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    !Derivate-Magazin Münchener Rück: Höhenflug dank ERGO-Restrukturierung

    Gastautor: Marc Nitzsche
     |  19.12.2012, 15:35  |  3242 Aufrufe  |   | 

    Die Aktie der Münchener Rückversicherung schoss in den letzten Handelswochen fast schon senkrecht nach oben und ist aktuell nur noch marginal von ihren Ständen vor der Lehman-Pleite entfernt. Und auch wenn zwischenzeitliche Rücksetzer natürlich nicht gänzlich ausgeschlossen werden können, dürfte die jüngste Aufwärtsbewegung erst eine Zwischen-Etappe auf dem weiteren Weg nach oben gewesen sein.


    Gut und günstig

    Grundlos ist die Aktie des Versicherungskonzerns natürlich nicht in der Gunst der Anleger gestiegen. Vielmehr dürfte das starke operative Geschäft zahlreiche Investoren zum Zugreifen verleitet haben. Im dritten Quartal verdienten das Unternehmen 1,1 Milliarden Euro nach 290 Millionen Euro im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Dank dieses mehr als erfreulichen Zahlenwerks hat der Konzern seinen Jahresgewinn-Ausblick nunmehr auf drei Milliarden Euro angehoben. Umsatzseitig rechnen die Münchener auf Jahressicht mit Brutto-Erlösen von 52 Milliarden Euro, was ebenfalls einen ansehnlichen Zuwachs bedeutet. In diesem Zusammenhang kommt der Münchener Rück die vergleichsweise vielen Natur-Katastrophen in den letzten Jahren zugute, die die Versicherungsprämien in völlig neue Sphären katapultiert haben. Abgesehen von dem hoch rentablen operativen Geschäft ist die Aktie ungeachtet des erwähnten Kursanstiegs immer noch sehr günstig bewertet. Legt man die angekündigten drei Milliarden Gewinn zu Grunde errechnet sich ein 2012er-KGV von gerade einmal gut acht, welches im Jahr darauf nur unwesentlich höher ausfallen dürfte. Eine Dividenden-Rendite um die fünf Prozent sichert den Kurs des Papiers nach unten sehr gut ab.



    ERGO-Umbau als Kurs-Treiber?

    Insgesamt sollte das operative Geschäft der Münchener Rück in den kommenden Jahren nicht zuletzt auch wegen des angekündigten Ausbaus des Europa-Geschäfts daher weiter wachsen. Erfreulich ist des Weiteren, dass die Gesellschaft künftig auch verstärkt die Rentabilität im Blickfeld haben möchte. Dies gilt im besonderen Maße für die ERGO-Gruppe, die im Wesentlichen das Erst-Versicherungsgeschäft der Münchener Rück abwickelt. Zu der Gruppe gehören namhafte Versicherer wie die DAS, die DVK oder die Victoria. Dies konnte jedoch nicht verhindern, dass sich in Teilbereichen Strukturen etabliert haben, die betriebswirtschaftlich – nennen wir es einmal – suboptimal sind. Dem hat die Mutter nun den Kampf angesagt und Stellenstreichungen bei der ERGO in einem Umfang von 1.350 Arbeitsplätzen im Vertrieb in Aussicht gestellt. Von heute auf morgen lassen sich die Probleme bei ERGO sicherlich nicht aus der Welt schaffen, auch weil Arbeitskämpfe drohen und der Konzern vom Bundesgerichtshof zu Nachzahlungen bei einigen Lebensversicherungskunden verurteilt wurde. Auf Sicht von einigen Jahren besitzt die Ergo-Gruppe wegen den starken Marken und einer Produktpalette, die sich im Konkurrenz-Vergleich nicht zu verstecken braucht ein erhebliches Restrukturierungspotenzial, welches schlussendlich dazu führen sollte, dass die ERGO-Gruppe erheblich mehr zum Gesamtgewinn der Münchner Rück beiträgt.


    Aktien-Rückkaufprogramm läuft auch 2013

    Gestützt wurden die Notierungen der Münchener Rück Aktie im Übrigen auch durch das seit einiger Zeit laufende Aktien-Rückkaufprogramm, welches entgegen anders lautenden Spekulationen auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden soll. Zwar teilte der Konzern mit, dass Anleger in diesem Punkt nicht allzu viel erwarten sollten, Angesichts der aktuellen Kapitalisierung erscheint es aber  möglich, dass es in 2013 in gewissem Umfang zu einer Kapital-Repartiierung kommen könnte. Wenn Unternehmen verstärkt eigene Aktien zurückkaufen, bedeutet das übersetzt, dass man gegenwärtig keine besseren Investments als die eigene Aktie sieht. So eine Einstellung dürften auch Privatanleger wohlwollend zur Kenntnis nehmen.


    Charttechnisch voll in Bullenhand

    Aber auch charttechnisch deutet eigentlich alles auf weiter steigende Notierungen hin: der Aufwärtstrend seit Sommer letzten Jahres ist ungebrochen und hat dafür gesorgt, dass sich der Kurs komfortabel oberhalb seiner 38- und seiner 200-Tage-Linie festsetzen konnte. Gleichzeitig generieren viele wichtige Indikatoren (Stochastik, MACD) Kaufsignale oder befinden sich im bullischen Terrain (Momentum, RSI). Damit dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, wann das 2007er-Hoch bei 140 Euro Geschichte ist.






    Discount-Zertifikate und Turbo-Long-Produkte überlegenswert

    Die Erwartungshaltung bezüglich zumindest moderat steigender Notierungen lässt sich für vorsichtige Anleger unter anderem mit dem Discount-Zertifikat der HypoVereinsbank (WKN HV77HA) handeln. Das Produkt bietet bei einem Discount von gut zehn Prozent und einem Cap bei 160 Euro bis zum Ende der Laufzeit am 19.06.2014 eine Rendite-Chance von über 30 Prozent (19 Prozent per anno). Für ein konservatives Investment ist dies ein mehr als ansehnlicher Wert, wobei man immer im Hinterkopf behalten muss, dass man auf Grund der Cap-Konstruktion an Kursanstiegen jenseits der 160-Euro-Marke nicht mehr partizipiert. Aber ob eine Dickschiff-Aktie wie die Münchner Rück innerhalb von eineinhalb Jahren so viel Aufwärtsdynamik an den Tag legt, dass diese Marke überschritten wird, muss doch ernsthaft bezweifelt werden. Wer eher auf den schnelle Euro aus ist, sollte sich das Turbo-Long-Produkt der HypoVereinsbank mit der WKN HV7W5F näher ansehen. Bei einem Basispreis von 111,77 Euro, der gleichzeitig auch als Knock-out-Schwelle fungiert beträgt die Hebelwirkung des Open-End-Produkts  5,35 und ist damit einerseits nicht zu aggressiv, andererseits aber auch hoch genug, um auch nur von überschaubaren Kursanstiegen der Münchener Rück Aktie zu profitieren.


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