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finanzmarktwelt.de "Der Euro wird so oder so scheitern"

Gastautor: Markus Fugmann
06.06.2014, 19:38  |  21922   |   |   

7 Fragen an zu den gestrigen EZB-Beschlüssen an Matthias Weik und Marc Friedrich, die Auto ren von "Der Crash ist die Lösung" von Markus Fugmann, www.finanzmarktwelt.de.

 

1. Herr Friedrich, Herr Weik, die EZB hat mit der Einführung negativer Einlagezinsen ein historisches Experiment gestartet. Kommt das für Sie überraschend?

Nein, überhaupt nicht. Wir hatten dies in unserem neuen Buch vorhergesagt. Damit lagen wir leider genauso richtig wie mit der Senkung des Garantiezins bei den Lebensversicherungen letzte Woche.
Die Einführung negativer Einlagezinsen sowie die Senkung des Leitzins auf ein historisches Tief unterstreicht lediglich die völlig desperate Lage der Notenbanken und sollte uns allen zeigen, dass die wirtschaftliche Lage in der Eurozone verheerender denn je ist und alle bisherigen Maßnahmen zu nichts geführt haben.

2. Die Konsensmeinung geht davon aus, dass Mario Draghi 2012 mit seinem “Wir werden alles tun, um den Euro zu retten” ein Wendepunkt der Krise war. Sehen Sie das auch so?

Absolut nicht! Dadurch wurde seit 2012 nur teuer Zeit erkauft aber wenn alles gut wäre, hätten wir diesen drastischen Schritt der EZB gestern nicht erlebt. Betrachtet man die wirtschaftliche Situation in Südeuropa ist dort seit 2012 alles schlechter geworden (höhere Arbeitslosigkeit, höhere Staatsverschuldung und eine Industrieproduktion im Sinkflug). Trotz verheerender volkswirtschaftlicher Eckdaten, Rekordverschuldung und historisch hoher Arbeitslosenzahlen können sich die Krisenländer wie Italien, Spanien… so günstig wie nie zuvor verschulden. Das ist ökonomischer Wahnsinn und führt alle Maßnahmen ad absurdum! Dies ist nur möglich weil wir uns nun in einer Haftungsunion befinden und alle Market Player wissen, daß im Notfall die EZB respektive Deutschland haftet. Das die Rettungspolitik der Troika gescheitert ist zeigt auch folgender Fakt: Griechenland hat wieder eine höhere Staatsverschuldung wie vor dem Schuldenschnitt.

3. Wie beurteilen Sie die Erfolgsaussichten der neuen Maßnahmen der EZB? Vorrangiges Ziel der EZB ist ja, die Kreditvergabe in der Eurozone anzukurbeln – wird das gelingen können?

Die Erfolgsaussichten der neuen Maßnahmen der EZB beurteilen wir als utopisch und sie geht gegen Null. Ferner können wir uns nicht vorstellen, dass die EZB die Kreditvergabe ankurbeln kann. Die Banken werden entweder die Kosten der Anlagekosten an die Unternehmen und Kunden in irgendeiner Art und Weise auf die Nase drücken oder das Geld einfach nicht mehr bei der EZB parken sondern z.B. in Staatsanleihen der Euroländer anlegen, die durch die EZB garantiert sind. Ein todsicheres Geschäft ohne Ausfallsrisiko. Das Perpetuum Mobile der Finanzbranche.

4. Die EZB hat gestern die große Bazooka ausgepackt und sogar mehr beschlossen, als die Märkte erwartet hatten. Viele sehen darin ein Zeichen, wie schlecht es stehen muß um die Wirtschaft in der Eurozone. Sind Sie ähnlich pessimistisch?

Wir sind keine Pessimisten sondern Realisten und die absolut fatale Situation in vielen Ländern Europas ist nun einmal nicht von der Hand zu weisen und der destruktive Siegeszug des Euros frisst sich weiter durch die Länder und lässt die Menschen verarmen. Jedem sollte klar sein, dass dies gestern ein historischer Tag war. Er unterstreicht dass die Krise keinesfalls gelöst ist sondern nur immer wieder mit unverantwortlichen Maßnahmen in die Zukunft verschoben wird, wo sie weiter an Kraft gewinnt und noch im Endeffekt noch mehr Kollateralschäden anrichten werden, wenn sie losbricht.

5. Wer wird von den EZB-Maßnahmen profitieren? In einem Artikel von Kilian Kimmel auf www.finanzmarktwelt.de argumentiert Kilian Kimmel , dass die Maßnahmen der EZB vor allem zur Rettung der Bankbilanzen dient. Stimmen Sie dem zu?

Herr Draghi dient nicht den Menschen sondern vor allem seinen ehemaligen Kollegen. Alle Maßnahmen seit seinem Amtsantritt hatten immer die oberste Priorität der Finanzbranche zu helfen. Die Banken haben sich seitdem mit immer mehr billigem Geld vollgesaugt und sind dadurch noch größer, noch mächtiger und vor allem noch systemrelevanter geworden. Damit haben sie lediglich ihr Erpressungspotential bei der nächsten Krise gegenüber den Staaten und Bürgern erhöht. Und diese Karte werden sie liebend gern spielen.

6. Was wird die logische Folge der erneuten Geldflutung sein?

Die Aktienmärkte werden weiter explodieren, die Immobilienpreise in vielen deutschen Großstädten, aber auch in London, Zürich, New York … werden weiter steigen und der kleine Sparer wird weiter enteignet. Summa sumarum – der kleine Mann bezahlt die Zeche und die Finanzbranche gewinnt. Wir alle werden Stück für Stück durch die finanzielle Repression und Niedrigzinsphase enteignet, um ein marodes Finanzsystem am Leben zu erhalten.

7. Wenn die EZB scheitert und ihre Ziele nicht erreicht – was passiert dann? Wird der Euro auseinanderbrechen?

Der Euro wird so oder scheitern, da die EZB mit ihrer Maßnahme – sollte sie tatsächlich funktionieren – den Euro keinesfalls langfristig retten kann, sondern bestenfalls die Lebenszeit des Euros und das Leiden der Volkswirtschaften und der Menschen verlängern wird. Wir werden vor dem finalen Kollaps aber weitere extreme und verzweifelten Maßnahmen von den Notenbanken und der Politik sehen, um das nachweislich gescheiterte politisch motivierte Währungsexperiment künstlich am Leben zu erhalten.

Wertpapier: DAX, EUR/USD, Gold, Silber


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Markus Fugmann ist Chefanalyst der actior AG und Redakteur bei www.finanzmarktwelt.de. Die actior AG bietet Selbsthändlern die Möglichkeit, an allen gängigen Märkten der Welt im Bereich CFDs, Futures, Aktien und Devisen zu Top-Konditionen zu handeln. Darüber hinaus erhalten Kunden kostenlose Informationsabende, Seminare, One-to-One Coaching, allgemeine Einführungen in die Handelsplattformen und Märkte.

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Kommentare

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abatekuhnast01
06.06.14 23:38:07
"5. Wer wird von den EZB-Maßnahmen profitieren? In einem Artikel von Kilian Kimmel auf www.finanzmarktwelt.de argumentiert Kilian Kimmel (http://finanzmarktwelt.de/uns-die-ezb-sagen-will-2600/) , dass ..."

Kaum zu glauben, dass hier die Argumentation von Herrn Dr. Georg Erber, welche am 02.06.2014 auf http://phraathit.wordpress.com unter der Überschrift "Die Krise Europas: Warten auf den Minsky-Moment" veröffentlich wurde, hier als die Argumentation von Herrn Kilian Kimmel, veröffentlich am 04.06.2014 auf http://finanzmarktwelt.de/uns-die-ezb-sagen-will-2600 verkauft wird.

In Wissenschaftskreisen nennt man so etwas ein Plagiat.

MfG

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