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Wenn Sparprogramme teuer werden Credit Suisse räumt auf – und erleidet Milliardenverlust

04.02.2016, 11:52  |  4721   |   |   

Eine neue Strategie, weniger riskantes Investmentbanking, Stellenabbau und Bonikürzungen – all das klingt nach ambitionierten Sparplänen. Bis diese jedoch greifen, muss die Schweizer Großbank Credit Suisse aber erstmal in die Miese gehen. Und steht damit vor denselben Problemen wie die Deutsche Bank. 

Geteiltes Leid ist halbes Leid. Die Schweizer Großbank Credit Suisse folgt dem Schicksal der Deutschen Bank und verzeichnet laut einer Pressemitteilung für das vergangene Jahr einen bitteren Verlust von fast drei Milliarden Franken (2,7 Mrd. Euro). Noch im Jahr 2014 konnte das Insitut einen Überschuss von rund 1,9 Milliarden Franken ausweisen. Wie der Konkurrent aus dem Nachbarland will nun auch die Schweizer Bank hart durchgreifen. Die Pläne für den Umbau stehen, sie klingen ehrgeizig und beruhigend risikoavers. Zunächst sind sie aber vorrangig eines: teuer. 

So sind es vor allem die massiven Abschreibungen in der schwankungsanfälligen Investmentsparte, die mit 3,8 Milliarden Franken erheblich zum Verlust beitragen. Der im Sommer neu einberufene Vorstandschef Tidjane Thiam will seinen Konzern hiervon möglichst entkoppeln und sich lieber auf die Vermögensverwaltung konzentrieren. Neben den Abschreibungen schlugen zusätzlich hohe Kosten für Rechtsstreitigkeiten von gut 800 Millionen Franken sowie Verluste bei der Abwicklung von Randgeschäften zu Buche.

Durch den folgenden Aktiensturz von aktuell knapp 13 Prozent hat Credit Suisse nun mit den gleichen Ängsten der Anleger zu kämpfen wie die Deutsche Bank. Nach der Verkündung des Rekordverlusts von 6,8 Milliarden Euro erlitt das Institut in der letzten Woche einen deutlichen Kursrutsch und fiel auf den letzten Platz im Dax (mehr dazu hier). 

Credit Suisse Aktie - 5-Tages-Chart

Da nützt auch aller Kampfgeist nichts. Beide Banken verkündeten umfangreiche Sanierungsarbeiten, um endlich wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. Wie sein Leidensgenosse John Cryan will auch Thiam sein Geschäft konsolidieren und dabei mindestens 5.000 Stellen streichen. Daneben sollen Bonikürzungen vorgenommen werden, man spricht von einem Kostensenkungspotential um die 3,5 Milliarden Franken.

In Sachen Kapitalerhöhung hat Thiam seinen Worten bereits Taten folgen lassen und die Kassen um rund sechs Milliarden Franken aufgestockt. Dadurch stieg die harte Kernkapitalquote von 10,2 Prozent Ende September auf 11,4 Prozent Ende Dezember. Die Leverage Ratio (Verhältnis von Eigenkapital zur gesamten Bilanzsumme) kletterte infolgedessen von 2,8 auf 3,2 Prozent.

Mit dpa-AFX



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Kommentare

kletterte infolgedessen von 2,8 auf 3,2 Prozent.'

Bei der DBK liegt die Verschuldungsquote (Leverage) bei 3,84 %.
Hier sieht die DBk etwas besser aus.
Bei der Eigenkapitalquote von rd 11 % im Moment etwas schlechter,
die soll aber besser werden, wenn der Anteil an der Chinabank
verkauft und eingetütet ist.
Die CS ist bereits in der richtigen Spur. Das Tiefst von 12,66 € aus 2008 wird aber unterschritten werden. Wann ? Keine Ahnung, ob es zuerst in ein paar Tagen zur technischen Gegenreaktion kommt oder direkt und sofort.
Bin aber nicht so direkt drin in der Materie, da ich seit ca. 1 knappen Jahr die Finger vom gesamten Sektor lasse. Schaunmamal, wer nach dem Schlachtfest übrig bleibt. ;)
Die Bilanz der CS ist besser als die der Dt.Bank.
Denkst du das man bei der CS schneller wieder in die richtige Spur
kommt? Der mögliche Rauswurf aus dem EUROSTOXX droht beiden.
Beide schenken sich von der Marktkapitalisierung nichts.
Wie tief wird die Aktie noch korrigieren?

Der Tagesverlust überrascht in seiner Heftigkeit.
Korrekt, genauso sehe ich das. Deutsche Bank: 'Für den Konzern ist es der größte Jahresverlust überhaupt und der zweite seit 2008. In der Finanzkrise hatte die Deutsche Bank erstmals in einem Gesamtjahr rote Zahlen geschrieben und rund 3,9 Milliarden Euro Verlust gemacht. Details zu den Zahlen des vierten Quartals und des Gesamtjahres will die Deutsche Bank am 28. Januar vorlegen.' Quelle: http://www.wallstreet-online.de/nachricht/8274483-deutsche-b… Oder anders ausgedrückt: Die haben nix gelernt seit der 'großen' Finanzkrise 2008, im Gegenteil.
Im Gegensatz dazu die CS: 'In Sachen Kapitalerhöhung hat Thiam seinen Worten bereits Taten folgen lassen und die Kassen um rund sechs Milliarden Franken aufgestockt. Dadurch stieg die harte Kernkapitalquote von 10,2 Prozent Ende September auf 11,4 Prozent Ende Dezember. Die Leverage Ratio (Verhältnis von Eigenkapital zur gesamten Bilanzsumme) kletterte infolgedessen von 2,8 auf 3,2 Prozent.'
Quelle: siehe oben.
Ist natürlich kein Garant, hat aber 'n guten Ansatz.

so long :)

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