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    Kursbewegungen Lesen (Nokia, Commerzbank, E.on, Wacker Chemie etc. ...)

     |  03.01.2013, 01:14  |  6673 Aufrufe  |   | 

    Update

    Liebe Trader und Investoren,

     

    nach meinem gestrigen Rückblick geht’s heute mit meinem Ausblick weiter.

     

    Welche Aktien finde ich u.a. interessant?

     

    - Spannend finde ich weiterhin die Aktie der Commerzbank (s. im einzelnen dazu meine gestrigen Äußerungen bzw. die vom 25.09.2012). Das Chartbild würde sich bei Kursen oberhalb von 1,52 Euro deutlich bessern. Gelingt hier der Ausbruch, später auch über den Bereich von ca. 1,60 Euro, dann wäre Platz, zunächst in Richtung 1,80 Euro, später gen 2 Euro rum. Zudem auch antizyklisch insofern interessant, als dass die öffentliche Meinung insbesondere gegenüber der Bankenbranche ganz allgemein derzeit als desaströs zu bezeichnen ist (s. z.B. zuletzt die Razzien bei der Deutschen Bank und auch der spätere Aufschrei der öffentlichen Meinung zum folgenden Protestanruf vom CEO Fitschen).

     

    - Geprügelt sind auch die Energiekonzerne, so RWE und E.on. Die Energiewende in Deutschland kommt kaum voran, die Gewinne sind eingebrochen, die Dividende zumindest in der bisherigen Höhe steht für das nächste Jahr etwa bei E.on zur Disposition, was dem Dividenden-Titel vom Kurs her nicht geschmeckt hat. Die öffentliche Meinung hat zudem kein Mitleid mit „gierigen“ Strom-Multis. Allerdings macht die Restrukturierung des Konzerns Fortschritte, und dies bei einem aktuellen Buchwert-Abschlag von ca. 30%! Antizyklisch insofern auf die Watch-Liste, zumal ich insbesondere bei E.on die aktuelle Bodenbildung interessant finde. Ein Stopp kann schön unterhalb der derzeitigen Bodenbildung bei ca. 13,50 Euro gesetzt werden. Kurse nachhaltig oberhalb von ca. 14,25 Euro sollte weitere Kursgewinne zur Folge haben. Ein Gap im Bereich von 16 Euro ist ggf. auch noch zu schließen. Kurzum, die heutige Kursbewegung macht Appetit auf mehr!

     

    - Wie gesagt, ich war bei Metro vor knapp 1/2-Jahr aufgrund der Vielzahl der Probleme sehr skeptisch für die Aktie und habe sie seinerzeit short gesehen. Ich nehme allerdings die aktuelle Restrukturierung zur Kenntnis – im Übrigen auch zu meiner Freude...(denn sollte ich ggf. short für eine Aktie eingestellt sein, bin ich niemals missgünstig für das Unternehmen gestimmt. Das eine hat natürlich mit dem anderen nichts zu tun.) Günstig bewertet ist der Titel. Das Tape sieht gut aus, vor kurzem ist im Bereich von ca. 21 Euro rum im Rahmen der aktuellen Bodenbildung ein 3. höheres Tief gebildet worden. Oberhalb von ca. 22,50 Euro sollte es dann schneller gehen. Ich bin gespannt...und Sie sehen, es ist wichtig zu erkennen, eigene Überlegungen und Analysen bei Bedarf umzuwerfen und ggf. schnell wieder mit Mr. Market in Übereinstimmung zu bringen.

     

    - Bei Wacker Chemie müssen wir als Außenstehende aktuell abwarten. Ich hatte sie vor einigen Wochen in der Bodenbildung auf meiner Liste (das müssen Sie mir jetzt ggf. bitte einfach abnehmen!); der Kurstrigger lag seinerzeit um 44,50 Euro rum. Danach ging´s schnell, wie Sie sehen können....Eine etwaige bullische Konsolidierung im Bereich von ggf. 55 Euro rum würde ebenfalls zum Einstieg einladen – auf die WL long!

     

    - Peugeot, mittlerweile auf diesem Bewertungsniveau eine Turnaround-Chance – dazu äußere ich mich nochmal separat. Auf die WL long!

     

    - Zu guter Letzt Nokia: Natürlich eine ganz heiße Turnaround-Kiste! Und wie schlecht sah es noch Mitte dieses Jahres aus. Massive operative Verluste ließen die verbleibenden Cash-Reserven immer weiter abschmelzen. Klar war, trotz der noch verbliebenden hohen werthaltigen Patent-Reserven und einer bereits schon niedrigen Unternehmensbewertung würde bei Nokia in absehbarer Zeit ohne einen zukünftigen nachhaltigen Verkaufserfolg eines seiner Produkte schlicht das Licht ausgehen, eine etwaige vorherige Übernahme durch andere Player mal außen vorgelassen! Und für mich war seinerzeit noch nicht absehbar, auf welchem Weg es ggf. wieder aufwärts gehen könnte.

     

    Und was geschah dann nach den Quartalszahlen Q2 im Juli? Zunächst ein unglaublicher short-Queeze mit einer Kursverdopplung bis ca. 2,80 Euro rum, später eine sehr sehr bullische Bodenbildung. Mr. Market sprach also überaus deutlich zu uns, das Tape sprach Bände!

     

    Und da idealerweise und auch erfahrungsgemäß Fundamentales und Technisches zumindest auf die Dauer korrelieren, war ich aufgefordert nachzudenken.

     

    Und ich begann, intensiv nachzudenken, wie das seinerzeit als doch noch zeitlich relativ entfernter Hoffnungsträger gepriesene smartphone Lumia 920 wohl ein etwaiger Treiber einer Erholung des Unternehmens und seiner Aktie werden könnte. Und meine Überlegungen waren dann in etwa...Überlegungen zur Nokia-Kooperation mit Microsoft; Windows ebenfalls als Smartphone-Betriebssystem; ein weiterhin stark wachsender globaler Smartphone-Markt, in dem noch Platz neben Samsung und Apple für einen dritten oder sogar vierten starken Player ist (auf welcher Volumenbasis auch immer); ein aus guten Zeiten vor einigen Jahren noch bestehendes intaktes Vertriebs- und Logistiknetz der Finnen, wo also im Fall der Fälle Produkte potentiell schnell in den „Markt gedrückt“ werden können; ein noch verbliebener guter Ruf des Unternehmens – letztlich hatten die Finnen ja nur die Smartphone-Weiterentwicklung verschlafen, aber keinen schlechten oder sogar desaströsen Technik-Ruf mittlerweile erlitten; d.h. sie hatten nicht viele, sondern nur eine einzige, aber natürlich große Baustelle zu schließen, um wieder halbwegs aufschließen zu können – schwierig, aber machbar; und damit dann zusammenhängend mein Gedanke, dass ein halbwegs gutes Smartphone wohl von den vielen vielen alten treuen Nokia-Anhängern in jedem Fall gekauft würde...ein Blick auf einige Foren in den einschlägigen Aktienboards bestätigte hier – insbesondere aus Sentiment-Aspekten – auch meine Überlegungen!

    Und sollten diese Gedanken richtig sein und dann auch auf die noch verbliebenen hohen Bewertungsreserven des Unternehmens stoßen – ja dann sollte es eigentlich früher oder später sogar deutlich aufwärts gehen, sprich dieses Sammelsurium sollte Kurstreiber genug sein.

     

    Und meinem eigenen inneren und auch den äußeren Skeptikern habe ich entgegen gehalten: Hier müssen natürlich nicht Verkaufszahlen erreicht werden wie bei den beiden Flagschiffen Apple und Samsung...würde dies so sein, würde die Nokia-Aktie nicht da stehen, wo sie heute übergeordnet steht, nämlich fast ganz unten! Eine etwaige Erholung der Verkaufszahlen würde ggf. natürlich ganz langsam erfolgen.

     

    Im Übrigen – bei aller berechtigten Skepsis von vielen Diskutanten ob der Zukunft von Nokia und seiner Aktie - sei gesagt...es genügt ja an der Börse für eine ggf. nur vorübergehende deutliche Erholung des Aktienkurses eine ggf. nur vorübergehende, leichte Verbesserung der wirtschaftlichen Situation des Unternehmens bzw. der begründeten Hoffnung auf eine solche Verbesserung; alles darüber ist noch ein Zuschlag!

    Mit anderen Worten...droht eine Insolvenz, ist alles schwarz...auf meiner eigenen zur Veranschaulichung entworfenen Skala zwischen +100 (für optimal) und -100 (für rabenschwarz) erreichen wir dann halt den Bereich von knapp vor -100... Tiefstkurse werden bei einer Aktie erreicht.

    Bessert sich die Lage dann nur ein wenig, sagen wir in den Bereich von immer noch schlechten -50, dann ist das Presse- und auch Analysten-Echo erfahrungsgemäß immer noch überwiegend schlecht. Nur – der Kurs ist dann trotzdem bereits um – sagen wir – 50-100% gestiegen.

    Und darum geht es doch an der Börse dem typischen Anleger. Er möchte schlicht Kursgewinne erzielen. Und solche Kursgewinne bei Aktien in solchem Ausmaß in überschaubarem Zeitraum erziele ich überwiegend nur bei vergleichbaren Situationen wie z.B. der von Nokia (oder in bestimmten anderen Konstellationen wie z.B. Neubewertungsprozessen, den seltenen Boomphasen wie seinerzeit während der Internet-Blase o.ä.).

     

    Ähnlich wie bei Wacker Chemie müssen Sie mir nun einfach glauben, dass ich Nokia daher in der überaus bullischen Bodenbildungsphase bis Mitte November auf der Liste hatte. Jegliche Einstiege im Bereich zwischen 2 und 2,20 Euro waren seinerzeit ideal. Mit dem Bruch der 2,20 Euro begann es Spaß zu machen. Und erst jetzt beginnt sich die Nachrichtenlage ganz allmählich zu bessern, obwohl sie sicherlich immer noch nicht als gut zu bezeichnen ist; gucken Sie nur auf die aktuellen Einschätzungen des Gros der großen Analystenhäuser: Diese sind ganz überwiegend weiterhin pessimistisch, das o.g. beschriebene typische Szenario...

    Auf meiner o.g. Skala sind wir jetzt ggf. bei -70 abgekommen. Dies ist vergleichsweise immer noch negativ, aber Nokia steht bereits bei über 3 Euro und hat daher seit den November-Kurse bereits ca. 50% dazu gewonnen. Ja, so läuft halt die Börse, oder mit anderen Worten: Sie nimmt Entwicklungen halt vorweg! Sie sehen, auch hier ist der fundamentale Gedanke, gepaart mit dem Angebot von Mr. Market zum Tape Lesen richtig...und wird ggf. mit großen Gewinnen in kurzer Zeit belohnt.

     

    Inwieweit das aktuelle Prinzip Hoffnung sowie ein derzeitiger positiver newsflow bei Nokia am 24.01. beim Bericht der Q4-Zahlen unterfüttert und von der Börse auch honoriert werden wird, müssen wir abwarten. Ich kann mir jedenfalls vorstellen, dass die Aktie zunächst weiter steigen sollte – die üblichen Schwankungen natürlich inbegriffen. Etwaige Neueinsteiger sollten eine vorherige Konsolidierung abwarten.

     

    Übrigens, ob Nokia letztlich wieder mal zu alter Größe zurückkehren wird, weiß ich nicht. Ich habe dazu keine Meinung, zumal ich nicht überaus technik-affin bin, nett ausgedrückt... Aber das muss ich auch nicht. Ggf. werde ich dann – wenn es soweit sein sollte – bereits lange nicht mehr in der Aktie drin sein, schlicht da ich die weitere Zukunft nicht für mich ausreichend beurteilen kann. Aber dann wird es bestimmt auch wieder eine neue Nokia-Aktie geben, und zwar in einer vergleichbaren Situation wie Nokia vor wenigen Wochen. Und da werde ich dann hoffentlich wieder dabei sein...:-)!

     

    Ich grüße Sie und bis bald!

     

     

     

     

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    Christian-Albrecht Kurdum verfügt über zehn Jahre Berufserfahrung als Trader und Investor. Der zertifizierte DVFA-Finanzanalyst und Portfoliomanager bei einem Vermögensverwalter in München blickt auf eine langjährige Erfahrung an den Kapitalmärkten und als Rechtsanwalt auch auf das Wirtschafts- und Steuerrecht zurück.

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