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EZB-Bargeldschutz Geld im Tresor bunkern - Sparkassen planen "Bargeldschutz" gegen EZB-Strafzinsen

03.03.2016, 17:03  |  8611   |   |   

Kommt jetzt die Hochkonjunktur für Tresore? Viele Banken denken vor dem Hintergrund der Strafzinsen der Europäischen Zentralbank (EZB) über Ausweichmöglichkeiten nach. So wird zum Beispiel in einem internen Rundschreiben des bayerischen Sparkassenverbands dafür geworben, das Geld lieber im eigenen Tresor zu bunkern, als der EZB den Strafzins von 0,3 Prozent zu zahlen. "Die Sparkassen stellen sich deshalb die Frage, ob es für sie wirtschaftlicher sein könnte, hohe Bargeldwerte nicht - wie bisher - bei der EZB einzulagern, sondern stattdessen selbst zu verwahren“, zitiert die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (F.A.Z.) aus dem Rundschreiben des Verbands, dem 71 Sparkassen angehören. Das Ganze nennt sich dann „EZB-Bargeldschutz“. Sprich: Der Schutz des Bargelds vor Strafzinsen der Notenbank.

Der eigene Tresor - Wie wäre es mit der eigenen Einlagensicherung?

Es wird hin und her gerechnet. Laut dem Rundschreiben würden Beispielsrechnungen belegen, dass dass es günstiger sein kann, das Geld nicht mehr bei der EZB zu lagern, sondern im eigenen Tresor. Die Versicherungskammer Bayern biete "auch für größere Bargeldmengen" einen Versicherungsschutz. Dieser koste je 1000 Euro 1,50 Euro zuzüglich Versicherungssteuer. Das macht 0,1785 Prozent - und liegt somit unter dem EZB-Einlagenstrafzins, führt die „F.A.Z.“ unter Berufung auf das Schreiben weiter aus.

Das wären noch nicht die ganzen Kosten… Dazu kämen noch die Kosten für Geldtransporte sowie für einen verstärkten Einbruchsschutz. Alles in allem können sich jedoch die Eigenlagerung angesichts des Negativzinses der EZB durchaus lohnen. Mehrere Sparkassen hätten auch bereits Interesse an dem Programm gezeigt, ließ eine Sprecherin des Sparkassenverbandes in München gegenüber der „F.A.Z.“ verlauten. Konkrete Summen, auch zu gezahlten Strafzinsen, wollte sie nicht nennen.

Schmerzgrenze erreicht - "Strafzins kostet schon jetzt richtig Geld"

Die Überlegungen bei den Banken bleibt den Notenbankern natürlich nicht verborgen. "Der Strafzins kostet schon jetzt richtig Geld", sagt ein hochrangiger Notenbanker der F.A.Z. Für eine Million Euro Liquidität, die Banken bei der EZB einlagern, werden 3000 Euro fällig. Die Nutzung der EZB-Einlagenfazilität ist wegen der hohen Überschussliquidität im Markt, die auch von den EZB-Anleihekäufen herrührt, in den vergangenen Monaten gestiegen. Derzeit haben die europäischen Banken insgesamt 245 Milliarden Euro in der Einlagenfazilität geparkt. Da kommt ein stattliches Sümmchen an Strafzinsen zusammen: Auf ein ganzes Jahr gerechnet müssten sie darauf 735 Millionen Euro Strafzins zahlen. Die Schmerzgrenze scheint erreicht: Die Überlegungen der bayerischen Sparkassen zeigen, dass ein Strafzins, der über diese Grenze hinaus geht, zu Ausweichreaktionen führen kann, die nicht der EZB-Stoßrichtung entsprechen.

EZB-Notenbankpolitik - Was erwartet uns kommende Woche?

Zwar mag für den einen die Schmerzgrenze erreicht sein. Für die EZB scheint das Ende der Fahnenstange noch nicht in Sicht. Schon in der kommenden Woche könnte der Einlagenzins der EZB jedoch noch weiter in den negativen Bereich gedrückt werden, so die Zeitung.  Angesichts der schwachen Inflationsentwicklung halten Analysten eine nochmalige Lockerung der Geldpolitik mit einer weiteren Senkung der Zinsen und möglicherweise einer Ausweitung des Anleihekaufprogramms für wahrscheinlich. Der EZB-Rat könnte am Donnerstag den Einlagenzins auf minus 0,4 oder gar 0,5 Prozent absenken. Unter Umständen könnte der Strafzins auch gestaffelt verschärft werden. Größere Negativzinsen würden den Anreiz erhöhen, dass Banken mit hoher Überschussliquidität nach Alternativen Ausschau halten. Vielleicht aber eben nicht so, wie es die EZB im Sinn hat.



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Kommentare

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KKTC
05.03.16 20:52:28
https://www.youtube.com/watch?v=1rvPPxnITzU

sollte jeder sich mal reinziehen ist zwar sehr lang das Video aber sehr kurzweilig meiner Meinung nach :)
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KKTC
05.03.16 20:49:19
Negativ Zinsen ich will mal sehen was passiert, wenn die Masse der Kunden ihr Guthaben von der Bank holen würden!

Geldentstehung aus dem nichts das Geld was man sich als Kredit von der Bank holt entsteht aus dem nichts.
Die Idee der Bargeldabschaffung ist denke ich auch Grund dafür, wenn alle Sparer jetzt Ihr Geld abheben würden, würde das Geldsystem zusammenbrechen da dass Geld in der Menge nicht gibt!!!

https://www.youtube.com/watch?v=YCsH3UmFs5w
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holke
04.03.16 22:48:32
Wenn Sparkassen sich bereits Gedanken darüber machen, ob das nächste Geschäftsmodell das Einlagern von Bargeld ist, scheint das Finanzsystem vor echten Problemen zu stehen. Der Negativzins macht zwar erfinderisch und es macht natürlich Sinn dann für Banken und Sparkassen das Geld nicht mehr bei der EZB einzulagern. Wenn nun aber auch der Normalbürger sein Geld von Konto nehmen soll, um sein Vermögen zu schützen und bei der Sparkasse anstelle von Negativzinsen nun die Leihgebühr für das eigene Schließfach berappen muss, stellt das nun aber doch den Glauben an ein solides Geldsystem in Frage.
Bargeldobergrenzen und völliges Abschaffen von Bargeld sollen dem Sparen unter dem Kopfkissen oder in Kleintresoren langfristig den Garaus machen. Also scheint dieses neue Geschäftsfeld für Banken und Sparkassen auch nicht nachhaltig zu sein. Wer jetzt nicht langsam aufwacht und sich Gedanken über den Erhalt seines Vermögens macht, kann schon in einigen Monaten ein böses Erwachen erleben.
Übrigens hilft auch kein Schließfach, wenn man da nicht mehr ran kommt, weil der Staat oder das jeweilige Kreditinstitut den Zugriff darauf vorübergehend aussetzt.
Sollte der Bürger daraufhin das Vertrauen in den Euro verlieren, löst die EZB ihr Problem mit der nicht steigenden Inflation in wenigen Tagen. Mehrere hundert Prozent Inflation in wenigen Wochen wären dann möglich und würden die kühnsten Träume von Herrn Draghi bei weitem übertreffen. Mehr zu den Thema Vermögensschutz und sinnvoller Streuung des Vermögens erfährt man zum Beispiel hier: https://goo.gl/zD9LNK
Denn nur wer wagt selbst zu denken, der wird auch selber handeln.
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Astgabel13
04.03.16 17:39:51
Wert haltig und Feuer fest sollte die eigene Umschichtung sein. Und dass die Umschichtung schon längst läuft, bestätigt ein Blick auf die Charts. :)
Die EZB hat fertig und haut nur noch wild um sich, genau wie dieses ganze künstliche Gebilde.
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Kurdirektor
03.03.16 19:46:32
Genau deshalb will die EZB doch den 500-Euro-Schein abschaffen. Denn je kleiner die Stückelung des gehorteten Bargelds, desto höher die Tresorkosten der hortenden Banken. So will man verhindern, dass die Banken denn Negativzins durch Abheben von Bargeld umgehen können.

Sollten die Sparkassen trotzdem von Ihrem Recht auf Barauszahlung der EZB-Guthaben machen, geht der Schuss für die EZB allerdings nach hinten los. Denn sie muss dann im Umkehrschluss bei Abhebung der Sparkassen auch mehr Banknoten liefern (und somit drucken, bereit halten für Abhebungen etc.) Das würde dann auch für EZB teurer; also sollte sie lieber den 500-Euro-Schein beibehalten.

(Eine Andere Möglichkeit wäre, die Banknoten über Nacht einfach für ungültig zu erklären - das gab es aber zuletzt in der DDR im Jahr 1957...)

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EZB-Bargeldschutz Geld im Tresor bunkern - Sparkassen planen "Bargeldschutz" gegen EZB-Strafzinsen

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