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German Pellets Pleite Neue Pleiten lassen Gläubiger von German Pellets erstarren - Alles Geld weg?

02.03.2016, 13:16  |  5707   |   |   

Verheerende Kettenreaktion beim Brennstoffhersteller German Pellets:  Im Januar brechen alle Anleihen des Unternehmens ein, der Verkauf von Genussrechten wurde eingestellt, eine eingeräumte Gläubigerversammlung abgesagt. Es kam wie es nahezu kommen musste: Nach der ersten Pleite des Tochterunternehmens, der FireStixx Holz-Energie GmbH, stellte auch German Pellets einen Insolvenzantrag. Nun werden zwei neue, spektakuläre Pleiten bekannt.

Schlechte Nachrichten für die Gläubiger des Wismarer Unternehmens: Am 18. Februar haben sowohl die GP-Tochterfirma German Pellets Louisiana als auch die dem Konzern nahestehende Louisiana Pellets in den USA Insolvenz und Gläubigerschutz nach Chapter 11 angemeldet. Das berichtet die Wochenzeitung „Die Zeit“ unter Berufung auf ein Gerichtsdokument des ‚United States Bankrupcy Court for the Western District of Louisiana’. Damit sinken die Chancen der Kapitalgeber und Gläubiger von German Pellets weiter, dass sie noch etwas von ihrem Geld wiedersehen.

Millionenbeträge und Millionengarantien für US-Werke

German Pellets Louisiana betreibt ein riesiges Pelletswerk in den USA. Eigentümer der Fabrik ist Louisiana Pellets. Ihr schanzte German Pellets über ein verschachteltes Firmenkonstrukt hohe zweistellige Millionenbeträge zu – obwohl sie formal vom Konzern unabhängig war und von German Pellets Pachtzahlungen kassierte, führt die „Zeit“ weiter aus.

Anfang Februar berichtete wallstreet:online über einen möglichen Zusammenhang des Absturzes der German-Pellets-Anleihen mit den Millionengarantien, die der Brennstoffhersteller für Geschäfte und Anleihen in den USA eingegangen ist. Laut einem Bericht der „WirtschaftsWoche“ habe German Pellets die Pelletswerke Texas und Louisiana Pellets nicht nur mit dem Geld deutscher Anleger finanziert – die Werke gehören laut „WiWo“ einer Stiftung, deren Begünstigte, Anna Kathrin Leibold, die Ehefrau von German-Pellets-Chef Leibold war -, sondern auch über jetzt notleidend gewordene US-Bonds, für die German Pellets teilweise mit haftet. Demnach haftet deutsche Brennstoffhersteller beim Werk Texas Pellets laut einem Wertpapierprospekt mit umgerechnet 23 Millionen Euro (mehr dazu hier).
 
Louisiana Pellets musste vors Bankrottgericht, weil es Forderungen von US-Gläubigern über 8,7 Millionen Dollar nicht bedienen kann, so die „Zeit“. Das Unternehmen hatte sich laut Gerichtsunterlagen auch am US-Kapitalmarkt mehr als 330 Millionen Dollar geliehen. Wohin das Geld floss, ist bislang unbekannt.

Gucken deutsche German-Pellets-Anleger in die Röhre?

Dass die deutsche Insolvenzverwalterin an die an Louisiana Pellets verliehenen Millionen herankommt, ist nach den dortigen Insolvenzen ungewisser denn je. Allein in Deutschland stehen mehr als 250 Millionen Euro Anlagekapital auf dem Spiel. Der Großteil stammt von Kleinanlegern, die über Anleihen in das Unternehmen investiert hatten. Anderen Berichten zufolge sollen insgesamt Anlegergelder in Höhe von 760 Millionen Euro im Feuer stehen.

Geman-Pellets-Gläubiger können ihre Ansprüche anmelden

Seit Anfang der Woche können sich die Tausende Inhaber von Anleihen, Genussscheinen und Genussrechten von German Pellets auf einer speziellen Internetseite anmelden (German Pellets - Verfahrensinformationsportal). Ziel sei es, einen Überblick zu bekommen, wie viele Anleger von der Firmenpleite betroffen sind, um sie über den Fortgang des Verfahrens sowie Termine wie die Gläubigerversammlung zu informieren, sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalterin Bettina Schmudde der Nachrichtenagentur dpa-AFX (mehr dazu hier).



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