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Kein Ausweg? Crashgefahr in China nicht gebannt - Drei Gründe geben Anlass zur Sorge

01.02.2016, 14:07  |  2651   |   |   

Viele „Experten“ behaupten, die Entwicklungen in China hätten keine großen Auswirkungen auf die Weltwirtschaft und damit auf den weltweiten Aktienmarkt. Der Börsencrash der vergangenen Monate zeigt aber, dass genau das Gegenteil der Fall ist. Vor allem drei Gründe geben Anlass zur Sorge.

Der DAX ist ein hervorragender Seismograph: In dem Index ist der Anteil der zyklischen, also stark konjunkturabhängigen, Branchen viel höher als fast in jedem anderen Index der Welt. Wenn sich die Perspektiven für die Weltwirtschaft eintrüben, bekommt das der DAX daher viel stärker zu spüren als andere Indizes. Zuletzt belasteten den DAX vor allem die starke Abkühlung der Konjunktur in den USA und China. Zuletzt machten die deutschen Exporte nach China 6,6 Prozent der Exporte Deutschlands aus, womit China der viertgrößte Handelspartner Deutschlands ist. Eine weitere Abschwächung der Konjunktur in China hat damit massive Auswirkungen für die deutsche Exportwirtschaft und damit den DAX. Deshalb sind die Vorgänge in China so wichtig. Dabei gibt es drei Gründe zur Besorgnis.

Die Konjunktur in China schwächt sich weiter ab

Viele Konjunkturdaten aus China zeigen unmissverständlich an, dass sich das Wachstum immer weiter abkühlt. Im Dezember lag die Industrieproduktion nur noch um 5,9 Prozent über dem Vorjahresniveau. Das ist für chinesische Verhältnisse ein sehr niedriger Wert. Bei den Einzelhandelsumsätzen liegt das Plus bei „nur“ elf Prozent. Der Regierung und der Notenbank dürfte es selbst mit weiteren aggressiven Maßnahmen kaum gelingen, die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Denn der Konjunkturaufschwung der vergangenen Jahre basierte vor allem darauf, dass die Unternehmen massiv Schulden gemacht und ihre Kapazitäten stark ausgeweitet haben, weshalb es hohe Überkapazitäten gibt. Inzwischen belaufen sich die Schulden der Unternehmen aber auf horrende 160 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung. Zum Vergleich: die US-Unternehmen stehen mit „nur“ 80 Prozent der Wirtschaftsleistung in der Kreide. Selbst wenn die chinesische Notenbank die Zinsen weiter aggressiv senkt, dürften die Firmen daher kaum neue Investitionen tätigen. Eine weitere Abkühlung der chinesischen Konjunktur bedeutet aber eine enorme Belastung für die Exportabhängigen Länder Asiens, und damit für Deutschland. Zuletzt gingen 14,5 Prozent der Exporte Deutschlands nach Asien.

Kräftige Abwertung des Renminbi steht bevor

In den vergangenen Jahren hat der chinesische Renminbi gegenüber vielen Währungen deutlich aufgewertet, womit sich die Wettbewerbsfähigkeit der chinesischen Exportwirtschaft zusehends verschlechtert hat. China will deshalb den Renminbi nicht nur gegenüber dem Dollar, sondern auch gegenüber etlichen anderen Währungen deutlich abwerten. Damit trüben sich die Perspektiven für die ausländischen Unternehmen, beispielsweise aus dem DAX, weiter ein. Denn chinesische Produkte werden im Ausland billiger, während ausländische Produkte in China teurer werden. Eine weitere kräftige Abwertung des Renminbi wären daher schlechte Nachrichten für den DAX.

Börsen-Crash belastet Wirtschaft

Viele „Experten“ behaupten, der Börsencrash in China hätte keine Auswirkungen auf die chinesische Wirtschaft und damit auf die Weltwirtschaft. Diese Behauptungen sind bestenfalls blauäugig. Durch den Crash sind umgerechnet rund 2,5 Billionen Dollar an Vermögen vernichtet worden, was die Stimmung und damit das Konsumverhalten der Chinesen deutlich belasten dürfte. Anleger, deren Depot auf dem Höhepunkt der Blase Mitte 2015 einen Wert von umgerechnet rund 50.000 Euro hatte, haben nun auf dem Papier nur noch 27.500 Euro –Tendenz stark sinkend. Da dürfte sich der Kauf des nächsten Mercedes, oder Audi etwas verzögern, oder?

Die schwache Konjunktur in China, die Abwertung des Renminbi und der Börsencrash in China haben massive Auswirkungen auf die dortige Wirtschaft und damit auf die Weltwirtschaft. Da China keinen Ausweg aus der gigantischen Blase der vergangenen Jahre finden dürfte, dürften bei anhaltend schlechten Nachrichten aus China die Turbulenzen beim DAX zurückkehren.



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Kommentare

wieder fast 90% des Artikels zusammengeplapperte Zitate aus verschiedenen Anti-China Meinungen.
Nur mal ein Beispiel: Nur jeder 20'gste Chinese hat überhaupt Aktien. Der Einfluss des Einbruchs daher eher gering.
Die Zentralbank steht im Gegensatz zu den anderen Zentralbanken nicht mit dem Rücken zur Wand und hat noch viel Munition in der Bazooka.
Ich frag mich immer, ob die Leute die Artikel über China verfassen mal in letzter Zeit da waren. Von Krisenstimmung keine Spur...

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