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Online-Wohnungsportale Vandalismus - Online-Wohnungsportal Wimdu lässt Vermieter im Regen stehen

20.01.2016, 15:43  |  1141   |   |   

Ach, das ist schön und so einfach… Ein Städtetrip in einer Ferienwohnung buchen und los geht’s. Sehenswürdigkeiten, Museen und ein Konzert oder auch ganz aktuell der Karneval. Doch für manche Besucher heißt das auch Party, Party, Party. Und beschert dem Vermieter der Ferienwohnung vielleicht ungeahnte Probleme.

So verwehrt das Online-Wohnungsportal Wimdu dem Vermieter Schadenersatz bei mutwilliger Zerstörung der angemieteten Wohnung durch den Mieter. Zwar wirbt der Anbieter auf seiner Internetseite mit einer „Versicherung im Schadensfall von bis zu 500 000 Euro“. Doch kommt Wimdu, ein Unternehmen der Start-Up-Schmiede Rocket Internet, dem im Falle vorsätzlicher Zerstörung durch den Mieter nicht nach, berichtet die Wochenzeitung „Die Zeit“. Bei Konkurrent Airbnb hingegen scheint dies kein Problem zu sein.

In welchen Fällen die „Versicherung im Schadenfall von bis zu 500 000 Euro“ gelte, gehe aus der Website des Unternehmens nicht hervor, zitiert die „Zeit“ Matthias Schlusche, Schadensexperte bei der Ergo Direkt Versicherung.

Das „Wimdu-Versprechen“ - ein Erklärungsversuch

Das Online-Wohnungsportal Wimdu erklärte diesbezüglich, dass es sich bei der beworbenen Versicherung um eine „subsidiäre Haftpflichtversicherung“ für den Mieter handelt. Das bedeutet, die Versicherung greife nur, wenn er Mieter einen Schaden anrichtet, selbst aber nicht haftpflichtversichert sei. Allerdings kommt noch eine Einschränkung hinzu: Diese Versicherung gelte nicht für „Straftaten wie Diebstahl oder Vandalismus jeglicher Art (vorsätzliche Straftaten)“.

Also, wenn es in der Wohnung etwas zu heftig zugeht und die Mieter es mit der Party übertreiben, bleibt der Vermieter bei Wimdu auf den Kosten sitzen. Bei Airbnb, so Schlusche der für die „Zeit“ beide Portale - Wimdu und Airbnb - miteinander verglichen hat, seien grundsätzlich Schäden an der Wohnung und am Inventar bis zu einer Höhe von 800 000 Euro versichert. Das gelte auch im Fall von Straftaten, etwa vorsätzlicher Zerstörung durch den Mieter.

Irreführung des Kunden mit juristischen Konsequenzen?
 
Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg sieht im Fall von Wimdu eine „Irreführung des Kunden, die auch juristische Konsequenzen haben könne. Wer eine Versicherung in den Raum stellt, muss die Bedingungen offenlegen. Ansonsten kann sich eine Haftung auch aus dem Werbeversprechen ergeben. Man kann nicht einfach etwas hinausposaunen, dann aber hinterher nicht dafür geradestehen.“
 

Wertpapier: Rocket Internet

Themen: Euro, Internet


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Kommentare

wie ich recherchiert habe hat es eine Betrügerin zum 2. Mal versucht Kasse zu machen. das erste mal vor 2 jahren hat sie ihre forderungen bei einer londoner wohnung wieder zurückgezogen, da sie diese verkaufen konnte. jetzt verlangt sie eine unverschämte entschädigung, da ihr der wohnungsverkauf durch den vandalismus durch die lappen gegangen ist. ich glaube aber daß da genauso die konkurrenz dahinterstecken kann, die ja anfangs auch schwierigkeiten hatten mit vandalismus, der natürlich medial aufgeschaukelt wird, obwohl er nur selten vorkommt. die anbieter haben daher versicherungen abgeschlossen, falls keine haftpflicht besteht. ich würde das nicht so aufblähen, jeder anbieter ersetzt einen schaden, was anderes kann er sich gar nicht leisten. aber übertreiben darf man es halt nicht und es gibt auch schwarze schafe, wie man sieht. einfach nur dreist, hier dann ohne recherche, auf der rocket internet-chatseite zu bashen, was das zeug hält. das gefährdet im übrigen auch arbeitsplätze und reduziert die steuern, die durch entgangene umsätze anfallen. Basher sind in diesem Fall asozial und wahrscheinlich hotel- bzw. konkurrenzaffin.

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