DAX: Die USA als Zünglein an der Waage?

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    Gastautor: Nicolai Tietze
     |  18.11.2012, 09:00  |  1313 Aufrufe  | 


    In einer ersten Reaktion freuten sich die Anleger in der vergangenen Woche in Europa über den Sieg Barack Obamas bei der US-Präsidentschaftswahl gegen seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney. Doch anhand fallender Aktienkurse wurde relativ schnell deutlich, dass die Investoren scheinbar begriffen haben, dass die US-Politik immer noch sehr weit weg von der Lösung des Problems der „Fiskalklippe“ entfernt zu sein scheint.

    Die Freude der Anleger über die Wiederwahl Barack Obamas zum US-Präsidenten währte nur sehr kurz. Seitdem mussten sowohl die wichtigsten US-Aktienindizes als auch der deutsche Leitindex DAX Verluste hinnehmen. Dabei wurde die Nachrichtenlage - und damit letztlich auch die Anlegerstimmung - durch die Frage bestimmt, ob die USA einen Sturz von der so genannten „Fiskalklippe“ verhindern können. Sollten sich die Parteien in Washington nicht auf einen Kompromiss beim notwendigen Sparpaket bis zum Ende des Jahres einigen können, setzen nämlich automatische Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen ein, die zu einer deutlichen Abschwächung der US-Wirtschaft führen könnten.

    Ein möglicher Konjunktureinbruch bei der größten Volkswirtschaft der Welt wäre allerdings nicht nur auf die USA beschränkt, sondern in diesem würde die gesamte Weltwirtschaft und die Börsen in Mitleidenschaft gezogen werden. Aber gerade für die Lösung des Problems der „Fiskalklippe“ haben die US-Präsidentschaftswahl und die gleichzeitig abgehaltenen Kongresswahlen zu Mehrheitsverhältnissen geführt, die die vorherige Pattsituation zwischen den beiden großen US-Parteien bestätigt haben:

    Während die Demokraten ihre Mehrheit im Senat behalten konnten, haben die Republikaner im Repräsentantenhaus weiterhin das Sagen. Damit wird eine Kompromissfindung auf den ersten Blick erschwert und die Unsicherheit bei den Investoren erhöht. Sollten sich die Parteien frühzeitig auf einen Kompromiss einigen können, würde eine solche positive Überraschung möglicherweise die Aktienkurse beflügeln. Bei einem Hinauszögern der Lösungsfindung dürfte die Unsicherheit bei den Anlegern immer mehr ansteigen, was sich auch negativ auf die Börsen dieser Welt auswirken könnte.

    Dabei schlagen die Sorgen rund um die Schuldenproblematik der USA zu einer Zeit durch, als es so aussah, als könnten die US-Konjunktur und der Arbeitsmarkt wieder auf die Beine kommen. Denn laut jüngsten Zahlen des US-Arbeitsministeriums haben die US-Unternehmen außerhalb der Landwirtschaft im Oktober 171.000 neue Stellen geschaffen. Volkswirte hatten im Vorfeld lediglich mit 125.000 zusätzlichen Jobs gerechnet. Einen Wermutstropfen gab es aber dann doch noch, denn die Arbeitslosenquote stieg von 7,8 auf 7,9 Prozent. Auch wenn die „Fiskalklippe“ die Entwicklung an den weltweiten Börsen und damit auch im DAX gefährdet, gab es zuletzt zumindest einige positive Konjunkturnachrichten aus der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt zu vermelden. Zwar musste China auch im dritten Quartal eine abnehmende Wachstumsdynamik der Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen, jedoch wuchs die Wirtschaft laut Zahlen des Statistikamtes im Vergleich zum Vorquartal überraschend stark um 2,2 Prozent.

    Spekulative Anleger, die trotz der aktuellen Unsicherheiten auf steigende Kurse beim DAX setzen möchten, könnten dies mit einem Wave XXL-Call der Deutschen Bank (WKN DB8BY0) tun. Der Hebel dieses Open-End-Papiers liegt derzeit bei 2,94, die Knock-Out-Schwelle bei 4.800 Indexpunkten. Wer aber als spekulativer eher fallende DAX-Kurse erwartet, könnte mit einem Wave XXL-Put der Deutschen Bank (WKN DE5LU2, aktueller Hebel 2,72; Knock-Out-Schwelle bei 9.610 Indexpunkten) auf dieses Szenario setzen.

    Stand: 12.11.2012

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    Gastautor

    Der Produktexperte von Deutsche Asset & Wealth Management ist mitverantwortlich für die Produktpalette und den Vertrieb von Hebelprodukten und Zertifikaten. Nach einer Banklehre und einem Betriebswirtschaftsstudium startete er seine berufliche Laufbahn 2002 bei der Deutschen Bank als Aktienhändler.

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