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Daimler, Öl, S&P – Jobs gesucht

Gastautor: Daniel Saurenz
04.03.2016, 09:00  |  762   |   |   

Daimler_NordschleifeMit der Zinswende wollte US-Notenbankchefin Janet Yellen Investoren signalisieren, dass die Wirtschaft stark sei und Zinserhöhungen verkraften könne. Dass der bisher robuste Arbeitsmarkt zuletzt schwächelte zeigt aber genau das Gegenteil. In welcher Verfassung ist die US-Wirtschaft tatsächlich und können die heute zur Veröffentlichung anstehenden Arbeitsmarktdaten wieder eine Wende zum Besseren zeigen?

Alles schaut auf die heute um 14.30 Uhr anstehenden US-Arbeitsmarktdaten für den Monat Februar (hier geht es zum Wirtschaftskalender). Schließlich waren im Januar lediglich 151.000 Jobs geschaffen worden und damit viel weniger als Volkswirte vorhergesagt hatten. Für Februar wird ein Plus von 195.000 erwartet und eine Revision nach oben für den Januar, der sehr schwach ausfiel. Für das ganze vierte Quartal 2015 wurden 279.000 neue Jobs geschaffen, doch davon scheint man derzeit weit entfernt zu sein. Sowohl sehr starke als auch sehr schwache Jobzahlen dürften negativ ausgelegt werden. Einerseits drohen Zinserhöhungen, wenn die Zahlen hoch ausfallen, andererseits signalisieren schwache Daten, dass die gesamte US-Wirtschaft in eine Rezession abgleiten könnte. Werden die Erwartungen in etwa getroffen, dürfte der Markt positiv reagieren.

Eine wirtschaftliche Schwäche signalisieren allerdings andere Wirtschaftsdaten, was auch für die deutsche Exportsirtschaft schlecht ist, ist sie doch einer der Hauptprofiteure von einer starken US-Wirtschaft. Die ökonomische Abkühlung ist derzeit so stark, dass die Investoren zusehends von Rezession reden, also von einem Rückgang der Wirtschaftsleistung. Die Sorgen sind berechtigt.

US-Wirtschaft hat eine Menge Gegenwind

Die Industrie zum Beispiel ist bereits in der Rezession. So lag die Industrieproduktion im Dezember um 1,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das ist der größte Rückgang seit Mai 2008. Ein derart starkes Minus hat es außerhalb von Zeiten, in denen die gesamte US-Wirtschaft in der Rezession war, noch nie gegeben.

USA_Presse_DollarDie US-Wirtschaft leidet zudem stark unter dem Verfall der Ölpreise. Da die Öl-Industrie kräftig Mitarbeiter abbaut und die Investitionen kürzt, belastet das anhängende Sektoren, wie den Auto- und Hausbausektor, enorm. Das Problem ist, dass die Industriebranche in der Rezession innerhalb weniger Monate den viel größeren Dienstleistungssektor mit nach unten zieht.

Für zusätzlichen Gegenwind sorgt der starke Dollar. Denn dadurch werden amerikanische Produkte im Ausland teurer, während ausländische Produkte in den USA billiger werden.

Ramschanleihen infizieren Investment Grade-Anleihen

Dass die US-Wirtschaft bereits in die Rezession abgerutscht sein dürfte, zeigt der Markt für Ramschanleihen deutlich an. Die Zinsen für Ramschanleihen sind zuletzt auf 9,5 Prozent nach oben geschossen, nachdem sie im Frühjahr 2015 noch bei 6 Prozent gelegen hatten.

Wenn die mit Billionen von Dollar hoch verschuldeten Unternehmen aber keine neuen Kredite mehr bekommen, bremst das die gesamte Wirtschaft enorm ab, was wiederum den Markt für Investment Grade-Anleihen infiziert. Die Zinsen für Investment Grade-Anleihen sind auf 4,5 Prozent geklettert. Das ist ein Anstieg um 100 Basispunkte (ein Prozentpunkt) gegenüber Frühjahr 2015.

Fed hat schweren Fehler gemacht

Weil viele Investoren befürchten, dass die Wirtschaft bereits in der Rezession ist, flüchten die Investoren in Staatsanleihen. Die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen sind auf nur mehr 1,75 Prozent implodiert, womit das Rekordtief von Mitte 2012 bei knapp 1,5 Prozent rapide näher rückt.

EUR_USD04032016

EUR/USD, 6 Monate

Gleichzeitig hat der Markt für Fed Funds Futures, also für Futures (Derivate) auf die Fed Funds (US-Leitzinsen) sämtliche Zinserhöhungen für dieses Jahr ausgepreist – sprich es werden keinerlei Zinserhöhungen mehr für dieses Jahr erwartet. „Die Geldpolitik der amerikanischen Notenbank stellt sich nun als folgenschwerer Fehler heraus“, sagt auch Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst CMC Markets. „Statt die Märkte zu beruhigen, hat die Fed einen Orkan ausgelöst, der die Märkte nun in einen immer festeren Klammergriff nimmt.“

Handwerkszeug für den heutigen Tag sind moderat gehebelte Knock-outs (Bull: DX78MQ) (Bear: CR18TW) auf den S&P500. Eine risikoärmere Alternative ist ein kurzlaufendes Discountzertifikat mit einem Cap in etwa auf dem aktuellen Niveau, zum Beispiel die WKN VS3RMQ. Hier liegt der Cap bei 2.000 Punkten, Laufzeitende ist im Juni 2016. Die Renditechance liegt bei 4,2 (13,6% p.a.) und der Discount bei 3,6 Prozent. DAX-Papiere finden Interessierte in der ISIN-Liste, in breiter Auswahl.

In den nächsten Monaten sollten die Konjunkturdaten weiter darauf hindeuten, dass die US-Wirtschaft bereits schrumpft. Daher dürfte die Talfahrt beim S&P500 weitergehen. Eine zumindest kurzfristige Stabilisierung kann nur erreicht werden, wenn die Fed schnellstmöglich umschwenkt, Zinserhöhungen auf Eis legt und ein neues Gelddruckprogramm QE4 sowie Strafzinsen ankündigt.



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