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Die Anti-Crashpropheten Deutsche Bank sicher: "S&P 500 wird um fünf Prozent steigen - und zwar bald!"

19.01.2016, 11:48  |  6347   |   |   

2016 verspricht ein turbulentes Börsenjahr zu werden. Bereits die ersten beiden Handelswochen lassen Anleger kalt erschaudern. Wahrhaft paradiesische Zustände für alle Crashpropheten. Sie überschlagen sich derzeit mit Horrorprognosen. Umso bemerkenswerter, wenn ein Chefstratege nicht in den Crash-Chor einstimmt - oder tut er es doch?

Untergangsszenarien, wohin das Auge reicht. Der historische Fehlstart ins neue Jahr liefert den perfekten Nährboden für sämtliche Crash-Prognosen. Ganz vorne mit dabei die Royal Bank of Scotland (RBS), die ihren Anlegern angesichts eines „katastrophalen Jahres“ rät: „Verkaufen Sie alles!“. Starinvestor George Soros sieht Parallelen zur Finanzkrise 2008, Goldman Sachs meint ein böses Omen entdeckt zu haben und auch die Bank of America stellt die Alarmstufe auf Rot.

Immer wieder im Fokus der Crashpropheten: der S&P 500. Tatsächlich gibt der US-Index in diesen Tagen allen Anlass zur Sorge. Innerhalb der ersten beiden Börsenwochen büßte er bereits acht Prozent an Wert ein. Es ist der schlechteste Börsenstart aller Zeiten. Doch es könnte noch viel schlimmer kommen. Albert Edwards, Analyst der Société Générale, schockte zuletzt mit der Aussage: „Wenn ich recht habe, fällt der S&P 500 auf 550 Punkte.“ Das wäre ein Absturz von unglaublichen 75 Prozent!

Hier der S&P 500 im Jahreschart:

Keine Frage, die Crashpropheten bestimmen derzeit die Schlagzeilen. Aber inmitten der Untergangsszenarien finden sich auch positive Stimmen. Eine davon gehört David Bianco, Chef US-Stratege der Deutschen Bank. In einer Anlegernotiz vom Montag macht er den Börsianern Mut: „Wir erwarten, dass der S&P 500 um fünf Prozent steigen wird – und zwar bald“, zitiert der „Business Insider“.

Die Analysten der Deutschen Bank reagierten nicht panisch auf die Kurskorrektur der vergangenen Tage, weil sie sie verstehen würden, so Bianco. Ihrer Ansicht nach handele es sich um eine „Profit-Rezession“ bestimmter Branchen, ausgelöst durch Faktoren, die sie schon lange als Risiken eingestuft hätten.

„Null Gewinne bei Energie“

Damit ist in erster Linie der Energiesektor gemeint. Angesichts des rapiden Preisverfalls beim Öl korrigieren Analysten reihenweise ihre Prognosen nach unten. Manch einer rechnet inzwischen gar mit einem Ölpreis von 10 US-Dollar (wallstreet:online berichtete). Ähnlich wie Goldman Sachs erwartet auch die Deutsche Bank, dass Energieunternehmen den S&P 500 belasten werden. „Wir gehen von Null Gewinne bei Energie in 2016 und einem Ölpreis von 35 US-Dollar je Barrel aus“, so Bianco. Alles in allem sieht er den S&P 500 in diesem Jahr bei 2.200 Punkten und den Gewinn pro Aktie (EPS)bei 120 US-Dollar.

Damit wirkt Bianco auf den ersten Blick zwar wie der Anti-Crashprophet – immerhin traut sich in diesen Tagen kaum einer einen baldigen Kurssprung von fünf Prozent vorherzusagen. Andererseits bedeuten fünf Prozent nun wahrlich nicht die Welt. Erst recht nicht, wenn man bedenkt, dass der S&P 500 in diesem Jahr bereits acht Prozent verloren hat. Und tatsächlich schraubt auch Bianco seine Prognose insgesamt nach unten. Ursprünglich ging er noch von 2.250 Punkten und einem EPS von 125 US-Dollar aus. 

Themen: Dollar, Öl, Energie


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