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Bund-Future: Euphorie im Anleihemarkt?
Foto: 123rf.com

Bund-Future Euphorie im Anleihemarkt?

03.02.2016, 07:14  |  1714   |   |   

Im Frühjahr 2015 meldete sich Bill Gross, US-Anleiheguru und Ex-Chef von Pimco, zu Wort. Er sah damals eine Short-Position auf Bundesanleihen als die „Short-Position des Lebens“ an. Anschließend rutschten die Kurse abwärts, der Bund-Future verlor deutlich und die Renditen zogen an. Doch dieser Kurseinbruch war nur von kurzer Dauer. Über den Sommer 2015 konnte sich ein Boden bilden und die Renditen fielen wieder. In 2016 kletterte der Bund-Future auf ein neues Rekordhoch und die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe fiel deutlich bis auf ein Niveau von 0,31%.

QE-Ausweitung erwartet

Der Markt nimmt gegenwärtig eine Ausweitung des „QE“ vorweg, die Renditen sind im Keller. Der Bund-Future mit einem Rekordhoch bei 163,78%. Insbesondere der Januar brachte kräftig steigende Kurse hervor. So bildete sich eine lange weiße Monatskerze im Bund-Future aus.

Entsprechend der Methodik der japanischen Chartanalyse, den Candlesticks, ist eine lange weiße Kerze per Definition positiv. Doch eine lange weiße Kerze, die das Übergewicht der Bullen auf dem Parkett anzeigt, nach einem langfristigen Aufwärtstrend, zeigt auch Euphorie in einem Markt an. Die Kurse sind über einen längeren Zeitraum gestiegen. So entsteht Vertrauen im Markt in den Trend und die Überzeugung manifestiert sich, dass die Kurse nur noch steigen können. Fallende Kurse oder ein Trendwechsel hingegen werden als unwahrscheinlich eingestuft.

Hinweis auf Kaufpanik

Der Mensch unterliegt hier einem angeboren Verhalten: Trends werden einfach fortgeschrieben. Eine lange weiße Kerze nach einem mehrjährigen Aufwärtstrend könnte somit auf Kaufpanik hinweisen. Hier werfen die letzten Bullen ihr Material in die Schlacht. Eine Trendwende könnte so unmittelbar bevorstehen, da nach den letzten Panikkäufen keine neuen Käuferschichten mehr zur Fortsetzung des Aufwärtstrends zur Verfügung stehen. Die Betonung liegt jedoch im Konjunktiv, auf „könnte“. Denn erst ein Rückfall unter das Tief der langen weißen Kerze und somit unter das Januar-Tief bei 158,33% würde eine solche Interpretation gültig werden lassen. Die lange weiße Monatskerze mahnt jedoch zur Vorsicht und kurzfristige Verkaufssignale im Bund-Future würden somit eine hohe Aussagekraft erhalten.

An der Decke angekommen?

Ein weiteres Indiz spricht zudem dafür, dass der Bund-Future an die Decke gestoßen ist und zumindest das Aufwärtspotenzial erschöpft sein könnte. Im fortlaufenden Kontrakt der Tageskerzen kann seit Juni 2015 ein Aufwärtstrendkanal konstruiert werden. Der Aufwärtstrend wurde Ende des Jahres 2015 eindrucksvoll mit mehreren Berührungspunkten bestätigt und konnte Anfang 2016 seine Aufwärtsbewegung weiter fortsetzen.

Ziel war hier die Rückkehrlinie, die obere Begrenzung des Aufwärtstrendkanals. Dieses Ziel wurde Anfang dieser Woche so gut wie abgearbeitet. Die jüngsten Tageskerzen zeigen allerdings nur die Möglichkeit einer Verschnaufpause am erreichten Kursziel an. Ein kurzfristiges Verkaufssignal liegt noch nicht vor.

Relevanter Widerstand

Trotzdem darf die obere Begrenzung des Trendkanals als relevanter Widerstand angenommen werden. Eine Seitwärtsbewegung am erreichten Niveau knapp unterhalb eines Niveaus von ca. 164% mit Unterstützung im Bereich 161,55 bis 160,80% wäre aus Sicht der kurzfristigen Tageskerzen für die kommenden Wochen bis zur EZB-Zinsentscheidung am 10. März 2016 zu favorisieren. Sollten die Marktteilnehmer sodann erkennen, dass der Weg nach oben im Bund-Future verbaut ist, könnte „Ernüchterung“ nach der Euphorie einsetzen und kräftig fallende Kurse im Bund-Future wären sodann zu erwarten. Die damalige Ansicht von Bill Gross, dass die Anleihe-Käufe der EZB, das „Quantitative Easing“, die Renditen im Euroraum sowie in Deutschland künstlich nach unten drücken, ist zudem weiterhin aktuell.

Zudem mahnte Gross an, das das Timing für diese „Shortwette“ entscheidend wäre und die Zeit (im Frühjahr 2015) hierfür noch nicht gekommen sei. Erst ein Ende der lockeren Geldpolitik der EZB sollte diese „Lebenschance“ Wirklichkeit werden lassen. Abzuwarten bleibt nun, ob die Zeit nun gekommen ist. Charttechnisch zumindest besteht nach den jüngsten durchaus als irrational zu bewertenden Abschlägen in der Rendite der Bundesanleihen die Chance, dass die Zeit für eine Trendumkehr langsam näher rückt.

Volatile Seitwärtsbewegung

Im Umkehrschluss würden jedoch weiterhin steigende Kurse im Bund-Future UND ein Ausbruch aus dem seit Juni 2015 bestehenden Aufwärtstrendkanal nochmals eine Beschleunigung der Aufwärtsbewegung anstoßen. Eine „Blase“ im Anleihemarkt könnte sodann den Bund-Future bis ca. 170% führen, entsprechend einem Kursziel abgeleitet von der Schwankungsbreite des dann verlassenen Trendkanals nach oben. Zu favorisieren ist jedoch aus gegenwärtiger Sicht eine abwartende Haltung in Form einer volatilen Seitwärtsbewegung im Markt für die kommenden Wochen.

Meine jüngsten Bund-Future-Analysen finden Sie hier: Salomon - Bund-Future-Analysen

Bund-Future - Tageskerzen

Der Bund-Future auch gestern aufwärts – nun wird es spannend, ob der Aufwärtstrendkanal in „Euphorie“ nach oben geknackt wird und in Richtung 170% strebt – oder eher ein Abprall an der Rückkehrlinie erfolgt (wie favorisiert – s.o.) und eine Verschnaufpause im FGBL am erreichten Niveau eintritt. Das bislang favorisierte „Best-case-Szenario“ von ca. 163,50 bis 164% darf als abgearbeitet gelten. Erste Unterstützung darf bei 162,40% angenommen werden, sowie folgend im Beriech 161,94 und 161,55%.  

 

Bund-Future März-Kontrakt – Stundenkerzen

Der Bund-Future robbte sich gestern bei fallenden Aktienkurzen weiter aufwärts – die Dynamik überzeugt jedoch nicht. Ein Abprall am erreichten Niveau mit erster Unterstützung aus Sicht der Stundenkerzen bei 163,41% ist daher einzuplanen – ein Hourly-Close über dem Kontrakthoch hingegen dürfte den Bund-Future kurzfristig in Richtung 164,50% treiben.

 

Ihr Stefan Salomon

Chartanalyst wallstreet-online.de

 

Die wichtigsten Zahlen:

www.wallstreet-online.de - Wirtschaftskalender

 

Hinweis: Die Analyse wurde von Stefan Salomon mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit der in der Analyse enthaltenen Aussagen, Prognosen und Angaben wird jedoch keine Gewähr übernommen. Der Inhalt dient lediglich der Information und beinhaltet keine Vermögensberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von CFD, Aktien oder anderen Finanzprodukten. Die Analysen dienen nicht als konkrete Handelsempfehlung. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Erklärung nach §34b Abs 1 WPHG: Der Autor erklärt, dass er im Besitz von Finanzinstrumenten sein kann, auf die sich einzelne Analysen beziehen. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenkonfliktes. Charts:  www.tradesignalonline.com.

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