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finanzmarktwelt.de Belgien und US-Staatsanleihen - was läuft da?

Gastautor: Markus Fugmann
24.03.2014, 14:15  |  8101   |   |   

Belgien ist in kurzer Zeit zum drittgrößten Gläubiger der USA aufgestiegen - kann das mit rechten Dingen zugehen?

Von Markus Fugmann, www.finanzmarktwelt.de

Wir hatten kürzlich über die merkwürdige Tatsache berichtet, dass Belgien innerhalb kürzester Zeit zum drittgrößten Halten von US-Staatsanleihen aufgestiegen ist. Laut Statistik des U.S. Department Of The Treasury besitzt Belgien nun US-Staatsanleihen im Wert von  mehr als 300 Milliarden US-Dollar – eine Steigerung von fast 300% im Vergleich zum November 2013. Zum Vergleich: Belgiens BIP im Jahre 2013 betrug 100 Milliarden US-Dollar!

Was steckt hinter dieser enormen Zunahme? Zerohedge.com hatte vermutet, dass Belgien gewissermaßen als Bilanzposten fungiere, auf den man Posten verschiebe – um zu verschleiern, dass große Anleihegläubiger wie Russland, vor allem aber China in großem Maßstab US-Staatsanleihen verkauft hätten. Ein nachvollziehbares Motiv: die USA sind abhängig davon, dass Ausländer die enormen Defizite des Landes finanzieren, und wenn nun aufgrund der Russland-Krise sich immer klarer eine strategische Achse zwischen China und Russland abzeichnet, könnte ein Käuferstreik etwa durch China gravierende Auswirkungen auf die USA haben. China als größter Halter von US-Schulden (knapp vor Japan) besitzt US-Staatsanleihen im Gegenwert von knapp 1,3 Billionen Dollar. Die Staatsschulden sind also die Achillesverse der USA, und von daher lässt sich durchaus eine politische Motivation vermuten, dass die USA der Welt möglicherweise die realen Daten vorenthalten. Und Belgien so gewissermaßen als Bilanzposten missbrauchen, um die eigene Verwundbarkeit zu kaschieren.

Dann aber folgte durch einen Lesers unseres Artikels “Das belgische Wunder und US-Staatsanleihen” der Hinweis, dass sich bei der seltsamen Zunahme der Käufe Belgiens um das Unternehmen Euroclear handele.

Euroclear ist ein in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannter Gigant an den Finanzmärkten. Das Geschäftsmodell: Abwicklung von Wertpapier-Transaktionen, Verwaltung hinterlegter Sicherheiten und die Verwahrung von Wertpapieren. Zu den Kunden Eurclears zählen alle, die im Finanzsektor Rang und Namen haben: Großbanken wie die Deutsche Bank, Goldman Sachs etc., aber auch Zentralbanken. Das Unternehmen wickelte alleine im Jahre 2013 Transaktionen im Wert von 573 Milliarden Euro ab – das ist mehr als das Fünffache des BIP Belgiens.

Um dem Hinweis nachzugehen, riefen wir bei der Pressestelle von Euroclear an und bekamen folgende Auskünfte: Das Unternehmen fungiere als Mittler zwischen Käufern und Verkäufern (z.B. bei US-Staatsanleihen), stelle also gewissermaßen die Infrastruktur für die Abwicklung dieser Käufe bereit. Man sei wie in einem Haushalt gewissermaßen das Rohrleitungssystem, durch das das Wasser laufe, bevor es aus dem Wasserhahn komme.

Das bedeutet aber auch: Nicht Euroclear selbst ist der Käufer, sondern eben nur der Mittler. Und deswegen würden Käufe von Staatsanleihen, die Euoclear vermittelt, eben nicht beim US Treasury Department unter “Belgien” verbucht! Auf unsere Frage, wer denn dann die belgischen Käufer seien, gab man uns die Auskunft, dass die belgische Zentralbank aller Wahrscheinlichkeit nach nicht in Frage komme (“Sie können dort gerne anrufen, aber wir glauben nicht, dass man Ihnen dort darüber Auskunft geben wird!”). Möglich sei, dass es sich um Banken aus der Eurozone handle, die die Käufe über belgische Entitäten abwickelten, also Banken wie die Deutsche Bank, die über ihren Sitz in London eine belgische Tochtergesellschaft mit dem Kauf von US-Staatsanleihen beauftragt. Man wolle darüber aber nicht spekulieren, jedenfalls seien die von den USA gemeldeten Werte durchaus auffällig.

Fakt ist also: Euroclear, ein echter Gigant am Markt, ist nicht die Ursache der auffälligen Werte, die die USA in Bezug auf die ausländischen Halter von US-Staatsanleihen gemeldet haben. Entweder sind es große Player am Markt, die in einer konzertierten Aktion zur Auffassung gelangt sind, dass ihr Geld nun am besten in US-Staatsanleihen aufgehoben sei. Oder es ist doch so, wie zerohedge.com vermutet hatte, dass die Amerikaner Bilanztricks anwenden, um eine für sie sehr unangenehme Wahrheit vor dem Ausland zu kaschieren..

Wertpapier: DAX


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