langfristig überwiegt jedoch die Freude, so dass er seine Kauf-Empfehlung für die Aktie bestätigte. Er sei sich sicher, dass United Internet das Richtige mache, wenn es neue Wachstumspotenziale im Ausland erschließe. Am Markt wurden die Zahlen gut aufgenommen. Die Aktie legte am Donnerstagnachmittag gut zwei Prozent zu. Händler stuften vor allem das Kundenwachstum positiv ein.

    Die Kundenzahl stieg in den ersten drei Monaten um 320.000 auf 10,99 Millionen - dabei verlief vor allem der Verkauf von Mobilfunkverträgen sehr gut. Aber auch das derzeit im Aufbau steckende Geschäft mit Baukästen für Internetauftritte legte kräftig zu. Gestützt auf das starke Wachstum in den ersten drei Monaten bekräftigte Unternehmenschef, Gründer und Großaktionär Ralph Dommermuth die Prognose, im laufenden Jahr bis zu 1,2 Millionen neue Kunden anwerben zu wollen. Dafür will er in diesem Jahr zwischen 86 und 124 Millionen (Vorjahr: 61) Millionen Euro investieren.

    Vor allem das Angebot zum Erstellen einer eigenen Internetseite (Do-It-Yourself-Homepage) soll in sieben europäischen Ländern und den Vereinigten Staaten ganzjährig beworben werden. Aber auch das Geschäft mit sicheren E-Mails, den sogenannten De-Mails, soll ausgebaut werden. Dommermuth nimmt dafür unter Umständen auch einen Gewinnrückgang in Kauf. So soll der Gewinn vor Zinsen und Steuern je nach Höhe der Investitionen zwischen 243 Millionen und 281 Millionen Euro liegen. 2011 hatte der Wert bereinigt um den positiven Effekt aus einem Aktienverkauf bei 253 Millionen Euro gelegen. Im ersten Quartal gab United Internet bereits 37 Millionen Euro für den Aufbau der Geschäftsfelder aus.

    Deutlich nach oben soll es beim Umsatz gehen. So rechnet der 48-jährige Manager im laufenden Jahr mit einem Umsatzplus von 15 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro - 2013 sollen es dann schon knapp 2,8 Milliarden Euro werden. Im kommenden Jahr rechnet Dommermuth, der das Unternehmen 1988 gegründet und 42 Prozent des an der Börse mit knapp 3,2 Milliarden Euro bewerteten Unternehmens hält, auch wieder mit einem deutlichen Ergebnisanstieg. Dann sollen die Anlaufverluste in den neuen Sparten zurückgehen.

    Der Internet-Unternehmer, der Anfang der neunziger Jahre durch den Verkauf von BTX-Zugängen - eine Art Vorläufer des Internets - für die Deutsche Telekom groß geworden ist, will dann die Ernte des Wachstums auch beim Gewinn einfahren. So soll der Gewinn je Aktie im Jahr 2013 auf 1,00 bis 1,10 Euro steigen - dies wären bis zu 39 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. 2012 wird hier ein Wert zwischen 80 und 90 (2011: 79) Cent erwartet. Im ersten Quartal ging der Gewinn je Aktie um 5 Cent auf 15 Cent zurück.

    Dommermuth nannte weiter keinen konkreten Zeitpunkt für den Start des Geschäfts mit sicheren E-Mails - den sogenannten De-Mails - nennen. 'Ich kann noch nicht genau sagen, wann wir das Produkt starten können. Es soll aber in den nächsten Monaten losgehen', sagte er der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX 'Aktuell kann ich auch noch nicht einzuschätzen, wie viele der bereits registrierten Kunden dann das Produkt auch aktiveren.' Derzeit seien rund 900.000 Nutzer für eine mögliche Nutzung des sicheren E-Mail-Verkehrs registriert.

    'Ich sehe uns im Vergleich zur Deutschen Post im Vorteil, da wir bereits ein starkes Geschäft mit Mails haben und unsere Kunden ihre Accounts bei 1&1, GMX oder WEB.DE bereits aktiv nutzten, sagte Dommermuth. Trotz des sich hinziehenden Starts bereut der 48-jährige Manager, der das Unternehmen 1988 gegründet hat, die Investitionen in das neue Angebot nicht. 'Ich habe die Lust an dem Produkt noch nicht verloren. Im Gegenteil, uns war von Anfang an klar, dass wir hier einen langen Atem brauchen.'/zb/he


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