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China – der wahre Einfluss auf den DAX

Gastautor: Daniel Saurenz
19.08.2015, 06:30  |  1140   |   |   

Asien_Indien_2Läuft die Entwicklung bei DAX und S&P 500 in diesem Jahr ähnlich wie im Jahr 2007? Damals hatte der Index für Deutschlands Blue Chips nach der vorherigen Hausse ein paar Monate vor dem S&P 500 nach unten gedreht und damit begonnen, die bevorstehende weltweite Rezession und Schuldenkrise einzupreisen. Nach der jüngsten Korrektur beim DAX sind Investoren nun zusehends verunsichert. Welche Unternehmen leiden besonders unter den enttäuschenden Nachrichten aus China?

Erneuter Schwächeanfall beim DAX: Der Index nimmt das Juli-Tief von 10.676 Punkte ins Visier. Etliche Investoren hatten den zwischenzeitlich kräftigen Kursrutsch zwischen April und Anfang Juli hauptsächlich auf die Eskalation der Griechenland-Krise und das Aufflackern der Schuldenkrise in der Euro-Zone zurückgeführt. Inzwischen dämmert allerdings zusehends mehr Anlegern, dass die Ursache für einen wichtigen Teil des Kursrückgangs die anhaltend schwachen Konjunkturdaten aus China, sein könnten. (Die Chinesen sind übrigens auch gern gesehene Gäste in Bayern, auf dem Oktoberfest – dazu ein kleines Video von uns. Börse etwas anders.)

Konjunktur_Istanbul - zwischen Europa und KleinasienDie Exporte Deutschlands nach China belaufen sich auf 2,5 Prozent der hiesigen Wirtschaftsleistung, womit weltweit nur zwei Länder abhängiger von Ausfuhren nach China sind: Australien (4,9 Prozent) und Japan (2,7 Prozent). Entsprechend belasten schlechte Konjunkturnachrichten aus China den DAX. Insgesamt gehen 8,9 Prozent der deutschen Exporte in die Emerging Markets. Damit ist Deutschland von den Emerging Markets abhängiger als jeder andere Industriestaat. Und die Nachrichten aus den Emerging Markets sind nicht besonders gut. Dazu muss man nur an die Rezession in Brasilien und Russland denken. (Weitere Erläuterungen mit Statistiken, Grafiken und Hintergründen gibt es diese Woche neben Chartanalysen in unseren Webinaren). 

Volkswagen-Aktie im Rückwärtsgang

Wie sehr die Probleme in China das Geschäft belasten, hat zuletzt Volkswagen eingeräumt. Der frisch gekürte weltweite Branchenprimus hat nach der Vorlage der Halbjahreszahlen die konzernweiten Verkaufsziele für das Gesamtjahr gesenkt. Statt wie bisher ein moderates Plus erwartet der Konzern nur noch Auslieferungen „auf dem Niveau des Vorjahres“ von 10,1 Mio. Euro.

Volkswagen verkauft mehr als ein Drittel seiner Fahrzeuge in China. Die sich deutlich eintrübenden Geschäftsperspektiven für Volkswagen preisen Investoren trotz eines Kursrückgangs von knapp 30 Prozent gegenüber dem Rekordhoch vom März immer weiter ein. Das 2016er-KGV von sieben zeigt, wie skeptisch Investoren sind. Allerdings beruht es auf den Gewinnschätzungen der Analysten, die für 2016 einen Anstieg des Gewinns je Aktie um zwölf Prozent vorhersagen. Wenn die Konjunkturflaute in China anhält und der Renminbi weiter abwertet, könnte es Volkswagen sehr schwerfallen, die Erwartungen der Analysten zu erfüllen. (Auf Facebook haben wir Ihnen ebenso wie unter unseren Beiträgen noch einiges interessante zu China verlinkt…)

… BMW und Daimler auch

Daimler in Euro auf ein Jahr

Daimler in Euro auf ein Jahr

Angst vor der China-Krise hat auch das KGV für BMW und Daimler auf jeweils neun gedrückt. BMW, der weltgrößte Premiumhersteller, setzt 20 Prozent seiner Fahrzeuge in China ab. Die Daimler-Aktie ist in den vergangenen Monaten zwar bei Weitem nicht so stark gesunken, wie jenen von Volkswagen und BMW, zumal das Geschäft von Daimler in China weiter brummt. Die Frage ist nur, wie lange das so bleiben wird. Wenn die potenziellen chinesischen Kunden sagen, sie wollen keinen Audi und keinen BMW mehr, könnte allmählich auch der Absatz von Daimler einen Dämpfer bekommen.

Das Papier des Autozulieferers Continental hat sich bislang mehr als beachtlich geschlagen. Wie lange kann das noch so bleiben, wenn das Geschäft der Kunden von Continental zusehends schwächelt? Wie lange kann sich Continental davon abkoppeln? Und wie lange der Halbleiterhersteller Infineon? Er erzielt rund 40 Prozent der Konzernerlöse mit Chips für die Autoindustrie.

Anleger, die davon ausgehen, dass die Talfahrt bei den Autoaktien weitergeht, können auf folgende Knock-out-Bear-Papiere setzen: Daimler (WKN: UZ86QG), BMW (CN3LCY) und Volkswagen (XM5QQM). Die ausgewählten Papiere haben allesamt einen Hebel um die vier Prozent, das heißt, die Knock-out-Schwelle ist jeweils rund 20 Prozent vom aktuellen Aktienkurs entfernt. Die Pendants auf der Bull-Seite haben wir in die ISIN-Liste aufgenommen.

Vorsicht bei Zyklikern

Deutlicher Gegenwind könnte neben den Autoherstellern und ihren -Zulieferern auch den Unternehmen aus anderen zyklischen Sektoren bevorstehen. So könnte eine weitere Abschwächung des Welthandels Logistikfirmen, wie die Deutsche Post belasten, könnte doch deren Frachtgeschäft unter Druck kommen.

Anleger sollten genau darauf achten, ob China den Renminbi weiter abwertet. Das würde zusätzliche Belastungen für die exportabhängigen DAX-Firmen bedeuten. Ein weiteres Risiko sind anhaltend schwache Konjunkturdaten aus China. Bleibt die Frage, wie tief die Korrektur beim DAX gehen wird.

Wertpapier: DAX


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China – der wahre Einfluss auf den DAX

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