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Meinung: Die Eurobombe entschärfen

Meinung Die Eurobombe entschärfen

Gastautor: Wilhelm Hankel
24.04.2013, 09:55  |  10707   |  16   |   
Seit einigen Jahren schwelt die Eurokrise in Europa. Immer größere Rettungspakete werden verabschiedet, immer neue Methoden zur Eurorettung ersonnen. Einer der größten Kritiker der Gemeinschaftswährung und der Euro-Rettungspolitik ist Prof. Dr. Wilhelm Hankel. Der Volkswirt, Eurokritiker der ersten Stunde und Buchautor erklärt,  welche Fehler er in dem Euro sieht und welche Lösung er Bundeskanzlerin Angela Merkel empfehlen würde.


 
 
Herr Prof.Dr. Hankel, Sie gelten in Deutschland als einer der profiliertesten Gegner des Euro. Vor der Währungsunion hatten Sie vor den Folgen durch die Euro-Einführung gewarnt. Vieles hat sich bewahrheitet. Was wurde Ihrer Meinung nach bei der Einführung des Euro falsch gemacht?
 

Prof. Dr. Hankel: Der gravierendste Fehler war, dass den unterschiedlichen Volkswirtschaften ihre Wechselkurse genommen wurden. Nur mit eigenen Wechselkursen kann man die Folgen politischer Entscheidungen abfedern und die Volkswirtschaften können sich in einem gemeinsamen Markt und den damit verbundenen Nationen miteinander abstimmen. Wie schon der große Ökonom Milton Friedman sagte: Es ist immer leichter einen Preis zu verändern – den Wechselkurs statt der Millionen, Preise, Kosten, Löhne, Renten. Das war auch der Inhalt der Klage die meine Kollegen und ich damals vor dem Bundesverfassungsgericht schon vor der Euroeinführung vorgebracht hatten. 
 
 
Seit mehr als drei Jahren schwelt die Euro-Schuldenkrise in Europa. Was wurde Ihrer Meinung nach seit Ausbruch der Eurokrise falsch gemacht?
 


Prof. Dr. Hankel: Zum ersten Fehler wurde noch ein zweiter gravierender Fehler hinzugefügt. Die automatisierte Finanzierung von Leistungsbilanzen und von Budgetdefiziten. So etwas nennt man monetäre Staatsfinanzierung. Auch wurde zur Eurorettung ein schwerer Rechtsbruch begangen: Das Bail-Out Verbot wurde missachtet. Dies war eine ökonomische Dummheit ersten Ranges, da die Staaten sich jetzt weiter unverantwortlich verhalten werden. Es ist zu einem Moral Hazard Problem bei den Staaten kommen. Die Eurorettung löst also nicht die Eurokrise sondern verschärft sie sogar, da sie dadurch zu einer systemischen Krise wird.

 

 
 
Jüngst wurde auch das kleine Zypern als systemrelevant gerettet. Das Land hat einen Finanzbedarf von rund 23 Milliarden Euro. Doch gilt Zypern auch als Eldorado für Geldwäsche und Schwarzgeldkonten. Ist denn eine Rettung Zyperns überhaupt noch für den deutschen Steuerzahler nachvollziehbar?
 

Prof. Dr. Hankel: Zypern ist das Menetekel für die Zukunft von Deutschland und ganz Europa. Denn jetzt sanieren auch die Sparer die Banken. Für mich ist dies besonders schmerzlich. Ich habe mit der Bankenenquete von 1969 den Anstoß zur Einlagensicherung in Deutschland gegeben, wofür ich übrigens das Bundesverdienstkreuz erhalten habe. Die Situation in Zypern ist ein Alarmsignal für Deutschland und ganz Europa.


 
 
In Deutschland werden die Vorteile des Euro für das Land und die Wirtschaft betont. Sie verneinen dies. Warum ist Ihrer Meinung nach der Euro schlecht für Deutschland?
 

Prof. Dr. Hankel: Davon kann sich jeder selber überzeugen, indem er Deutschland mit der Schweiz vergleicht. Dort herrscht das was wir auch einmal hatten: Vollbeschäftigung, Währungsstabilität, Ruhe am Arbeitsmarkt, Lohnzuwächse und eine positive Entwicklung der Realeinkommen.


 
 
Also sollte Deutschland die D-Mark wieder einführen und damit riskieren, dass der Export einbricht, wenn die D-Mark stark aufwertet?


 
Prof. Dr. Hankel: Die Schweiz ist die Antwort. Können sie sich vorstellen, dass die USA ihren Dollar aufgibt oder Russland den Rubel, um den Euro einzuführen? Die jetzige Eurokrise ist abschreckend für andere Staaten, auch außerhalb der EU.

 
 

Was halten Sie von den Rettungspaketen, die für die Eurokrisenländer geschnürt wurden? Wer hat davon am meisten profitiert?
 
Prof. Dr. Hankel: Sie müssen wissen: Nicht der Euro wird gerettet, sondern das falsch in den Euro investierte Geld. Es wird das Geld der Banken gerettet, eventuell auch das Geld von „selbstlosen“ Ratgebern wie George Soros. Die Steuerzahler retten also das in den Eurosand gesetzte Geld der Investoren.


 
 
Nach offizieller Darstellung wurden bislang nur Bürgschaften vergeben. Wann rechnen Sie damit, dass es zu echten Verlusten kommen wird? 

 
Prof. Dr. Hankel: Wolfgang Schäuble muss sich fragen lassen: Warum bucht der Rettungsschirm ESM die Bürgschaften als echte Forderungen gegen die Länder ein, gewissermaßen als ausstehendes Eigenkapital? Aufgrund der ESM-Bilanz besteht der Verdacht, dass Herr Schäuble eigentlich einen falschen Haushalt vorgelegt hat. Es fehlen 168 Milliarden Euro an Nachschussverpflichtungen, die jederzeit abgerufen werden können.


 
 
Wie hoch werden diese Verluste Ihrer Meinung nach sein?


 
Prof. Dr. Hankel: Die Verluste der Finanzindustrie gehen jetzt schon in die Billionen Euro. Aber viel schlimmer werden die Verluste der Realindustrie sein. Es wird zu einer Kapitalflucht kommen. Es wird viel Geld in „totes“ Kapital wie Edelmetalle fließen. Dieses Geld wird dann aber nicht mehr der Realwirtschaft als wagnisbereites Investitionskapital zur Verfügung stehen. Der Ausweg der Politik aus diesem Dilemma: Seit Zypern wissen wir, dass die Eurokommission auf den verhängnisvollen Artikel 66 der AEU-Verträge schielt: Der Einführung von Kapitalverkehrskontrollen und Kapitalausfuhrverboten. Aus dem Euro wird dann keiner zweite D-Mark, sondern eine zweite DDR-Mark.

 
 
Vor kurzem wurde eine neue Partei gegründet, die die Einführung des Euro als fatale Fehlentscheidung bezeichnet. Würden Sie Alternative für Deutschland unterstützen?


 
Prof. Dr. Hankel: Gute Absichten sind leider nicht immer gute Ausführungen. Die grundsätzlichen Ziele der Alternative für Deutschland unterstütze ich. Aber mir ist noch nicht klar, wie die Partei die Umsetzung ihrer Ziele ohne ernsthafte Gefährdung der deutschen Sparer durchsetzen will. Wir bekämen eine Währungsreform ohne zu wissen, welche Resultate daraus entstehen. 

 
 
Was sind Ihre Lösungsansätze? Was würden Sie der deutschen Regierung und Bundeskanzlerin Angela Merkel vorschlagen, um die Eurokrise zu beenden?

 
Prof. Dr. Hankel: In meinem neuen Buch „Die Eurobombe wird entschärft“ schlage ich bereits eine Lösung der Eurokrise vor. Und dies ist eine vollkommen europäische Lösung, eine Lösung die alle 17 Eurostaaten akzeptieren können. Wir behalten den Euro und führen nationale Währungen wieder ein. Aus dem alten ECU wird der Euro, aber diesmal als eine echte Währung. Dann können die Bürger und Sparer entscheiden in welcher Währung sie ihre Ersparnisse anlegen. Dies würde dem 500 Jahre alten Gresham Gesetz entsprechen: Zum Sparen wird das beste Geld ausgesucht. Gresham war der Schatzkanzler von Queen Elizabeth I., der Förderin von Shakespeare. Die politische Attraktion meines Vorschlages liegt auf der Hand: Jedes Land erhält seine eigene Währung und es gibt keine Währungsgräben in Europa mehr. Außerdem würde Europa damit offener für weitere Länder auch außerhalb der jetzigen EU. Dann würden eventuell auch Länder wie Norwegen, Schweiz oder Russland der EU beitreten. Das wäre dann ein wahres vereintes Europa. Eigentlich verdiene ich für diesen Vorschlag den Karlspreis für gute Europäer.

 
 
Sie sind oft auf Vorträgen zu sehen. Gibt es eine Übersicht wo man einen Ihrer Vorträge besuchen kann?
 
Prof. Dr. Hankel: Leider nein. Meine Vorträge finden immer nur in kleinen Kreisen statt. Ich werde seit langem von den öffentlichen Medien boykottiert. Es begann bereits vor Einführung des Euro. Damals sollte ich bei Sabine Christiansen eine kritische Debatte mit Wolfgang Schäuble, der damals noch kein Finanzminister war, führen. Ich wurde erst eingeladen und dann wieder ausgeladen. Dieses Schema hat sich in den letzten Jahren fortgesetzt. Einladungen zu Formaten wie „Hart aber fair“ oder „Anne Will“ sind erst bei mir eingegangen und dann wurde ich wieder ausgeladen. Erst kürzlich hatte mich der Sender RTL zu einer Sendung mit positiver Würdigung der AFD eingeladen. Nach einigen kritischen Bemerkungen zur AFD wurde ich wieder ausgeladen. Obwohl ich schon vor der Euroeinführung vor den Folgen gewarnt habe, werde ich von den Medien aufgrund meiner kritischen Meinungen ignoriert. Man lädt lieber die Leute ein, die sich offensichtlich geirrt haben und diesen Irrtum heute noch vertreten.

 
 

Wo kann man Ihre Bücher kaufen?
 
Prof. Dr. Hankel: Meine Bücher kann man in fast jeder Buchhandlung oder Online bei Amazon kaufen. Insbesondere mein neues Buch „Die Eurobombe wird entschärft“ erfreut sich steigender Beliebtheit und geht buchstäblich weg wie warmes Brot. Ich bin froh darüber, denn unsere Bürger müssen aufgeklärt werden. Vor allem darüber, was ihnen die Politik verschweigt oder falsch darstellt.   
 
 
Weiterführende Informationen und Links:
Facebook-Profil: Prof. Dr. Wilhelm Hankel
 
 


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Kommentare

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raceglider
10.05.13 10:50:01
Du brauchst Dich doch hier nicht vor aller Augen selbst zu richten.

Tu Dir das nicht an und belaste Dich statt dessen mit etwas mehr Kenntnis.
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Keilfleckbarbe
09.05.13 22:50:04
Mehr Geld, immer mehr mehr Geld sollte in notleidende Länder gepumpt werden, flutet die Märkte mit Geld, bezahlt aus gut old germany ! Den Aktienmärkten gefällt das
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raceglider
08.05.13 23:07:39
Ja, und vorher von Herrn Ackermann, als der noch für den Erhalt der Aktiva in seiner Bank sorgen musste.

Auf die Idee, einen uneigennützigen Fachmann zu befragen, ist sie wohl nicht gekommen. Kohl´s Erbi neben. Die Pflaume fällt nicht weit vom Stamm.
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Adaptive
28.04.13 17:49:54
Empfehlenswerter Vortrag

Prof. Wilhelm Hankel - Bürger gegen den Euro-Wahn
http://www.youtube.com/watch?v=eRuBa3jwc6M
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Borealis
26.04.13 12:46:05
Ob uns der Laden in Euro oder in DM um die Ohren fliegt, ich kann da keinen nennenswerten Unterschied entdecken.
Auch in Zeiten der DM war der Anstieg der Staatsschulden unaufhaltsam. An einen Schuldenabbau war, selbst wenn man es gewollt hätte, überhaupt nicht zu denken. Die Schulden sind nur die Kehrseite der Vermögen. Wer Schulden abbauen will, müßte in gleichem Umfang Vermögen abbauen. Ohne Vermögensabbau werden die Schulden nicht abgebaut, sondern bloß anderen (Unternehmen, Privathaushalte) aufgebürdet.

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Meinung Die Eurobombe entschärfen

Seit einigen Jahren schwelt die Eurokrise in Europa. Immer größere Rettungspakete werden verabschiedet, immer neue Methoden zur Eurorettung ersonnen. Einer der größten Kritiker der Gemeinschaftswährung und der Euro-Rettungspolitik ist Prof. Dr. Wilhelm Hankel. Der Volkswirt, Eurokritiker der ersten Stunde und Buchautor erklärt,  welche Fehler er in dem Euro sieht und welche Lösung er Bundeskanzlerin Angela Merkel empfehlen würde.


 
 
Herr Prof.Dr. Hankel, Sie gelten in Deutschland als einer der profiliertesten Gegner des Euro. Vor der Währungsunion hatten Sie vor den Folgen durch die Euro-Einführung gewarnt. Vieles hat sich bewahrheitet. Was wurde Ihrer Meinung nach bei der Einführung des Euro falsch gemacht?
 

Prof. Dr. Hankel: Der gravierendste Fehler war, dass den unterschiedlichen Volkswirtschaften ihre Wechselkurse genommen wurden. Nur mit eigenen Wechselkursen kann man die Folgen politischer Entscheidungen abfedern und die Volkswirtschaften können sich in einem gemeinsamen Markt und den damit verbundenen Nationen miteinander abstimmen. Wie schon der große Ökonom Milton Friedman sagte: Es ist immer leichter einen Preis zu verändern – den Wechselkurs statt der Millionen, Preise, Kosten, Löhne, Renten. Das war auch der Inhalt der Klage die meine Kollegen und ich damals vor dem Bundesverfassungsgericht schon vor der Euroeinführung vorgebracht hatten. 
 
 
Seit mehr als drei Jahren schwelt die Euro-Schuldenkrise in Europa. Was wurde Ihrer Meinung nach seit Ausbruch der Eurokrise falsch gemacht?
 


Prof. Dr. Hankel: Zum ersten Fehler wurde noch ein zweiter gravierender Fehler hinzugefügt. Die automatisierte Finanzierung von Leistungsbilanzen und von Budgetdefiziten. So etwas nennt man monetäre Staatsfinanzierung. Auch wurde zur Eurorettung ein schwerer Rechtsbruch begangen: Das Bail-Out Verbot wurde missachtet. Dies war eine ökonomische Dummheit ersten Ranges, da die Staaten sich jetzt weiter unverantwortlich verhalten werden. Es ist zu einem Moral Hazard Problem bei den Staaten kommen. Die Eurorettung löst also nicht die Eurokrise sondern verschärft sie sogar, da sie dadurch zu einer systemischen Krise wird.

 

 
 
Jüngst wurde auch das kleine Zypern als systemrelevant gerettet. Das Land hat einen Finanzbedarf von rund 23 Milliarden Euro. Doch gilt Zypern auch als Eldorado für Geldwäsche und Schwarzgeldkonten. Ist denn eine Rettung Zyperns überhaupt noch für den deutschen Steuerzahler nachvollziehbar?
 

Prof. Dr. Hankel: Zypern ist das Menetekel für die Zukunft von Deutschland und ganz Europa. Denn jetzt sanieren auch die Sparer die Banken. Für mich ist dies besonders schmerzlich. Ich habe mit der Bankenenquete von 1969 den Anstoß zur Einlagensicherung in Deutschland gegeben, wofür ich übrigens das Bundesverdienstkreuz erhalten habe. Die Situation in Zypern ist ein Alarmsignal für Deutschland und ganz Europa.


 
 
In Deutschland werden die Vorteile des Euro für das Land und die Wirtschaft betont. Sie verneinen dies. Warum ist Ihrer Meinung nach der Euro schlecht für Deutschland?
 

Prof. Dr. Hankel: Davon kann sich jeder selber überzeugen, indem er Deutschland mit der Schweiz vergleicht. Dort herrscht das was wir auch einmal hatten: Vollbeschäftigung, Währungsstabilität, Ruhe am Arbeitsmarkt, Lohnzuwächse und eine positive Entwicklung der Realeinkommen.


 
 
Also sollte Deutschland die D-Mark wieder einführen und damit riskieren, dass der Export einbricht, wenn die D-Mark stark aufwertet?


 
Prof. Dr. Hankel: Die Schweiz ist die Antwort. Können sie sich vorstellen, dass die USA ihren Dollar aufgibt oder Russland den Rubel, um den Euro einzuführen? Die jetzige Eurokrise ist abschreckend für andere Staaten, auch außerhalb der EU.

 
 

Was halten Sie von den Rettungspaketen, die für die Eurokrisenländer geschnürt wurden? Wer hat davon am meisten profitiert?
 
Prof. Dr. Hankel: Sie müssen wissen: Nicht der Euro wird gerettet, sondern das falsch in den Euro investierte Geld. Es wird das Geld der Banken gerettet, eventuell auch das Geld von „selbstlosen“ Ratgebern wie George Soros. Die Steuerzahler retten also das in den Eurosand gesetzte Geld der Investoren.


 
 
Nach offizieller Darstellung wurden bislang nur Bürgschaften vergeben. Wann rechnen Sie damit, dass es zu echten Verlusten kommen wird? 

 
Prof. Dr. Hankel: Wolfgang Schäuble muss sich fragen lassen: Warum bucht der Rettungsschirm ESM die Bürgschaften als echte Forderungen gegen die Länder ein, gewissermaßen als ausstehendes Eigenkapital? Aufgrund der ESM-Bilanz besteht der Verdacht, dass Herr Schäuble eigentlich einen falschen Haushalt vorgelegt hat. Es fehlen 168 Milliarden Euro an Nachschussverpflichtungen, die jederzeit abgerufen werden können.


 
 
Wie hoch werden diese Verluste Ihrer Meinung nach sein?


 
Prof. Dr. Hankel: Die Verluste der Finanzindustrie gehen jetzt schon in die Billionen Euro. Aber viel schlimmer werden die Verluste der Realindustrie sein. Es wird zu einer Kapitalflucht kommen. Es wird viel Geld in „totes“ Kapital wie Edelmetalle fließen. Dieses Geld wird dann aber nicht mehr der Realwirtschaft als wagnisbereites Investitionskapital zur Verfügung stehen. Der Ausweg der Politik aus diesem Dilemma: Seit Zypern wissen wir, dass die Eurokommission auf den verhängnisvollen Artikel 66 der AEU-Verträge schielt: Der Einführung von Kapitalverkehrskontrollen und Kapitalausfuhrverboten. Aus dem Euro wird dann keiner zweite D-Mark, sondern eine zweite DDR-Mark.

 
 
Vor kurzem wurde eine neue Partei gegründet, die die Einführung des Euro als fatale Fehlentscheidung bezeichnet. Würden Sie Alternative für Deutschland unterstützen?


 
Prof. Dr. Hankel: Gute Absichten sind leider nicht immer gute Ausführungen. Die grundsätzlichen Ziele der Alternative für Deutschland unterstütze ich. Aber mir ist noch nicht klar, wie die Partei die Umsetzung ihrer Ziele ohne ernsthafte Gefährdung der deutschen Sparer durchsetzen will. Wir bekämen eine Währungsreform ohne zu wissen, welche Resultate daraus entstehen. 

 
 
Was sind Ihre Lösungsansätze? Was würden Sie der deutschen Regierung und Bundeskanzlerin Angela Merkel vorschlagen, um die Eurokrise zu beenden?

 
Prof. Dr. Hankel: In meinem neuen Buch „Die Eurobombe wird entschärft“ schlage ich bereits eine Lösung der Eurokrise vor. Und dies ist eine vollkommen europäische Lösung, eine Lösung die alle 17 Eurostaaten akzeptieren können. Wir behalten den Euro und führen nationale Währungen wieder ein. Aus dem alten ECU wird der Euro, aber diesmal als eine echte Währung. Dann können die Bürger und Sparer entscheiden in welcher Währung sie ihre Ersparnisse anlegen. Dies würde dem 500 Jahre alten Gresham Gesetz entsprechen: Zum Sparen wird das beste Geld ausgesucht. Gresham war der Schatzkanzler von Queen Elizabeth I., der Förderin von Shakespeare. Die politische Attraktion meines Vorschlages liegt auf der Hand: Jedes Land erhält seine eigene Währung und es gibt keine Währungsgräben in Europa mehr. Außerdem würde Europa damit offener für weitere Länder auch außerhalb der jetzigen EU. Dann würden eventuell auch Länder wie Norwegen, Schweiz oder Russland der EU beitreten. Das wäre dann ein wahres vereintes Europa. Eigentlich verdiene ich für diesen Vorschlag den Karlspreis für gute Europäer.

 
 
Sie sind oft auf Vorträgen zu sehen. Gibt es eine Übersicht wo man einen Ihrer Vorträge besuchen kann?
 
Prof. Dr. Hankel: Leider nein. Meine Vorträge finden immer nur in kleinen Kreisen statt. Ich werde seit langem von den öffentlichen Medien boykottiert. Es begann bereits vor Einführung des Euro. Damals sollte ich bei Sabine Christiansen eine kritische Debatte mit Wolfgang Schäuble, der damals noch kein Finanzminister war, führen. Ich wurde erst eingeladen und dann wieder ausgeladen. Dieses Schema hat sich in den letzten Jahren fortgesetzt. Einladungen zu Formaten wie „Hart aber fair“ oder „Anne Will“ sind erst bei mir eingegangen und dann wurde ich wieder ausgeladen. Erst kürzlich hatte mich der Sender RTL zu einer Sendung mit positiver Würdigung der AFD eingeladen. Nach einigen kritischen Bemerkungen zur AFD wurde ich wieder ausgeladen. Obwohl ich schon vor der Euroeinführung vor den Folgen gewarnt habe, werde ich von den Medien aufgrund meiner kritischen Meinungen ignoriert. Man lädt lieber die Leute ein, die sich offensichtlich geirrt haben und diesen Irrtum heute noch vertreten.

 
 

Wo kann man Ihre Bücher kaufen?
 
Prof. Dr. Hankel: Meine Bücher kann man in fast jeder Buchhandlung oder Online bei Amazon kaufen. Insbesondere mein neues Buch „Die Eurobombe wird entschärft“ erfreut sich steigender Beliebtheit und geht buchstäblich weg wie warmes Brot. Ich bin froh darüber, denn unsere Bürger müssen aufgeklärt werden. Vor allem darüber, was ihnen die Politik verschweigt oder falsch darstellt.   
 
 
Weiterführende Informationen und Links:
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