Newsletter

Jetzt noch besser informiert!

Abonnieren auch Sie unseren kostenlosen Nachrichten-Newsletter und verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!

  • Das Wichtigste für Sie zusammengefasst
  • Ausgewählte Artikel unserer Gastautoren
  • Eilmeldungen zu wichtigen Marktgeschehnissen

Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!

Jetzt abonnieren
Später
Push-Kurse an | Registrieren | Login
DAX+2,28 % EUR/USD+0,23 % Gold-0,01 % Öl (Brent)+3,27 %

Rohstoffe - Öl Saudis lassen Öl und Gold explodieren

Gastautor: Ingrid Heinritzi
11.01.2016, 07:55  |  2380   |   |   

Der Ölpreis könnte bald merklich nach oben gehen.

Das Regieren aus dem goldenen Käfig wird Saudi-Arabien zum Verhängnis. Spekulanten setzen daher auf Öl, Vorsichtige auf Gold.

Würden Sie einen unerfahrenen zirka 30-Jährigen Ihren Weltkonzern lenken lassen? Okay, Prinz Mohammed Salman ist sicherlich gut ausgebildet. Er ist schon weit herumgekommen, hat viel gesehen. Doch aufgewachsen ist er in einem goldenen Käfig. Und aus dem ist er nicht heraus gekommen. Als rechte Hand seines Vaters, König Salman, übernimmt der Prinz mehr und mehr das Schaltpult eines der einflussreichsten Länder unserer Erde.

Nur rund 28 Millionen Einwohner, doch die Macht über den Ölpreis. Zirka 10 Millionen Fass Rohöl, etwa 1,6 Milliarden Liter fördert das Land täglich aus seinem Untergrund. Hinzu kommen die größten freien Kapazitäten. Das Land kann so den Ölpreis bestimmen, nun gut, zumindest zum Großteil mitbestimmen. Doch es läuft nicht mehr rund. Den Scheichs geht langsam die Düse. Denn sie wollten mit ihrem Fluten des Ölweltmarktes über einen niedrigen Preis des Energieträgers andere Förderländer klein halten. Doch in den USA geht die Produktion von Öl aus dem Schiefergestein nur langsam zurück. Zu langsam um aufgrund der riesig angewachsenen Öllager einen negativen Effekt zu haben. Und Russland erreichte 2015 sogar ein Rekordergebnis.

Was also tun, Prinz? Die Zeit des billigen Öls dauert bereits zu lange. Auch für die Saudis. Das Defizit im Staatshaushalt erreichte jüngst fast 100 Milliarden Euro. 2016 wird mit rund 80 Milliarden gerechnet. Um dies langfristig auszugleichen muss der Ölpreis steigen – oder die Produktion. Letzteres wäre hinderlich, denn dann fiele der Ölpreis weiter. Doch ein König, der gerade einmal ein Jahr an der Regierung ist und ein von sich überzeugter Prinz wollen sich nicht von den Märkten geschlagen geben. 500 Milliarden Euro an Reserven aus den guten Jahren werden nun genutzt, um den Übergang bis zum Ruin der anderen Förderländer zu finanzieren.

Doch das geht nicht allzu lang. Das hat selbst schon der Internationale Währungsfonds den Saudis bescheinigt. Fünf Jahre und das fette Polster wäre weg. Der junge Prinz legt also Hand an an die Vergünstigungen seiner Untertanen, Subventionen werden gestrichen. Dadurch steigen Wasser und vor allem Benzinpreis drastisch. Auch soll eine Mehrwertsteuer eingeführt werden. Und jüngst: Das Juwel aus dem Staatsschatz, der Ölkonzern Aramco soll zumindest teilweise privatisiert werden.

Härten gegenüber der Bevölkerung und selbst im goldenen Käfig sitzen, das wird nicht gut gehen. Bereits jetzt gibt es Unmut unter den tausenden von "kleinen" Prinzen aus dem Umfeld des Königshauses, die mit kleineren "Zuschüssen" ihren Lebensstil fristen müssen. Was werden da erst die einfachen Leute tun? Saudi-Arabien dürften harte Zeiten bevorstehen. Das scheinen König und Prinz ebenso zu sehen. Daher lassen sie den Streit mit dem Iran eskalieren. Ein Feind außerhalb eint oft ein Land mit internen Schwierigkeiten. Doch es gibt Problemzonen, die noch näher liegen. Zum Beispiel Bahrain. Die Insel, die über Dämme und Autobahn mit Saudi-Arabien verbunden ist, ist ein Unruheherd. Und Bahrain ist Nachbar zu der einzigen Saudi-Arabien-Provinz, die überwiegend eine schiitische Bevölkerung hat. Noch schlimmer: Dort wird auch ein Großteil des Öls gefördert. Dort könnte es durchaus zu Aufständen kommen, wenn die Vergünstigungen für die Bevölkerung stark zurück gefahren werden und die Lebensverhältnisse schlechter werden. Über Bahrain könnte dies geschürrt werden.

Aufstände könnten schnell die Ölproduktion in Saudi-Arabien beschränken. Was der Ölpreis dann machen würde, ist klar: einen Sprung nach oben. Das würde vielen Mitspielern im Nahen Osten gelegen kommen. Daher könnten IS und Co. verstärkt versuchen die Saudi-Herrschaft zu brechen. Auch wenn die Ölquellen in Saudi-Arabien derzeit wohl zu den am stärksten gesicherten Orten der Erde gehören – zehntausende von gut ausgebildeten Wach- und Militäreliten halten Stellung -, sind Anschläge nicht auszuschließen. Ausfälle bei der Produktion wären die Folge. Der Nahe Osten bleibt also ein Pulverfass. Und es könnte diesmal tatsächlich explodieren – wie dann auch der Ölpreis.

Es scheint nur eine Frage der Zeit, wann es soweit ist. Und das hektische Polit-Treiben des jungen Prinzen Salman scheint nicht angetan, Vertrauen in einen positiven Ausgang aufzubauen. Eine Spekulation auf den Ölpreis könnte sich daher ausgehen. Es gibt Produkte mit und ohne Hebel. Da jedoch viele Anlagevehikel im Ölsektor auf den Futures basieren, müssen Anleger aufpassen, um nicht Rollverluste zu erleiden, wenn der Ölpreis nur schwach zulegen würde. Ölaktien von guten Produzenten oder mit guten angehenden Projekten außerhalb Arabiens könnten sogar die bessere Wahl sein. Immerhin könnte im schlimmsten Fall der Ölpreis auch wieder 100 US-Dollar je Fass erreichen.

Kommt es zu Anschlägen und Aufständen dann dürfte auch Gold stark profitieren. Selbst ein neues Rekordhoch wäre dann nicht ganz unwahrscheinlich. Xetra-Gold ebenso wie Goldkonten zum Beispiel bei GoldMoney als physische Alternative und Goldminen, die auch bei heutigen Preisen mit Gewinn produzieren, sollten daher lohnen. Es gibt auch einige sehr gute Aktienfonds mit Goldminenbasis.


Gemäß §34 WpHG weise ich darauf hin, dass Partner, Autoren und Mitarbeiter Aktien der jeweils angesprochenen Unternehmen halten können und somit ein möglicher Interessenkonflikt besteht. Keine Gewähr auf die Übersetzung ins Deutsche. Es gilt einzig und allein die englische Version dieser Nachrichten.

Disclaimer: Die bereitgestellten Informationen stellen keinerlei Form der Empfehlung oder Beratung da. Auf die Risiken im Wertpapierhandel sei ausdrücklich hingewiesen. Für Schäden, die aufgrund der Benutzung dieses Blogs entstehen, kann keine Haftung übernommen werden. Ich gebe zu bedenken, dass Aktien und insbesondere Optionsscheininvestments grundsätzlich mit Risiko verbunden sind. Der Totalverlust des eingesetzten Kapitals kann nicht ausgeschlossen werden. Alle Angaben und Quellen werden sorgfältig recherchiert. Für die Richtigkeit sämtlicher Inhalte wird jedoch keine Garantie übernommen. Ich behalte mir trotz größter Sorgfalt einen Irrtum insbesondere in Bezug auf Zahlenangaben und Kurse ausdrücklich vor. Die enthaltenen Informationen stammen aus Quellen, die für zuverlässig erachtet werden, erheben jedoch keineswegs den Anspruch auf Richtigkeit und Vollständigkeit. Aufgrund gerichtlicher Urteile sind die Inhalte verlinkter externer Seiten mit zu verantworten (so u.a. Landgericht Hamburg, im Urteil vom 12.05.1998 - 312 O 85/98), solange keine ausdrückliche Distanzierung von diesen erfolgt. Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehme ich keine Haftung für die Inhalte verlinkter externer Seiten. Für deren Inhalt sind ausschließlich die jeweiligen Betreiber verantwortlich.



Verpassen Sie keine Nachrichten von Ingrid Heinritzi

Ingrid Heinritzi beschäftigt sich sehr mehr als 15 Jahren mit den Rohstoffmärkten und Bergbauaktien. Die studierte Rechtsanwältin schreibt seit Jahren regelmäßig Beiträge über Rohstoffunternehmen und einzelne Rohstoffe. Bis 2011 war sie Chefredakteurin des "Rohstoffdepots" vom Gevestor-Verlag und schreibt aktuell unter anderem für www.rohstoffenews.de.

Abonnieren Sie jetzt Ihren Lieblingsautor
Ich habe die Allgemeinen Nutzungsbedingungen und die Datenschutzerklärung gelesen und stimmt diesen zu.
Autor abonnieren
Wir respektieren Ihre Privatsphäre, es werden keine Daten an Dritte weitergegeben!
Verpassen Sie nichts mehr aus der wallstreet:online Redaktion!
Newsletter kostenlos abonnieren

Schreibe Deinen Kommentar

 

Disclaimer

Rohstoffe - Öl Saudis lassen Öl und Gold explodieren

Das Regieren aus dem goldenen Käfig wird Saudi-Arabien zum Verhängnis. Spekulanten setzen daher auf Öl, Vorsichtige auf Gold.

Die Daten werden nur zum Versenden der Nachricht benutzt und nicht gespeichert.

Abbrechen

Europas größte ETP-Plattform

Erfahren Sie alles zum Thema Investieren in ETPs. Informieren Sie sich auf etfsecurities.com

Zum Leitfaden