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Deutsche Bank Land unter bei der Deutschen Bank! Rekordverlust schockt Anleger - Aktie stürzt ab

21.01.2016, 09:31  |  3871   |   |   

Anleger der Deutschen Bank müssen sich in diesem Jahr warm anziehen. Seit Jahresanfang hat die Aktie bereits über 20 Prozent verloren und jetzt das: der Jahresverlust 2015 ist noch schlimmer als befürchtet. Die Aktie stürzt weiter ab.

Dieser Verlust tut weh! Das größte Finanzinstitut Deutschlands rechnet für 2015 mit einem Minus von rund 6,7 Milliarden Euro nach Steuern, wie die Deutsche Bank auf Basis vorläufiger Berechnungen am Mittwochabend überraschend mitteilte. Bereits im Oktober deutete sich an, dass das Jahresergebnis tiefrot ausfallen würde. Und doch wurden es am Ende rund eineinhalb Milliarden Euro mehr als Experten erwartet hatten.

Entsprechend die Reaktion an der Börse. Schon im nachbörslichen Handel am Mittwoch zeigte sich, wohin die Reise für die Aktie am folgenden Tag gehen würde. Und tatsächlich: Unmittelbar nach Börsenstart rutschte die Deutsche-Bank-Aktie deutlich ins Minus. Sie baut damit ihren Verlust seit Jahresanfang weiter aus. Kein anderer Titel im DAX hat in 2016 bislang mehr an Wert verloren als die Deutsche Bank.

Hier die Deutsche-Bank-Aktie im Fünf-Tagechart:

Die Gründe für das Rekordminus sind milliardenschwere Rechtsstreitigkeiten, Abschreibungen im Investmentbanking und im Privatkundengeschäft und Kosten für den laufenden Konzernumbau und Stellenstreichungen. Zudem lief das operative Geschäft in vielen Bereichen wie dem Handel mit Wertpapieren schlecht. Für 2014 hatte der Dax-Konzern noch rund 1,7 Milliarden Euro Gewinn ausgewiesen.

Für den Konzern ist es der größte Jahresverlust überhaupt und der zweite seit 2008. In der Finanzkrise hatte die Deutsche Bank erstmals in einem Gesamtjahr rote Zahlen geschrieben und rund 3,9 Milliarden Euro Verlust gemacht. Details zu den Zahlen des vierten Quartals und des Gesamtjahres will die Deutsche Bank am 28. Januar vorlegen.

Teure Rechtsstreitigkeiten belasten

Deutsche-Bank-Chef John Cryan nannte den ersten Jahresverlust seit der Finanzkrise „ernüchternd“. Die genannten Belastungen seien jedoch die Konsequenz aus den notwendigen Entscheidungen, die man im Rahmen der Strategie 2020 getroffen habe, so Cryan laut dpa-AFX in einer Botschaft an die Mitarbeiter. Der neue starke Mann an der Konzernspitze hält den Radikalumbau des Konzerns für alternativlos: „Diese Entscheidungen werden die Bank einfacher und effizienter machen.“ Es gehe darum, Risiken zu verringern und „Rechtsstreitigkeiten so rasch wie möglich abzuschließen.“

Kein Wunder, denn allein für juristische Streitereien stellt die Deutsche Bank nun 5,2 Milliarden Euro zurück. Harte Strafen könnten im Fall der Moskauer Handelssparte auf das Geldinstitut zukommen. In der russischen Hauptstadt soll es bis vor Kurzem unsaubere Geschäfte gegeben haben. US-Behörden gehen dem Verdacht auf Verstöße gegen die aktuellen politischen Sanktionen nach. Das Gesamtvolumen verdächtiger Geschäfte soll bei sechs Milliarden Dollar liegen (siehe: Deutsche Bank versinkt im Geldwäsche-Sumpf - Skandal weitet sich aus).

Eine weitere Milliarde Euro ist für den Abbau Tausender Arbeitsplätze vorgesehen. Unter dem Strich sollen 9000 Arbeitsplätze gestrichen werden - 4000 davon in Deutschland (Lesen Sie hierzu auch: Stellenabbau bei der Deutschen Bank - Jeder vierte Mitarbeiter betroffen). Zudem drücken die Probleme im Privatkundengeschäft, in dem sich das Institut im laufenden Jahr unter anderem von der Postbank trennen will, auf das Ergebnis.

Cryan zieht bei Auslandsgeschäften den Stecker

Im Investmentbanking werden etliche Handelsgeschäfte eingestellt. Der Bank machen die immer strengeren Kapitalanforderungen und vielen neuen Regeln für die Branche zu schaffen, viele Geschäfte gerade im schwankungsanfälligen Kapitalmarktgeschäft lohnen sich nicht mehr. Aus zehn Auslandsmärkten zieht sich der deutsche Branchenprimus ganz zurück. Zudem seien die Marktbedingungen „herausfordernd“. Zum Jahresende war vor allem Handel mit Wertpapieren schwach, so dass die Erträge im vierten Quartal auf 6,6 Milliarden Euro zurückgingen - das sind rund 15 Prozent weniger als vor einem Jahr. Zusammen mit den erneut angefallenen Sonderkosten führt dies zum Jahresende wieder zu einem Quartalsverlust. Dieser belaufe sich auf 2,7 Milliarden Euro vor Steuern und rund 2,1 Milliarden Euro unter dem Strich. Im Vorjahresquartal hatte die Bank noch einen Gewinn von 441 Millionen Euro erzielt.

Co-Chef John Cryan will die größte deutsche Bank mit einer Radikalkur wieder in die Spur bringen und hatte dafür auch erstmals in der Nachkriegsgeschichte die Dividende gestrichen (wallstreet:online berichtete). Dass die Aufräumarbeiten überfällig sind, daran besteht kein Zweifel. Die Konkurrenz läuft der Deutschen Bank davon: Die zehn führenden US-Banken sind allesamt deutlich profitabler.

Cryan bekräftigte, in den kommenden beiden Jahren kämen auf die Bank „harte Arbeit und Belastungen“ zu. „Mit diesen Schritten schaffen wir jedoch das Potenzial, uns zu einer starken, effizienten und gut geführten Institution zu entwickeln, die sowohl unseren Kunden, Geschäftspartnern als auch der Gesellschaft dient sowie gute Erträge für unsere Aktionäre erzielt.“

Mit dpa-AFX



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