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dima24.de - Ermittlungen: dima24 und der Fluss des Geldes - Neuer Anlageskandal in vielfacher Millionenhöhe?
Foto: Sabrina Manthey

dima24.de - Ermittlungen dima24 und der Fluss des Geldes - Neuer Anlageskandal in vielfacher Millionenhöhe?

13.04.2014, 07:00  |  16446   |   |   
Die Story über die personellen und finanziellen Verflechtungen bei der dima24.de rund um die Person Malte André Hartwieg geht in eine neue Runde: Nachdem wallstreet:online in einem Exklusiv-Bericht im Januar dieses Jahres das Problem der komplexen Firmenverflechtung, das Ausbleiben von prognostizierten Auszahlungen, die Frage des Verbleibs von Anlegergeldern und das Einsetzen von Scheingeschäftsführern im Firmengeflecht aufzeigte, zieht der mögliche Anlegerskandal weitere Kreise.
 
Steuern Anleger in Deutschland auf einen neuen Anlageskandal immensen Ausmaßes zu? Wie die „Welt am Sonntag“ aktuell ebenfalls berichtet, bereiten derzeit rund 500 Anleger Klagen gegen den Münchner Finanzmanager Malte André Hartwieg oder seine Firmen vor. Hartwieg betreibt unter anderem das Finanzportal dima24.de und verwaltet nach eigener Aussage 2,3 Milliarden Euro Anlegergelder. Die Anleger warten derzeit auf versprochene Auszahlungen in Millionenhöhe. Zudem prüfe die Staatsanwaltschaft München, ob Hartwieg womöglich Anleger betrogen und über Risiken nicht hinreichend aufgeklärt hat. 
 
Der Anwalt von Malte Hartwieg bestätigte, dass es Probleme mit der Auszahlung versprochener Gelder gibt: „Es gibt ein Stocken in der Ausschüttung“, sagte Werner Klumpe von der Kölner Kanzlei Klumpe, Schroeder + Partner der Zeitung. Betroffen seien zehn Fonds, unter anderem der Serien „Emirates“ und „New Capital Invest“. Schuld an den Zahlungsverzögerungen sei, so der Anwalt, aber nicht Hartwieg, sondern einer seiner Geschäftspartner. Um wie viel Anlegergeld es geht, dazu machte Anwalt Klumpe keine Angaben. Geltend gemacht würden derzeit knapp zwölf Millionen Euro.
 
Wie die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf mehrere mit dem Fall befasste Anwaltskanzleien weiter ausführt, stehen insgesamt bis zu 200 Millionen Euro auf dem Spiel. Das Geld ist unter anderem angeblich in einer Biodiesel-Raffinerie und einem Betonwerk in den Vereinigten Arabischen Emiraten angelegt. „Nichts deutet darauf hin, dass tatsächlich nennenswerte Anlegergelder in diese Projekte investiert wurden“, sagte der Münchner Anwalt Stefan Forster, dessen Kanzlei Lachmair mehrere hundert Anleger vertritt. Das würde den Verdacht des Betruges nähren.
 
Verschleierte Geldflüsse?
 
Selbst für Fachleute ist es nicht einfach nachzuvollziehen, welches Geld in Hartwiegs Firmenreich wohin fließt. Im Januar zeigte wallstreet:online die komplexe Firmenverflechtung des Fondsvertriebs dima24.de sowie diverser Emissionshäuser auf (NCI - Dima24: Staatsanwaltschaft München prüft Anfangsverdacht einer Straftat). Über seine Holding, die Nitro Invest GmbH, ist Malte Hartwieg der alleinige Gesellschafter der Emissionshäuser Euro Grundinvest, NCI New Capital Invest und Panthera Asset Management bzw. direkt - ohne Nitro Invest - bei der Selfmade Capital. Zu gleicher Zeit erklärte der Münchener Oberstaatsanwalt Thomas Steinkraus-Koch gegenüber wallstreet:online, dass seiner Behörde seit 2012 mehrere Anzeigen gegen Malte Hartwieg im Zusammenhang mit der Firma dima24 und NCI vorliegen würden. Dabei werde unter anderem dem Vorwurf nachgegangen, ob Kunden von den Mitarbeitern der Dima24 systematisch zu Käufen der - quasi hauseigenen - Fonds geworben oder gar gedrängt wurden. Finanzprodukte, die das meiste Geld in die eigenen Kassen gespült haben?
 
Mittlerweile scheint klar: Hartwieg ist an mehr als 100 Gesellschaften beteiligt. Bei geschlossenen Fonds seien solche Strukturen völlig normal, betonte sein Anwalt Klumpe gegenüber der „Welt am Sonntag“. Anleger-Anwälte kritisieren hingegen, die Unternehmen seien ganz bewusst unübersichtlich und verschachtelt. Sie vermuten, dass auf diese Weise Geldflüsse verschleiert werden sollen. Denn das Geld der Anleger wurde von den Fonds weiter investiert: als stille Beteiligung an US-amerikanischen Firmen oder als sogenanntes Genussrecht an Firmen aus Dubai. Genussrechte sind eine hochriskante Anlageform, bei der die Anleger das Risiko des Totalverlustes kalkulieren müssen. Oft ist diesen die komplexe Struktur der Finanzprodukte und das Risiko, ihr angelegtes Kapital zu verlieren, jedoch nicht bewusst, wie derzeit auch das Drama um den deutschen Windenergieproduzenten Prokon zeigt (wallstreet:online berichtete).
 
Scheingeschäftführer als Prospektverantwortliche?  
 
Vor dem Hintergrund vieler dieser Fragen trat Anfang Januar eine der ehemaligen NCI-Geschäftsführerinnen in einem Exklusiv-Bericht auf wallstreet:online die Flucht nach vorn an (NCI / dima24.de - Strohmann-Geschäftsführerin macht reinen Tisch). Petra Meyer (Name geändert) war bei den von ihr vertretenen Gesellschaften der NCI-Firmengruppe der eigenen Aussage zufolge lediglich zum Schein als sogenannter „Strohmann-Geschäftsführer“ eingesetzt. Von März 2010 bis Januar 2013 gab es insgesamt drei Geschäftsführerwechsel bei den NCI-Gesellschaften – das ergeben die Handelsregistermitteilungen. Im August vergangenen Jahres übernahm dann Alleingesellschafter Malte H. öffentlich auch die NCI-Geschäftsführung. 
 
Doch auch zuvor soll Malte Hartwieg faktischer Geschäftsführer und Prospektverantwortlicher im Hintergrund die Fäden in der Hand gehabt haben.  Nach Auskunft von Petra Meyer war der dima24-Chef auch der Einzige, der über die eingegangenen Anlegergelder bei den NCI-Gesellschaften verfügen konnte. Sie selbst habe zwar als formale Geschäftsführerin die Konten eröffnet, doch soll die Verfügungsgewalt über die Konten und damit die Anlegergelder ausschließlich bei Malte H. gelegen haben. Sie selbst habe keine Überweisungen getätigt. Eine E-Mail der Sparkasse, aus der die Kontenbefugnis für Malte H. hervorgeht, liegt wallstreet:online vor. Wohin die Anlegergelder letztlich geflossen sind, kann Petra Meyer nicht sagen. Fragen, die sich nun nicht mehr nur die Anleger stellen.
 
 
dima24.de ist Offline
 
Das Produktangebot der dima24.de sowie weitere Informationen zum Unternehmen wurden von der Internetseite www.dima24.de genommen. Dort findet sich lediglich ein Hinweis, zur Neuaufstellung des Unternehmens und der Überarbeitung des Produktangebotes des Finanzvermittlers. Auf eine Anfrage von wallstreet:online, ob dies unter anderem auch mit Untersuchungen der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Zusammenhang stehe, antwortete eine Sprecherin der Behörde: „Keines der Unternehmen (dima24.de, NCI New Capital Invest Holding GmbH, Panthera Asset Management Holding GmbH, Selfmade Capital, Euro Grundinvest, Nitro Invest) verfügt über eine Erlaubnis der BaFin. Die BaFin prüft derzeit, ob es Anhaltspunkte gibt, dass diese Unternehmen Geschäfte betrieben haben, die einer vorherigen Erlaubnis der BaFin bedürfen.“ Weitere Auskünfte, wie zu etwaigen Maßnahmen gegen einzelne Unternehmen, konnte die BaFin aufgrund der Verschwiegenheitspflicht nicht geben.
 
 
Community-Mitglieder von wallstreet:online diskutieren die Lage
 
Auch in den Foren von wallstreet:online wird die komplexe Firmenverflechtung, das Ausbleiben von prognostizierten Auszahlungen und der Verbleib von Anlegergeldern intensiv diskutiert:
 
Kontakt Interessengemeinschaft NCI/dima24.de
 
Formular absenden



 



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Die Story über die personellen und finanziellen Verflechtungen bei der dima24.de rund um die Person Malte André Hartwieg geht in eine neue Runde: Nachdem wallstreet:online in einem Exklusiv-Bericht im Januar dieses Jahres das Problem der komplexen Firmenverflechtung, das Ausbleiben von prognostizierten Auszahlungen, die Frage des Verbleibs von Anlegergeldern und das Einsetzen von Scheingeschäftsführern im Firmengeflecht aufzeigte, zieht der mögliche Anlegerskandal weitere Kreise.
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