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Streit mit „Geierfonds“ Argentiniens steiniger Weg aus der Staatspleite - Die Großen sagen weiter Nö!

17.02.2016, 13:37  |  3396   |   |   

Bewegung im Schuldenstreit zwischen Argentinien und seinen Gläubigern: Wie der vom US-Gericht zur Schlichtung des Konflikts bestellte Mediator Daniel Pollack vermeldet, habe sich das Land mit einer Gruppe von Sammelklägern geeinigt. Sollte es Argentinien gelingen, sich mit allen Gläubigern zu einigen, stünden der Rückkehr an die internationalen Finanzmärkte nichts mehr im Weg.

Worum geht es genau: Im Mittelpunkt stehen alte Anleiheschulden aus der Staatspleite von Ende 2001. Hedgefonds hatten die Anleihen mit zum Teil erheblichen Abschlägen erworben und die Rückerstattung zum vollständigen Nennwert nebst Zinsen gefordert. In diesem Sinne verweigerten sie auch im Jahr 2005 ihre Zustimmung zu einem Schuldenschnitt des Krisenlandes. Da die Anleihen in US-Dollar und unter US-Recht ausgegeben worden waren, beharrten die von Argentinien als „Geierfonds“ bezeichneten Hedgefonds in New York vor Gericht auf der volle Rückzahlung der Schulden.

Trotz 30 Milliarden Dollar Währungsreserven - Argentinien zahlungsunfähig

Nachdem bereits im Jahr 2012 der zuständige Richter Thomas Griesa den Klägern Recht gab, wies Mitte Juni 2014 auch der US-Supreme Court eine Berufung Argentiniens zurück. Die argentinische Regierung wurde zur Rückzahlung von insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar an die Hedgefonds verdonnert. Nicht zur Freude der argentinischen Regierung um die damalige Staatschefin Cristina de Kirchner, die sich trotz Währungsreserven in Höhe von knapp 30 Milliarden US-Dollar strikt weigerte, der Zahlungsaufforderung nachzukommen. Allerdings durfte Argentinien nach Entscheidung des zuständigen Richters Thomas Griese bis zur Lösung des Konflikts auch die Forderungen der anderen Gläubiger nicht bedienen. Damit galt Argentinien als zahlungsunfähig und rutschte zum zweiten Mal innerhalb von 13 Jahren und die Staatspleite.

Steiniger Weg der Einigung - doch die Großen sagen Nö!

Kleine Schritte im Gläubiger-Streit: Wie die Nachrichtenagentur dpa-AFX berichtet, sollen die Gläubiger nun den Nennwert der strittigen Anleihen vollständig erstattet bekommen und zudem 50 Prozent der ursprünglichen Zinsen erhalten. Doch soll es sich dabei eher um eine vergleichsweise geringe Zahlung handeln - zuletzt hatten sich die Forderungen auf knapp 70 Millionen Dollar (63 Millionen Euro) belaufen. Vor wenigen Tagen hatte Argentinien sechs Großgläubigern, mit denen es ebenfalls seit Jahren im Clinch liegt, 6,5 Milliarden Dollar geboten.

Das große Problem bleibt: Wie es weiter heißt, haben nur zwei dieser Kläger die Offerte akzeptiert. Die wichtigsten - die New Yorker Hedgefonds NML Capital und Aurelius - sind nicht darunter. Die beiden Gläubiger haben bislang alle Umschuldungsangebote aus Buenos Aires abgelehnt.



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