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Heißer Turnaround? 1 Mrd. Umsatz/ bis zu 10 % EBIT-Marge!

Gastautor: Volker Glaser
22.01.2016, 09:32  |  724   |   |   

Der Online-Händler für Baby- und Kleinkinderprodukte hat das Jahr 2015 nach einer ersten Indikation erfolgreich abgeschlossen, wie uns CFO Nikolaus Weinberger bei unserem Treffen anlässlich der Konferenz von Montega in Frankfurt berichtet. „Wir sind mit dem Geschäftsverlauf des Jahres 2015 zufrieden“, so Weinberger. Erwartet wurde ein Umsatzplus von rund 75 % auf ca. 175 Mio. Euro. Die Bruttomarge war mit rund 25 % geplant mit einer erwartungsgemäß noch negativen bereinigten EBIT-Marge von -7 bis -8 %. Der Finanzchef bereinigt das EBIT im Wesentlichen um Kosten für Zukäufe und die aktienbasierte Vergütung. Im Umsatz für 2015 ist der anteilig zu konsolidierende Umsatz aus den beiden Zukäufen, der Online-Shop bebitus in Spanien und Feedo in Osteuropa, enthalten. Aufsummiert war das Umsatzziel für beide Firmen auf Basis einer Gesamtjahrrechnung rund 26 Mio. Euro. Der Basisumsatz für das Jahr 2016 würde dann bei über 190 Mio. Euro liegen.

Weinberger hat sich für die Zukunft ein strammes Wachstum auf die Fahnen geschrieben. 2016 will das Unternehmen signifikant wachsen. „Unsere bisherigen Wachstumsraten werden sich naturgemäß etwas abschwächen. Ich rechne 2016 mit einem Marktwachstum von ca. 30 %. Unser Ziel ist es weiterhin schneller zu wachsen als der Markt.“ Wir halten einen Umsatzsprung auf bis zu 300 Mio. Euro in diesem Jahr für machbar. Aus eigener Kraft sollte windeln.de daher um mindestens 50 % wachsen. Für 2016 werden noch keine Gewinne erwartet. Die bereinigte EBIT Marge wird sich indes weiter reduzieren. In 2 Jahren dürfte die Gesellschaft die Umsatzmarke von 500 Mio. Euro knacken. Wenn das Unternehmen 2018 eine positive, bereinigte, EBIT-Marge zwischen 7 und 8 % erzielt, verdient das Unternehmen mehr als 40 Mio. Euro. „Langfristig ist es unser Ziel, mit einer EBIT-Marge von bis zu 10 % zu wirtschaften. Das ist mit unserem Geschäft erreichbar. Ein Umsatzvolumen von 1 Mrd. Euro ist machbar“, so Weinberger.

Das Unternehmen erzielt in etwa die Hälfe des Umsatzes aus Deutschland/Europa. Im Online-Shop gibt es alles zu kaufen, was das Elternherz für seinen Nachwuchs begehrt. Spielzeug, Kinderwagen, Kindersitze, Sicherheits-Equipment, Mode für Mama und Kind, Schnuller, Babynahrung und natürlich Windeln. Da am Nachwuchs selten gespart wird, ist das Geschäft relativ krisensicher. Und die Penetration zum Online-Kauf ist nicht aufzuhalten – wer kauft eigentlich noch die dicken, umfangreichen Kartons voll mit Pampers, wenn diese von den Münchnern bequem nach Hause geliefert werden? Im Übrigen erzielt die Firma die restlichen Umsätze mit Kunden aus China. Bisher bestellen die Chinesen vor allem Babynahrung bei windeln.de „Wir möchten verstärkt unser gesamtes Sortiment an Kunden aus China verkaufen. Wir versprechen uns davon zusätzliche Umsätze.“ Von den Turbulenzen in China spürt die Gesellschaft nichts. Es dürfte für windeln.de egal sein, ob China nun mit 2, 3, 5 oder 8 % pro Jahr wächst. Am Baby wird eher nicht gespart. „Der Markt ist riesig. Wir sprechen von 17 Mio. Euro Babys pro Jahr im Vergleich zu 700.000 in Deutschland. Zudem sollte die 2- Kinder-Politik in China das Wachstum sogar beschleunigen. Allerdings wird in China der Wettbewerb zunehmen. Aber der Markt ist so groß, dass wir noch erheblich wachsen können“, erklärt der Finanzchef.

Parallel zum organischen Wachstum setzen die Bayern auf Zukäufe. Ziel ist, die Landeskarte in Europa weiter zu füllen. „Unser Fokus ist Europa. Derzeit sind von uns die Märkte Benelux, Skandinavien und einige Länder in Osteuropa noch nicht besetzt.“ Die Kriegskasse ist zum Ende des 3. Quartals noch mit mehr als 100 Mio. Euro gefüllt. Selbst wenn Weinberger etwas größer zukauft, sollte das Geld bis zum Break-Even locker reichen. „Wir kommen mit diesem Barbestand sehr gut aus. Aus heutiger Sicht brauchen wir auf absehbare Zeit kein weiteres Kapital von der Börse“, sagt der ehemalige Goldman Sachs Banker.

windeln.de verfügt momentan über 750.000 aktive Kunden, die kontinuierlich bestellen. Der Bestellwert pro Einkauf liegt im Schnitt bei 90 Euro. Zooplus kommt hier nur auf 40 Euro. Die Retourenquote liegt bei unter 7 %. Zalando kann von dieser Quote nur träumen. Wettbewerber von windeln.de ist natürlich vor allem der Online-Gigant Amazon. windeln.de hat jedoch speziell für Babys und Kleinkinder das breitere Sortiment, und nicht jeder kauft bei Amazon ein. Vor den restlichen, direkten Wettbewerbern muss sich das Unternehmen ohnehin nicht verstecken, da diese meist kleiner sind.

Das Unternehmen wurde im Mai 2015 zu Kursen von 18.50 Euro emittiert. Aus unserer Sicht war der damalige Preis sehr sportlich. Die Konsequenz: das Papier ist recht heftig abgestürzt und ist aktuell zu Kursen von 9.30 Euro zu haben. Die Anteilsscheine handeln derzeit nahe dem Rekordtief. Wir halten den Kurssturz für übertrieben. Natürlich ist es sehr schwer abschätzbar, ob das Tief nun erreicht wurde und wirklich jeder Investor verkauft hat, der zwingend raus wollte. Die Sperrfrist für Aktienverkäufe von Altaktionären, ausgenommen das Management, ist schon im November 2015 abgelaufen. Hier könnte auch der eine oder andere Altaktionär verkauft haben. Zu den Altaktionären zählen einige Private Equity Häuser sowie die Deutsche Bank und Goldman Sachs.

Der Börsenwert beläuft sich auf rund 270 Mio. Euro und ist nicht zu hoch. Das Umsatzmultiple von unter 1 für 2016 ist alles andere als teuer. Uns gefällt die Firma recht gut. Im Vergleich zur Bewertung von Zooplus hat windeln.de mittelfristig reichlich Potenzial. Die Börse unterschätzt das Unternehmen. Zudem gehen wir davon aus, dass windeln.de nicht ständig Kapitalerhöhung platzieren muss, wie das beispielsweise Zooplus in den letzten Jahren vollzogen hat. Die Aktie ist kaufenswert.

www.vorstandswoche.de

 

Wertpapier: windeln.de

Themen: Euro, China, Wachstum


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Heißer Turnaround? 1 Mrd. Umsatz/ bis zu 10 % EBIT-Marge!

Der Online-Händler für Baby- und Kleinkinderprodukte hat das Jahr 2015 nach einer ersten Indikation erfolgreich abgeschlossen, wie uns CFO Nikolaus Weinberger bei unserem Treffen anlässlich der Konferenz von Montega in Frankfurt berichtet. „Wir sind mit dem Geschäftsverlauf des Jahres 2015 zufrieden“, so Weinberger. Erwartet wurde ein Umsatzplus von rund 75 % auf ca. 175 Mio. Euro. Die Bruttomarge war mit rund 25 % geplant mit einer erwartungsgemäß noch negativen bereinigten EBIT-Marge von -7 bis -8 %. Der Finanzchef bereinigt das EBIT im Wesentlichen um Kosten für Zukäufe und die aktienbasierte Vergütung. Im Umsatz für 2015 ist der anteilig zu konsolidierende Umsatz aus den beiden Zukäufen, der Online-Shop bebitus in Spanien und Feedo in Osteuropa, enthalten. Aufsummiert war das Umsatzziel für beide Firmen auf Basis einer Gesamtjahrrechnung rund 26 Mio. Euro. Der Basisumsatz für das Jahr 2016 würde dann bei über 190 Mio. Euro liegen.

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