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    Chartanalyse Aktienanalysen: DAX, Dow Jones, Lufthansa, ADIDAS und Daimler im Check

    Gastautor: Sven Weisenhaus
     |  07.03.2014, 11:14  |  1793 Aufrufe  |   | 

    Sie möchten wissen, wie sich DAX und Dow Jones zukünftig entwickelt und warum man bei Aktien wie Lufthansa und ADIDAS vorsichtig werden sollte, während man Daimler ins Depot holen kann? Lesen Sie nachfolgend...

    Sie möchten wissen, wie sich DAX und Dow Jones zukünftig entwickelt und warum man bei Aktien wie Lufthansa und ADIDAS vorsichtig werden sollte, während man Daimler ins Depot holen kann?

    Im Deutschen Anleger Fernsehen DAF ging es am 5. März in der Sendung "Börse Live" genau darum. Lesen Sie nachfolgend die Wiedergabe dieses Interviews.

    DAF-Interview - DAX, Dow Jones, Lufthansa, ADIDAS und Daimler im Check


    Frage 1: DAX

    Die Unsicherheit über die weitere Kursentwicklung ist unverändert. Im kurzfristigen Chart ist eine Seitwärtsrange erkennbar, die ab dem 12. Februar gebildet wurde. Die Range reicht von 9.700 bis runter auf 9.500 Punkte.



    Am Montag ist der DAX wegen der Entwicklungen in der Ukraine nach unten ausgebrochen, aber gestern in diese Range zurückgekehrt. Das Chartbild im DAX ist damit neutral zu werten.
     
    Es fällt aber auf, dass die Ausschläge nach unten heftiger werden. Der DAX scheint dazu zu neigen, die unteren Begrenzungen seiner Trendkanäle anzusteuern.
     
    Beim Blick auf den langfristigen Chart kann man einen Aufwärtstrendkanals seit Sommer 2012 ausmachen, dessen untere Begrenzung bei knapp unter 9.000 Punkten verläuft.



    Unsere (unter anderem) daraus resultierende Erwartung lautet, dass der DAX eine Weile zwischen 9.000 und 10.000 Punkten verbleiben wird. Für Trader ist eine solch breite Range ein Eldorado. Aber man sollte eben mit einem erneuten Rutsch auf 9.000 Punkte rechnen, vielleicht sogar bevor er die 10.000 erreicht.
     

    Frage 2: Dow Jones

    Interessant ist, dass sich S&P500 und Nasdaq100 deutlich besser schlagen als der Dow Jones. Sie haben neue Hochs markiert, während der Dow analog zum DAX läuft. Im langfristigen Chart des Dow Jones lassen sich daher auch ganz ähnliche Trendkanäle wie im DAX einzeichnen.

     

    Für den Dow bedeutet dies, dass ein erneutes Erreichen der Tiefs von Anfang Februar bei ca. 15.350 Punkten einkalkuliert werden sollte. Dort verläuft aktuell die untere Trendlinie des seit Oktober 2011 gültigen Aufwärtstrendkanals.


    Frage 3: Lufthansa

    Die Aktie der Lufthansa tendiert seit rund 20 Jahren in einer Seitwärtsbewegung.

     
    Dies spiegelt aus unserer Sicht die Gegebenheiten der Luftfahrtbranche wider. Geld ist hier nur sehr schwer zu verdienen. Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit (blau in der folgenden Grafik), das operative Ergebnis (braun) und das Ergebnis nach Steuern (grau) bewegen sich (bei der Lufthansa-Aktie) seit 2004 nur zwischen 0 und 1,5 Mrd. Euro. Also eigentlich gibt es hier kein Gewinnwachstum. Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2013 soll unter dem des Vorjahres von knapp 990 Mio. Euro liegen.

    Immerhin konnte der Umsatz in den letzten 10 Jahren von 15 auf 30 Mrd. Euro verdoppelt werden.

    Eine Bewertung von 8,5 Mrd. Euro erscheint nicht gerade teuer. Das KUV liegt nur bei 0,3, das KGV knapp über 10.

    Charttechnisch haben wir es mit einer massiven horizontalen Unterstützung bei 8 Euro und tieferen Hochs zu tun. Das Potential nach oben sehe ich auf ca. 20 Euro begrenzt. Auf dem Weg nach unten liegen Unterstützungen bei 16 und 14 Euro. Kaufen würde ich diese Aktie erst bei der unteren Unterstützung – also bei 14 Euro.


    Frage 4: ADIDAS

    Adidas ist für mich klar überbewertet. Die Marktkapitalisierung liegt bei 17,4 Mrd. Euro. Der Umsatz kann zwar seit Jahren stark gesteigert werden, lag aber 2012 nur bei 14,9 Mrd. und wächst jährlich nur im unteren einstelligen Bereich (2013: 3%), auch wenn das 4. Quartal laut heute veröffentlichter Pressemitteilung mit +12% Umsatzwachstum überraschend gut ausfiel. Das KUV liegt dennoch über 1,14.
     
    Das Ergebnis je Aktie lag im Geschäftsjahr 2013 bei 4,01 Euro, das KGV damit bei über 20 und das PEG bei über 2. Das ist definitiv zu teuer.
     
    Seit Anfang 2009, als auch der DAX sein Tief nach der Finanzkrise hatte, befindet sich die Aktie in einem rasanten und noch intakten Aufwärtstrend. Kritisch wird es erst, wenn der Kurs unter 80 Euro fällt. Dann wären Kurse von 60 Euro denkbar. Dort verläuft die obere Trendlinie eines breiten Kanals.

     

    Optimisten, die der Überbewertung trotzen möchten, können auf dem aktuellen Niveau kaufen mit Kursziel 95 Euro. Ich würde aber erst bei 60 Euro zugreifen.


    Frage 5: Daimler

    Daimler wäre aus den heute analysierten Werten mein aktueller Favorit. Geniale Produkte, günstige Bewertung. Ein typischer Warren Buffet-Wert.
     
    Die Marktkapitalisierung liegt bei 72,5 Mrd. Euro, der Umsatz wächst seit Jahren kontinuierlich und betrug in 2013 118 Mrd. Euro. Daraus errechnet sich ein KUV von nur 0,61.
     
    Ähnlich positiv sieht auch der Jahresüberschuss aus: Er wächst ebenfalls in den vergangenen Jahren kontinuierlich, sogar mit hohen Wachstumsraten von 8% bis 25%. Von 2012 auf 2013 wuchs das Konzernergebnis sogar um 27,6% (Konzernergebnis von 6,83 auf 8,72 Mrd. Euro, EPS 2013: 6,4, 2012: 6,02). Das KGV liegt damit bei rund 10, das PEG weit unter 1.

    Und eine Dividendenrendite von über 3,3% (Dividende 2014: 2,25 Euro) lassen das Anlegerherz noch höher schlagen.

    Charttechnisch sieht die Aktie ebenfalls blendend aus. Aus einem zusammenlaufenden Dreieck ist die im Jahre 2013 ausgebrochen. Seitdem kennt die Aktie kein Halten mehr.



    Zudem ist der Kurs über einen wichtigen Widerstand bei 59 Euro gestiegen. Hier stimmt einfach alles. Im Idealfall sollte man eine kleine Korrektur nutzen, um bei 60 Euro kräftig zuzuschlagen.

    Fazit - Was Sie aus dem Interview ableiten können

    Bereits vor einer Woche kamen wir in der Nachbetrachtung des damaligen DAF-Interviews (DAX, Fresenius, BASF, Dürr) zu dem Fazit, dass das fundamentale Bewertungsniveau vieler Aktien nicht mehr als günstig angesehen werden kann. Nun haben sich zwei weitere Werte dazugesellt: Die erreichten Kursniveaus von Lufthansa und ADIDAS laden derzeit nicht zum Kauf ein.

    Es gibt aber auch noch einzelne Werte, die günstig bewertet und damit durchaus für ein langfristiges Niveau geeignet sind, wie zum Beispiel Daimler.

    Dies passt zu dem Gesamteindruck über den DAX, dass ein Restpotential bis auf 10.000 Punkte besteht, aber ebenso eine weitere Abwärtswelle auf 9.000 Zähler möglich ist. Wir erwarten daher unverändert eine längere volatile Seitwärtsphase zwischen 9.000 und 10.000 Punkten. Je mehr Einzelwerte wir Ihnen hier vorstellen, desto mehr Argumente gibt es, die für genau dieses Szenario sprechen.

    Vor einer Woche schrieben wir: „Würden Sie in einem solchen Gesamtmarkt derzeit Aktien kaufen? Für uns lautet die Antwort auf diese wichtige Frage: Nur wenn die Aktien Kurspotential haben!“ Im „Geldanlage Premium Depot“ nehmen wir genau diese Aktien ins Musterdepot auf, die noch Kurspotential haben. Und wir lassen die Aktien links liegen, die aus unserer Sicht bereits zu hoch sind.

    Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches Händchen an der Börse!
    Sven Weisenhaus

    (Quelle: kostenloser E-Mail-Newsletter “Geldanlage-Brief“)

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    Gastautor

    Sven Weisenhaus ist Trader und Börsenanalyst. Seine Erfahrungen und Analysen veröffentlicht er als Redakteur in verschiedenen Börsenpublikationen. Seit Dezember 2012 veröffentlicht er als Chefanalyst den renommierten "Geldanlage-Brief", einen kostenlosen E-Mail-Newsletter zu den Themen Geldanlage, Börse und Finanzen.

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