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BRICS schmieden Achse Der Beginn einer Revolution des globalen Finanzsystems?

17.07.2014, 11:04  |  5320   |   |   

Die ganze Welt blickt nach Brasilien. Nein, nicht wegen der Fußballweltmeisterschaft. Zur Abwechslung geht es dieses Mal um Politik - genauer gesagt um Weltpolitik. Denn was in diesen Tagen in Fortaleza beschlossen wird, könnte das gesamte Finanzsystem auf den Kopf stellen.

Seit Dienstag haben sich die Staatschefs der so genannten BRICS-Staaten - Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – im brasilianischen Fortaleza versammelt. Im Zentrum ihres sechsten Gipfels steht die Gründung einer neuen eigenen Entwicklungsbank und eines eigenen Währungsfonds.

Schon lange ist den fünf Schwellenländern die amerikanisch-europäische Vormachtstellung im internationalen Finanzsystem ein Dorn im Auge. Manch einer behauptet sogar, es sei das einzige, was diese Länder überhaupt zusammenhält. Denn außer dem gemeinsamen Erzrivalen USA bleibt auf den ersten Blick nicht viel, was Russland mit Brasilien oder Südafrika verbindet.

IWF und Weltbank fest in westlicher Hand

So ist es kaum verwunderlich, dass die BRICS-Staaten ihre „New Development Bank“ explizit als Gegenpol zur Weltbank verstanden wissen wollen. Gleiches gilt für den neuen Währungsfonds, welcher ausdrücklich als Alternative zum Internationalen Währungsfonds (IWF) fungieren soll. IMF und Weltbank – beides Institutionen, in denen vor allem Amerikaner und Europäer das Sagen haben.

Dass die beiden Mächte von diesem Einfluss gerne Gebrauch machen, ist ein offenes Geheimnis. So knüpft die Weltbank ihre Kredite oftmals an bestimmte politische Forderungen wie eine Liberalisierung der Märkte. Und auch die Hilfe des Internationale Währungsfonds ist nicht frei von politischen Gegenleistungen.

Wohl dem, der solch mächtige Institutionen dominiert. Bisher hatten stets die USA und die Europäer das Sagen. Und sie machen keine Anstalten, ihren Einfluss einzudämmen. Im Gegenteil, sämtliche Versuche der Schwellenländer, mehr Mitspracherecht bei Entscheidungen der Weltbank oder dem IWF zu bekommen, liefen bislang ins Leere.

BRICS-Staaten bauen an alternativem Finanzsystem

Doch die BRICS-Staaten wollen nicht länger Bittsteller sein und gründen deshalb jetzt ihre eigenen Institutionen. Die neue Entwicklungsbank soll mit einem Startkapital von 50 Milliarden US-Dollar ausgestattet werden. Jeder Mitgliedsstaat steuert je 10 Milliarden bei und erhält damit gleiches Stimmrecht wie alle anderen. Die erste Präsidentschaft übernimmt für die nächsten fünf Jahre Indien. In 2016, so der Plan, könnte die Bank mit Hauptsitz in Shanghai dann ihre Arbeit aufnehmen und Kredite für Infrastrukturprojekte in den Schwellenländern gewähren. Der Währungsfonds der BRICS-Staaten soll über insgesamt 100 Milliarden Dollar verfügen und Mitgliedsstaaten bei finanziellen Problemen unter die Arme greifen. Laut „Welt“ soll China 41 Milliarden beisteuern, Südafrika zahlt wohl fünf Milliarden ein und je 18 Milliarden sollen aus den anderen Staaten dazu fließen.

Menschenrechte spielen keine Rolle

Im Gegensatz zu Weltbank und IWF, sollen an die Hilfsmaßnahmen der BRICS-Institutionen keine politischen Forderungen geknüpft sein. Wie die „Welt“ berichtet, sei die Wirtschafts- und Finanzpolitik eines Landes ebenso wenig Kriterium für oder gegen einen Kredit wie die Situation der Menschenrechte. Darauf hatte zuletzt verstärkt die Weltbank ein Auge gelegt. Doch Ländern wie Russland oder China dürfte die erklärte „Geht uns nichts an-Policy“ der neuen Entwicklungsbank sehr gelegen kommen.

Ein Ende der westlichen Dominanz?

Wenngleich das Kreditvolumen der neuen BRICS-Bank mit rund 3,4 Milliarden US-Dollar jährlich verhältnismäßig gering ausfällt, so könnten die Schwellenländer diese dennoch als politisches Druckmittel einsetzen, warnt die „Welt“. Mit der Gründung einer eigenen Entwicklungsbank und eines eigenen Währungsfonds haben die BRICS-Staaten einen ersten Schritt hin zu einem alternativen Finanzsystem geschaffen. Ob dieses neue Architektur Bestand haben wird, hängt laut „Welt“ entscheidend davon ab, ob die fünf Ländern über ihre Allianz gegen das westlich dominierte Finanzsystem hinaus noch weitere Gemeinsamkeiten finden werden.



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Kommentare

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unnerfrangge
17.07.14 14:09:22
Aufgemerkt! ist ein Lieblingsbonmot eines bekannten Franken mit übermässig viel Grips,welcher im ansonsten amikritikfreien Staatsfernsehen,gelegentlich leckere Bowle serviert.Startet jetzt auch eine Sanktionsspirale der Amis&ihrer Vasallenstaaten weil die dammned BRICS sich erdreisten die "Guten" zu kritisieren!Ja,die Kraftmeierei der letzten 25Jahre,als vermeintlich einzig übriggebliebene Supermacht hat nicht jedem gefallen.Die Rechnungen werden serviert.God's own Country hat es schlicht zu doll getrieben!Yes we can give you a feedback(fusstritt im verlängerten Rücken).Yankee go home and clean away your own shit!
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jameslabrie
17.07.14 11:28:14
und deshalb weiter antizyklisch in bric etf sparplan langfristig bis 10 jahre weiter investieren....

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BRICS schmieden Achse Der Beginn einer Revolution des globalen Finanzsystems?

Die ganze Welt blickt nach Brasilien. Nein, nicht wegen der Fußballweltmeisterschaft. Zur Abwechslung geht es dieses Mal um Weltpolitik. Denn was in diesen Tagen in Fortaleza beschlossen wird, könnte das gesamte Finanzsystem auf den Kopf stellen.

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