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BP, Exxon Mobil und Co. Vorsicht, Schnäppchenfalle! Öl-Aktien sind ein Fass ohne Boden

05.02.2016, 09:04  |  4431   |   |   

Nach dem kräftigen Kursrutsch empfehlen viele Experten Öl-Aktien zum Kauf, zumal sie eine ordentliche Dividende abwerfen. Bevor Anleger das allerdings tun, sollten sie sich die Fundamentaldaten einmal genauer anschauen. Danach dürften Anleger es sich gut überlegen, bei den Papieren zuzugreifen.

Wohl nur die wenigsten Investoren hätten sich einen derartig tiefen Rutsch des Ölpreises vorstellen können. Eine nachhaltige Trendwende nach oben ist nicht in Sicht. Die weltweiten Öllagervorräte liegen mit mehr als drei Mrd. Barrel am Rekordhoch. Gleichzeitig gibt es ein enormes Überangebot an Öl. Hoffnungen, dass sich die Organisation Erdöl Exportierender Länder (OPEC) auf eine Kürzung der Fördermengen einigen könnte, scheinen illusorisch. Denn die Erzfeinde Saudi-Arabien und Iran dürften kaum zu einer Einigung kommen. Entsprechend trüb ist das Umfeld in der Branche, was die Geschäftsergebnisse der Ölmultis eindrucksvoll widerspiegeln. „Es gibt keine Hinweise auf eine Erholung am Ölmarkt. Die Lagerbestände steigen weiter an, die Nachfrage schwächt sich immer mehr ab“, sagt Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets.

Der Branchenriese BP hat für 2015 mit 6,5 Mrd. Dollar den größten Verlust seit mehr als 30 Jahren verbucht. Vorstandschef Bob Dudley hat zwar die Kosten und die Investitionen kräftig gekürzt. Dennoch reicht der Cash Flow von BP bei Weitem nicht aus, um die Investitionen und die Dividenden zu finanzieren. Dudley streicht daher die Ausgaben weiter zusammen, um im Jahr 2017 den Cash Flow bei unter 60 Dollar je Barrel ausgleichen zu können. Erst dann soll der Cash Flow also genauso hoch sein, wie die Summe aus Investitionen und Dividenden. Wie groß die Lücke ist, wird klar, wenn man sich den Preis von nur rund 33 Dollar für die Nordsee-Sorte Brent anschaut.

Dividendenzahlung auf Pump finanzieren

Und was macht BP bis 2017? Weiter kräftig Schulden, um die Dividenden zahlen zu können. Dabei waren die Nettoschulden im vergangenen Jahr bereits um 4,6 Mrd. Dollar auf 27,2 Mrd. Dollar gestiegen. Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) reagiert und hat dem Rating von BP einen negativen Ausblick verpasst, spricht es könnte bald abgestuft werden. Ebenso wie das Rating von BP, werden auch jene der Konkurrenten ENI, Repsol, Statoil und Total auf eine Abstufung überprüft. Zuletzt hatte S&P das Rating für den britisch-niederländischen Wettbewerber Royal Dutch Shell auf A+, der fünfhöchsten Stufe im Investment Grade-Bereich, abgestuft. Zudem wird es wegen einer möglichen weiteren Abstufung untersucht. „Wir glauben, dass die derzeitigen und künftigen Verschuldungsquoten vieler Öl- und Gasmultis wahrscheinlich für zwei oder drei Jahre unter unseren Rating-Anforderungen liegen werden, während sich die Industrie auf die niedrigeren Preise einstellt“, schrieben die Analysten von S&P.

Exxon legt Aktienrückkaufprogramm auf Eis

Wie schwierig das Umfeld in der Branche ist, zeigen auch die Ergebnisse und die Maßnahmen des Branchenprimus Exxon Mobil eindrucksvoll. Nachdem der amerikanische Öl- und Gasmulti mit 16,2 Mrd. Dollar den niedrigsten Gewinn seit 2002 ausgewiesen hatte, hat Vorstandschef Rex Tillerson die Investitionen für 2016 um ein Viertel auf 23,2 Mrd. Dollar eingedampft. Gleichzeitig wird das Aktienrückkaufprogramm ausgesetzt, womit eine wichtige Stütze für das Papier wegfällt. S&P überprüft auch das Rating von Exxon auf eine Abstufung. Das wäre die erste seit 86 Jahren. 

Trotz der trüben Geschäftsperspektiven empfehlen viele Experten die Öl-Aktien zum Kauf, vor allem wegen den hohen Dividenden. Die Frage ist nur, welchen Sinn macht es, sich an einen Dividendenrendite von fünf, sechs oder sieben Prozent zu klammern, wenn die Aktie innerhalb eines Jahres um 30 Prozent und mehr fällt? Keinen. Die Aktien der Öl-Multis bleiben daher ein Fass ohne Boden, zumal viele von ihnen trotz des deutlichen Kurseinbruchs noch immer sehr hoch bewertet sind. So liegt das 2016er-KGV von Exxon immer noch bei 28 – eine extrem hohe Bewertung angesichts der trüben Gewinnperspektiven. Bei BP liegt das KGV bei 20 – auch keineswegs günstig. Sollte der Ölpreis nicht überraschend und nachhaltig nach oben drehen, dürfte die Talfahrt der Öl-Aktien weitergehen. 



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Nach dem kräftigen Kursrutsch empfehlen viele Experten Öl-Aktien zum Kauf, zumal sie eine ordentliche Dividende abwerfen. Doch nach einem Blick auf die Fundamentaldaten dürften es sich Anleger gut überlegen, bei den Papieren zuzugreifen.

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