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Anleihecrash: Roubini warnt „Die Liquiditäts-Zeitbombe tickt!“
Foto: Sabrina Manthey

Anleihecrash Roubini warnt „Die Liquiditäts-Zeitbombe tickt!“

02.06.2015, 08:23  |  15554   |   |   

Die Zentralbanken fluten die Märkte weltweit mit frischem Geld. Trotzdem sendeten kurzfristige Verwerfungen zuletzt immer wieder Schockwellen durch die Finanzwelt. Nouriel Roubini nennt es die Liquiditäts-Zeitbombe…. und sie tickt!

In einem Beitrag für den „Guardian“ warnt Roubini vor einem Paradoxon der aktuellen Krisenpolitik. Eigentlich sorgen Zentralbanken mit ihren ultralockeren Maßnahmen für einen massiven Überschuss an Liquidität. Trotzdem lege eine Serie von jüngeren Schocks wie zuletzt der Bundesanleihen-Crash nahe, dass die Makro-Liquidität an eine schwerwiegende Markt-Illiquidität gekoppelt sei, so Roubini. Illiquidität trotz Liquiditäts-Überfluss? Ja, sagt der Ökonom und spricht von einer tickenden „Liquiditäts-Zeitbombe“. Was genau er damit meint, erklärt er anhand von vier Faktoren.

1. Herdentrieb der Hochfrequenzhändler

Die meisten Börsengeschäfte werden inzwischen im Hochfrequenzbereich getätigt. Hochgeschwindigkeitshändler sind mittels spezieller Computersysteme in der Lage, Orders in kaum messbarer Zeit aufzugeben bzw. zu stornieren (siehe: Mensch gegen Maschine – Ist der Kampf überhaupt zu gewinnen?). Die Tatsache, dass all diese Händler auf Computeralgorithmen setzen, führe laut Roubini zu einer Art Herdentrieb. In der Folge nehme die Handelsaktivität in der ersten und der letzten Stunde des Handelstags deutlich zu, während im Rest des Tages eine Illiquidität mit nur wenigen Trankaktionen herrsche.

2. Außerbörslicher Handel festverzinslicher Anleihen

Der zweite Grund für die Liquiditäts-Zeitbombe sieht der Ökonom bei den festverzinslichen Wertpapieren. Diese würden anders als Aktien nicht in liquiden Märkten gehandelt werden, sondern „over the counter“ in illiquiden außerbörslichen Märkten.

3. Sofort-Ausstiegsgarantie führt zu Ausverkauf

Der außerbörsliche Handel ist nicht das einzige Problem bei den festverzinslichen Anleihen. Roubini hält es außerdem für problematisch, dass viele dieser Papiere in „open-end“-Fonds gehalten werden. Das ermögliche es den Investoren, quasi über Nacht auszusteigen. „Stell dir eine Bank vor, die in illiquide Assets investiert, dem Kontoinhaber aber erlaubt, sein Geld über Nacht auszulösen: Falls ein Run auf diese Fonds auftritt, kann der Verkauf dieser illiquiden Assets den Preis sehr schnell sehr tief drücken, was faktisch einem Ausverkauf gleichkommt“, schreibt Roubini.

4. Banken fehlen als Stabilisatoren

Dass es zu solchen Ausverkäufen kommen kann, liegt laut dem Ökonom vor allem an der fehlenden Stabilisation durch die Banken. Im Vorfeld der Finanzkrise seien viele Finanzinstitute am Markt für festverzinsliche Instrumente aktiv gewesen und agierten als Marktmacher. Neue Regularien als Reaktion auf die Finanzkrise hätten jedoch dazu geführt, dass sich die Banken aus dem Markt zurückzogen und ihre Marktaktivitäten erheblich einschränkten. Das bedeutet: Komme es zu überraschenden Bewegungen bei Anleihekursen und –renditen, fehlten die Banken als Stabilisatoren.

Fazit: Die Liquiditäts-Zeitbombe tickt …

Roubini fasst das Zusammenspiel all dieser Faktoren so zusammen: „Kurzum, obwohl die von den Zentralbanken geschaffene Makro-Liquidität die Anleiherenditen vielleicht niedrig halten und die Volatilität reduzieren, hat sie auch zu dicht gedrängten Trades und mehr Investitionen in illiquiden Anleihefonds geführt, während eine strengere Regulierung bedeutet, dass die Marktmacher fehlen.“

Das alles mache den Markt anfälliger. Die Neubewertungen von Aktien und speziell von Anleihen könnten „abrupt und dramatisch“ ausfallen und zu einem panischen Herdentrieb in die gegensätzliche Richtung führen, weil alle gleichzeitig verkaufen wollten. Dass das alles in illiquiden Märkten passiere, in denen traditionelle Marktmacher nirgends aufzufinden seien, zwinge die Verkäufer schließlich zu Ausverkäufen.

Diese Kombination von Makro-Liquidität und Markt-Illiquidät sei eine Zeitbombe, so Roubini und nennt es das „paradoxe Ergebnis der politischen Antworten auf die Finanzkrise“: Makro-Liquidität befeuere Booms und Blasen, aber die Markt-Illiquidität werde sie schließlich zum Platzen bringen.



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Die Zentralbanken fluten die Märkte weltweit mit frischem Geld. Trotzdem sendeten kurzfristige Verwerfungen zuletzt immer wieder Schockwellen durch die Finanzwelt. Nouriel Roubini nennt es die Liquiditäts-Zeitbombe…. und sie tickt!

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