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Solar-Aktie feiert Comeback! Heißester Turnaround des Jahres 2016!?

Gastautor: Volker Glaser
03.03.2016, 06:50  |  660   |   |   

Das Bonner Solarunternehmen befindet sich 2016 im 3. Jahr der Restrukturierungsphase. Im Jahr 2013 stand das Unternehmen knapp vor dem Aus. Die damaligen Inhaber der Anleihen hatten dem Sanierungskonzept zugestimmt. Aktionäre erlitten einen Kapitalschnitt. Das ist mittlerweile Schnee von gestern. SolarWorld ist operativ wieder voll da. Absatz und Umsatz ziehen wieder deutlich an. Der Markt hat längst gedreht. „Wir sind in der Sanierung schon weit vorangekommen. Unser Markt ist absolut intakt und die Nachfrage ist hoch, auch wenn wir uns in einem Verdrängungsmarkt befinden“, sagt uns Finanzvorstand Philipp Koecke bei unserem Treffen anlässlich der Oddo Seydler Konferenz in Frankfurt. Insgesamt sieht der CFO das Unternehmen wieder auf Kurs. Aus seiner Sicht ist SolarWorld in etwa ein halbes Jahr hinter den gesteckten Zielen, was die notwendige Umsetzung von operativen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung angeht. Ein Beinbruch ist das jedoch nicht.

Nach vorläufigen Zahlen für das Jahr 2015 hat das Unternehmen die Absatzmenge um 33 % auf 1.159 Megawatt gesteigert. Der Konzernumsatz kletterte im selben Tempo auf über 763 Mio. Euro. Die eigene Prognose eines Umsatzes von über 700 Mio. Euro und einer Absatzprognose von über 1 Gigawatt wurden übertroffen. Treiber des Geschäfts ist der US-Markt mit einem Anteil vom Absatz von 50 %. Deutschland trägt ca. 20 % bei. Während sich die Absatzmenge in heimischen Gefilden insgesamt um etwa ein Drittel reduzierte, steigerte SolarWorld den Absatz um mehr als 60 %. „Wir sind mit der Entwicklung in unserem wichtigsten Markt sehr zufrieden. Auch das Wachstum in Deutschland kann sich sehen lassen. Frankreich und UK waren ebenfalls starke Märkte.“

Das EBITDA lag im vergangenen Jahr bei 35 Mio. Euro und das EBIT bei minus 10 Mio. Euro. „Unser bereinigter Aufwand wäre um nicht liquiditätsrelevante Positionen geringer. Das bereinigte EBITDA wäre somit höher als die berichteten 35 Mio. Euro. Dies hängt mit unseren Rohstofflieferanten zusammen“, erklärt der CFO. Das Finanzergebnis schlägt mit 25 Mio. Euro zu Buche. Die rechnerische Steuerquote liegt bei 30 %, wobei in den USA das Geschäft bislang steuerfrei ist. Unterm Strich wird SolarWorld im Jahr 2015 noch einen entsprechenden Verlust ausweisen. Per Ende September 2015 war das Unternehmen mit 280 Mio. Euro netto verschuldet. Der operative Cashflow war zum selben Zeitpunkt mit über 13 Mio. Euro positiv und dürfte sich zum Jahresende verbessert haben. Das bereinigte EBITDA für das Gesamtjahr 2015 aus dem operativen Cashflow nach 9 Monaten abgeleitet, dürfte sich somit auf fast 50 Mio. Euro belaufen. Investiert wurden im vergangenen Jahr ca. 35 Mio. Euro. Koecke erwartet 2015 einen positiven Free Cashflow. Die Kasse war zum Jahresende mit rund 190 Mio. Euro gefüllt.

Für das Jahr 2016 erwartet die Gesellschaft ein Plus beim Absatz und Umsatz von mindestens 20 %. Vielleicht ist sogar die Umsatzmilliarde drin. „Unsere bestehenden Märke, vor allem die USA, werden weiter wachsen. Zudem sehen wir weitere Chancen im Mittleren Osten und in Asien“, sagt Koecke. SolarWorld rechnet zudem mit einem EBIT im zweistelligen Millionenbereich. Die Untergrenze liegt somit bei 10 Mio. Euro. Addieren wir die Abschreibungen von ca. 45 Mio. Euro hinzu, errechnet sich ein EBITDA von mindestens 55 Mio. Euro. Das wäre aber lediglich annähernd das Niveau des bereinigten EBITDA aus 2015. Vermutlich wird sich das EBITDA 2016 auf bis zu 70 Mio. Euro belaufen. Capex schätzen wir in diesem Jahr auf 30 bis 50 Mio. Euro.

Die Hauptaufgabe von Koecke in 2016 und 2017 wird es sein, dass die ausstehenden Darlehen im Volumen von knapp 378 Mio. Euro, die zu gut 7 % verzinst werden, neu finanziert werden. 50 Mio. Euro entfallen hierauf auf den größten Anteilseigner der Gesellschaft. Qatar Solar, eine Tochtergesellschaft der Qatar Foundation aus Doha, die knapp 30 % der Aktien hält. Ca. 30 Mio. Euro werden in diesem Jahr getilgt. Verbleiben also rund 300 Mio. Euro, die analog zum Qatar-Darlehen, im Februar 2019 zur Rückzahlung fällig sind. „Diese Verbindlichkeiten prüfen wir schnellstmöglich zu refinanzieren, um unsere Zinslast signifikant zu senken“. Eine Kapitalerhöhung plant Koecke indes nicht. „Wir haben ausreichend Cash um die Zinsen zu zahlen und unser Wachstum zu finanzieren. Bei aktuellen Kursen ist eine Kapitalerhöhung sicherlich kein Thema“, so der CFO. Optional ist eine neue Anleihe.

Vereinzelten Marktteilnehmern ist ein laufendes Gerichtsverfahren zwischen einer Tochtergesellschaft von SolarWorld und dem Siliziumlieferanten Hemlock aus den USA ein Dorn im Auge. Die Amerikaner klagen auf Feststellung von Schadensersatz aus nicht eingehaltenen Abnahmeverpflichtungen für Silizium aus früheren Jahren. Das maximale Risiko könnte sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag belaufen. „Das hört sich ohne konkrete Kenntnis natürlich sehr dramatisch an. Ich habe deswegen aber keine schlaflosen Nächte. Wir setzen auf vernünftige Gespräche und hoffen auf eine Lösung, so wie wir es mit allen anderen Siliziumlieferanten erfolgreich getan haben.“ Bis Hemlock überhaupt einen vollstreckbaren Titel gegen SolarWorld gerichtlich erstreiten wird, vergehen viele Prozessjahre. Daran verdienen in erster Linie nur die Anwälte. „Ziel muss sein, dass uns Hemlock beliefert. Ein Scheitern von SolarWorld bringt Hemlock keinen Cent. Unsere gesamten Assets gehören im Worst Case unseren Anleihengläubigern. Sie sind verpfändet. In diesem Fall bleibt für Hemlock nichts mehr übrig. Das ist bekannt“, erklärt Koecke. Natürlich verbleibt ein gewisses Restrisiko. Die Sache ist aber sicher weniger dramatisch als sie vereinzelt dargestellt wird.

An der Börse wird SolarWorld derzeit mit rund 150 Mio. Euro kapitalisiert. Das erscheint uns sehr preiswert. Das Unternehmen steht vor einem Comeback an der Börse. Wir halten die Aktie derzeit für einen der spannendsten Turnaround-Kandidaten auf dem deutschen Kurszettel. Wie üblich sind bei solchen Spekulationen die Chancen nach oben immens hoch. Wir raten bei Kursen um 10 Euro zum Kauf der Aktie. Stoppkurs sollten 10 bis 15 % unter dem Einstiegskurs platziert werden.

www.vorstandswoche.de

 

Wertpapier: SolarWorld

Themen: Euro, USA, Kapital


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Das Bonner Solarunternehmen befindet sich 2016 im 3. Jahr der Restrukturierungsphase. Im Jahr 2013 stand das Unternehmen knapp vor dem Aus. Die damaligen Inhaber der Anleihen hatten dem Sanierungskonzept zugestimmt. Aktionäre erlitten einen Kapitalschnitt. Das ist mittlerweile Schnee von gestern. SolarWorld ist operativ wieder voll da. Absatz und Umsatz ziehen wieder deutlich an. Der Markt hat längst gedreht. „Wir sind in der Sanierung schon weit vorangekommen. Unser Markt ist absolut intakt und die Nachfrage ist hoch, auch wenn wir uns in einem Verdrängungsmarkt befinden“, sagt uns Finanzvorstand Philipp Koecke bei unserem Treffen anlässlich der Oddo Seydler Konferenz in Frankfurt. Insgesamt sieht der CFO das Unternehmen wieder auf Kurs. Aus seiner Sicht ist SolarWorld in etwa ein halbes Jahr hinter den gesteckten Zielen, was die notwendige Umsetzung von operativen Maßnahmen zur Effizienzsteigerung und Kostensenkung angeht. Ein Beinbruch ist das jedoch nicht.

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