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Auto-Aktien Crash bei Daimler, BMW und VW wird weitergehen

04.02.2016, 16:23  |  17039   |   |   

Die Gelegenheit, Aktien deutscher Autohersteller zu kaufen, scheint günstig. Der Aktienmarkt ist aber offensichtlich ganz anderer Meinung, wie die Talfahrt der Auto-Aktien klar zeigt. Es gibt gute Gründe, weshalb sie weitergehen sollte.

Der Aktienkurs dreht viel früher nach unten, als die schlechten Nachrichten kommen: Diese schmerzhafte Erfahrung mussten die Aktionäre von Daimler, BMW und VW machen. Denn die Papiere beginnen eine Eintrübung des Geschäfts üblicherweise mit einem Vorlauf von sechs bis neun Monaten einzupreisen. Und das Geschäft hat sich in den vergangenen Monaten erheblich eingetrübt.

Die Konjunkturdaten aus den USA und China werden immer schlechter. Etliche US-Daten deuten darauf hin, dass die Wirtschaft bereits in der Rezession sein dürfte. In China schwächt sich das Wachstum zusehends ab. An den Behauptungen der Regierung, das Wirtschaftswachstum läge bei knapp sieben Prozent, zweifeln Experten zusehends, zumal die Blase am Immobilien- und am Aktienmarkt geplatzt ist. Finanzexperten wie Marc Faber gehen von einem Wachstum von bestenfalls vier Prozent aus. Eine schwache chinesische Wirtschaft belastet aber die Exportabhängigen Länder Asiens und Deutschland erheblich, weil die Nachfrage nach Produkten aus Deutschland schwächelt. Durch den Crash am chinesischen Aktienmarkt verschärften sich die Probleme zusätzlich. Das Depot eines Chinesen, das auf dem Höhepunkt der Blase Mitte 2015 einen Wert von rund 50.000 Euro hatte, ist inzwischen auf rund 30.000 Euro implodiert. Da dürfte sich der Kauf des nächsten Audi, Mercedes oder BMW etwas verschieben, oder? Zumal wenn sich der Crash am Aktienmarkt ausweiten sollte, wovon auszugehen ist.

„Spürbar geringer“

Das sich schnell eintrübende Umfeld spiegelt sich im Ausblick von Daimler wider, weshalb die Aktie auf das Niveau von Oktober 2014 abgerutscht ist. Die Prognose gefällt Investoren nicht, denn sie enthält die Wörter „spürbar geringer“. „Die weltweite Pkw-Nachfrage dürfte nach aktueller Einschätzung im Jahr 2016 von hohem Niveau ausgehend nochmals in einer Größenordnung zwischen 3 und 4 Prozent zunehmen. Dabei werden die Wachstumsraten in den traditionellen Märkten USA und Westeuropa im Vergleich zu den deutlichen Zuwächsen der Vorjahre voraussichtlich spürbar geringer ausfallen“, schrieb Daimler.

Der Konzern will zwar den Absatz kräftig steigern. Allerdings geht Vorstandschef Dieter Zetsche davon aus, dass der Umsatz nur „leicht zunehmen wird.“ Der operative Gewinn aus dem laufenden Geschäft soll nur „leicht“ gesteigert werden, dasselbe gilt für die Tochter Mercedes-Benz Cars.

Cash Flow soll deutlich sinken

Wenig erfreulich hört sich auch die Prognose von Daimler zum Free Cash Flow des Industriegeschäfts an. Er wird berechnet, wenn man vom Cash Flow aus der laufenden Geschäftstätigkeit die Investitionen abzieht. „Da die Investitionsoffensive in Produkte und Technologien verstärkt umgesetzt wird, dürfte der um Sondereffekte bereinigte Free Cash Flow aus dem Industriegeschäft im Jahr 2016 deutlich unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 5,9 Mrd. Euro liegen“, so Daimler. Laut einer Meldung von Bloomberg soll er bei lediglich 3,8 bis 5,3 Mrd. Euro liegen. Das sind Nachrichten die Investoren gar nicht hören möchten.

Werden auch BMW und VW enttäuschende Prognosen abgeben?

Der schwache Ausblick von Daimler bedeutet nichts Gutes für Volkswagen und BMW. Die Wolfsburger legen am 10. März die Ergebnisse vor, die Münchener folgen am 16. März. In den vergangenen Monaten haben Analysten die zusehends schwachen Konjunkturdaten aus den USA und China ebenso völlig ignoriert, wie die Talfahrt der Aktienkurse von Daimler, BMW und VW und haben die Gewinnschätzungen für Daimler und BMW gegenüber Mitte September weitgehend stabil gehalten. Nach dem schwachen Ausblick von Daimler werden die Analysten nun beginnen, ihre Schätzungen allmählich zu senken und mit ihnen auch gleich ihre Kursziele. Bei BMW und VW dürfte das gleiche bevorstehen.

Der Crash bei den Auto-Aktien dürfte weiter gehen. Gemessen am KGV von 5,5 für VW, 7,2 für Daimler und 7,6 für BMW gehören die Papiere zu den scheinbar billigsten im DAX. Wie gesagt, nur scheinbar. Denn der Einbruch der Aktienkurse und die scheinbar niedrige Bewertung signalisieren, dass die Gewinnschätzungen viel zu hoch sein dürften. Wenn man den Free Cash Flow heranzieht, merkt man, wie hoch Daimler trotz des Kursrutsches immer noch bewertet ist. Der Börsenwert von 65 Mrd. Euro beläuft sich auf das 14,3fache der Mitte der Spanne des Free Cash Flows. In einer Phase, in der viele Konjunkturdaten weltweit deutlich nach unten zeigen, werden die Aktien der Autohersteller weiter ganz oben auf den Verkaufslisten der Investoren stehen.  

Themen: Aktien, Daimler, BMW


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Kommentare

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Ines43
08.02.16 17:36:11
Laut einer Meldung von Bloomberg soll er bei lediglich 3,8 bis 5,3 Mrd. Euro liegen. Das sind Nachrichten die Investoren gar nicht hören möchten. <

Daraus kann man ja wunderbar eine Dividende von 3,40 E bezahlen.
Alle Löhne bezahlt, alle Investitionen bezahlt, alle Steuern bezahlt, die Dividende bezahlt, trotzdem bleibt noch etwas über.

Mehr benötigt eine gute Firma doch gar nicht.
Da ist mir solch eine AG doch lieber als mancher Staat.
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Ines43
04.02.16 21:31:05
Und wenn dann im nächsten Jahr wieder 3,25 E oder gar 3,40 E ausgeschüttet wird,
dann wird der Kurs sicher nicht bei 40 E verharren.
Und wenn doch, dann werde ich auch bei diesem Kurs
mit keiner Miene zucken, sondern mich umschauen,
ob ich anderswo mehr als 8,1 % Rendite (Div 3,25) erzielen kann.
Wahrscheinlich werde ich dann meinen Rundumblick nach kurzer
Zeit erfolglos beenden.
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Ines43
04.02.16 21:24:31
Wenn Chinas Wirtschaft "nur" um 4 % wächst, bedeutet dies einen Zuwachs des chinesischen BIP
in einer Größenordnung, die dem belgischen BIP insgesamt entspricht.

Was ist dann an der chinesischen Wirtschaft schwach?

Nichts.
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katjuscha-research
04.02.16 19:12:22
kann mir der Artikelschreiber mal sagen, was an einer FCF Multiple von 14 teuer sein soll?

natürlich ist es grundsätzlich richtig, dass niedrige KGVs nichts zu sagen haben, wenn sich der Haussezyklus im Automarkt dem Ende neigt bzw. wir schon am Anfang der Baisse sind. Aber irgendwann muss man auch da anhand Umsatzperspektiven und Kostenstruktur ein mögliches Tief prognostizieren können. Und dann werden KGVs durchaus wieder ein interessanter Anhaltspunkt, wann der Kurs vernünftige Chance/Risiko-Verhältnisse hat.

FCF Multiple von 14 find ich zudem alles andere als teuer. Seit wann haben denn kapitalintensive Branchen deutlich niedrigere Multiplen?
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Ines43
04.02.16 18:12:59
Der Crash wird weitergehen bis das KGV von Daimler den Grenzwert (limes) 0 erreicht hat.

Betreff Shortgehen:

Der Geburtsfehler der Börse ist, dass man bei sinkenden Kursen
auch noch Geld verdienen kann, indem man Aktien leerverkauft.

Das sorgt doch für chaotische Verhältnisse an der Börse.

Ich lehne Leerverkauf ab, bin mir aber bewusst, dass ich mich mit meiner Meinung
gegen diese Börsenparasiten nicht durchsetzen kann.

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Auto-Aktien Crash bei Daimler, BMW und VW wird weitergehen

Die Gelegenheit, Aktien deutscher Autohersteller zu kaufen, scheint günstig. Der Aktienmarkt ist aber offensichtlich ganz anderer Meinung, wie die Talfahrt der Auto-Aktien klar zeigt. Es gibt gute Gründe, weshalb sie weitergehen sollte.

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